Baubeschreibung Pfarrkirche

Pfarrkirche St. Stephan in Biberbach Pfarrkirche Biberbach
Patrozinium: Hl. Stephanus (Festtag 26.Dez.), Diözese St. Pölten, Dekanat Waid-hofen/Ybbs, Bez. Amstetten.

Außenbau:
Die Biberbacher Pfarrkirche ist eine spätgotische Landkirche, inmitten des Ortes vom Friedhof umgeben. Der 40m hohe, mittel-alterliche ungegliederte Westturm mit Schallfenstern trägt über halbrunden Uhrgiebeln einen schlanken barocken Helm mit Kuppel und Laterne (1751), darauf das 2m hohe vergoldete Turmkreuz.

An den Turm schließt sich das spätgotische Langhaus (ca. 1480) mit hohem Dach und maßwerklosen Spitzbogenfenstern zwischen einfachen Strebepfeilern an. Den östlichen Abschluss bildet unter gleich hohem Dachfirst der hochgotische Chor (ca. 1400) mit barockisierten Fenstern. Der Eingang an der Westseite führt durch das schlichte Spitzbogenportal des Turmuntergeschosses in den Kirchenraum.

In der Ecke Turm-Eingangsvorhalle befindet sich ein schlichtes Priestergrab sowie ein Missionskreuz. An der Südseite treten die Eingangsvorhalle mit Kreuzgratgewölbe und Portal mit Vorhangbogen sowie der zweigeschossige barocke Sakristeianbau mit vergitterten Rechteckfenstern blockartig hervor.

Tafel

An der Südwand erinnert eine Terrakotta Tafel an den Türkeneinfall.

Auf dem Fragment eines Gedenksteins (1535) am Fuß des Strebepfeilers sind ein Totenkopf, ein Wappenschild, das Seitenstettener Stifts-wappen und eine umlaufende Inschrift erkennbar. Pfeiler

Mühlstein

Der eingemauerte Mühlstein wird mit der Legende der Kirchengründung oder mit der Überlieferung in Zusammenhang gebracht, daß sich Bewohner in der Gegend der Kumpfmühle versteckt hielten, aber von den Türken entdeckt und ermordet wurden.

Von den drei Friedhofseingängen führen mit Granitsteinen gepflasterte Wege zu den beiden Kircheneingängen (2009).

 

 Pieta

In der Eingangsvorhalle mit seitlichen Sitzbänken („Bettel-laube") befindet sich oberhalb des Kirchenportals in einer vergitterten Nische eine barocke bunt gefasste Pietà.

Innenraum:

Der einjochige Chorraum ist breiter als das Mittelschiff und aus der Achse verschoben. Die zarten Kreuzrippen ruhen auf dünnen Runddiensten bzw. auf Konsolen mit Kapitellen, die mit verschiedenen Band- und Maßwerk-Zierrat versehen sind.

InnenraumAm Schlussstein im Scheitelpunkt des Gewölbes ist das Lamm Gottes zu erkennen. Das Wappen am zweiten Schlussstein könnte als Seitenstettner Stiftswappen gedeutet werden.
Das an der Nordwand abgemauerte Spitzbogenportal könnte der Eingang in die ehemalige Sakristei gewesen sein. Gegenüber führt das Portal mit Eisenplatten-beschlagenem Türblatt in den barocken Sakristeianbau.

Ein einfacher Triumphbogen trennt den Chorraum vom Langhaus. Den spätgotischen dreischiffigen Hallenraum überspannt ein reiches Netzrippengewölbe, die dunklen Gewölberippen ruhen im Raum auf vier mächtigen Achteckpfeilern, wandseitig auf Runddiensten auf. Das Größenverhältnis des Mittelschiffes zu den Seitenschiffen beträgt 1:1,5:1. Innenraum
Die hallenbreite Orgelempore, die auf eigenen Pfeilern mit reichem Rippennetz unterwölbt ist, ragt durch die erweiterte Holzbrüstung verhältnismäßig weit ins Langhaus.

Der Fußboden, der im Presbyterium mit Kehlheimer-Platten, im Langhaus mit rot-beigen Terrazzoplatten belegt ist, weist ein ungewöhnliches Gefälle von vorne nach hinten auf. Die Ausmaße des Kirchenraumes betragen: Länge 23m, Breite 11,7m, Presbyterium 6,5m.

 (Quelle: Kirchenführer Biberbach, Text Dr. Franz Überlacker)

 

 

 

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