Die Pfarrkirche

Pfarrkriche und FriedhofDie Pfarrkirche „Zur Unbefleckten Empfängnis" ist eine gotische, dreischiffige, kreuzrippengewölbte Pfeilerbasilika mit wuchtigem Westturm und einem etwas jüngeren zweijochigen Chorbau. Das Langhaus und der Turm dürften um 1350 und der Chor um 1400 erbaut worden sein. Die drei Chöre mit 5/8-Schlüssen stammen aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts; die pyramidenförmige Bekrönung des Turmes mit einem neugotischen Spitzhelm stammt aus 1896. Wir finden einen schönen, einheitlich wirkenden Innenraum mit 5-jochigem Langhaus und je einem Seitenschiff mit Kreuzrippengewölben im gebundenen System vor.

 

Ein 2-jochiger Hauptchor mit verhältnismäßig tief herabgezogenen Gewölben und drei figuralen - leider bei der Restaurierung 1966 übermalten – Schlusssteinen zeichnen diese Kirche aus. Zu erwähnen ist noch die spitztonnengewölbte Westempore Kirchenschiff Westemporemit Maßwerkresten an der Brüstung. An die alte Wallfahrt erinnert noch das Kultbild aus dem beginnenden 16. Jahrhundert: eine spätgotische, doppelseitig geschnitzte Marienstatue mit völlig gleicher Vorder- und Rückenansicht, die auf einer Säule im hinteren Kirchenschiff steht. Früher befand sie sich wahrscheinlich vorne im Chorraum und wurde von den Wallfahrern umschritten. Bemühungen in der Zeit der Gegenreformation, die Wallfahrt nach „Maria Hain“ wieder zu beleben, blieben ohne Erfolg.

Die Barockausstattung verdankt die Kleinhainer Kirche dem Stift Herzogenburg. Der barocke Hochaltar ist aus rotem Marmor (1713). Das dazugehörige farbenfrohe Hochaltarbild der „Immaculata“ ist ein Werk von Bartolomeo Altomonte. Es zählt zu den reiferen Werken dieses Künstlers und ist signiert mit „Bartho. Altomonte fe.1773“. HochaltarDie Madonna schwebt nicht mehr auf den Wolken, begleitet von den Schwüngen des Gewandes, sondern steht fest und schwer auf der Wolkenbank, flankiert von zwei plastischen Engelsjünglingen (1713).  Außerdem befinden sich zu beiden Seiten des Hochaltares die vergoldeten Figuren der HLL Joachim (links) und Anna (rechts) und am Aufsatz Skulpturen des Hl. Geistes (Taube) und der beiden Engel. Angeblich war dieser Hochaltar für die Stiftskirche in Herzogenburg projektiert, wurde aber als zu klein befunden und kam so in die damalige Filiale nach Hain.

An der linken Chorwand befindet sich eine Muttergottesfigur (Ende 19. Jhdt), gegenüber eine Herz-Jesu-Figur, ebenfalls Ende 19. Jhdt. Erwähnenswert sind auch noch die vier Grabsteine, die sich in der Kirche befinden. Auf der Evangelienseite ist der Grabstein des Christoph Grabner, auf der Epistelseite der des Sebastian Grabner und rückwärts des Altares der des Joachim Wisent angebracht. Hinten im Gotteshaus beim Beichtstuhl befindet sich der Grabstein des Jörg Grabner. Diese Grabplatte befand sich ursprünglich außerhalb der Kirche, wurde aber im Zuge der Kirchenrenovierung 1983 im Innenraum der Kirche aufgestellt.

Bemerkenswert sind auch die beiden barocken Seitenaltäre. Das Seitenaltar Anna Joachim Marialinke Seitenaltarbild zeigt Maria als Kind mit ihren Eltern Anna und Joachim (1. Hälfte des 18. Jhts.) und das rechte Seitenaltarbild ist eine ähnliche Komposition mit dem hl. Petrus und einer interessanten Darstellung der Stadt Rom. (1. Hälfte des 18. Jhts.) Der Name des Künstlers ist leider fast nicht mehr lesbar. In der von Quintin Jörger errichteten Gruft vor dem Seitenaltar des hl. Petrus wurden 1682 zehn Angehörige der Familie begraben. Die Kanzel der Kirche ist ein spätbarockes Werk (Ende 18. Jht). Die alte Kanzel, die zuerst am ersten Pfeiler fast mitten in der Kirche angebracht war, ließ im Jahre 1802 der damalige Pfarrer Frigdian Mies, ein Chorherr des Stiftes Herzogenburg, herabnehmen, und dem damaligen Geschmack der Bildhauerarbeit Kanzelentsprechend, marmorieren. Sie wurde dann an der linken Seite im Kirchenschiff aufgestellt.

Gegenüber der Kanzel befindet sich der kleine, gotische, achteckige Taufstein aus rotem Marmor. An den Hochwänden des Langhauses sind links vier barocke Ölbilder mit der Darstellung der vier Evangelisten, gegenüber jener der vier lateinischen Kirchenväter angebracht.

Über dem Scheidbogen ist eine barocke Kreuzigungsgruppe, die anfangs des 16. Jhts. Entstanden sein dürfte, zu sehen. Die 14 Kreuzwegbilder die 1822 von der Pfarre Hain angekauft worden sind, schmücken außerdem dieses Gotteshaus. Die ornamentalen Glasgemäldefenster stammen aus dem Jahre 1906.

Die mechanische Schleifladenorgel der Firma Allgäuer mit eingebautem Spieltisch wurde im Jahr 1988 gefertigt. Das Gehäuße ist marmoeriert gefasst mit einem fünfachsigem, barockisierendem, vor- und zurückspringendem Prospekt. Die Schleierbretter sind aus vergoldetem Rankenwerk gebildet.Orgel

Die ersten Glocken wurden 1917, die zweiten 1942 für Kriegszwecke abgeliefert. Heute besitzt Hain folgende vier Glocken: die große Glocke hat die Aufschrift „Hain 1949. Beata Virgo Maria“. An der Aufhängung ist das Wappen von Osterreich, Niederösterreich, dem Stift Herzogenburg und von Propst Georg Hahnl zu finden. Eine zweite Glocke „Für die Gefallenen - Hain 1949" mit denselben vier Wappen und eine dritte Glocke mit folgender Aufschrift: „Beatus felix - Hain 1949" ohne Wappen. Auf dem Zügenglöcklein ist ein Gekreuzigter dargestellt, dazu in einem Oval die Aufschrift Nr. 3405 D 1908 Max Samrasser in Wr. Neustadt „Ivo Solterer Parochus 1908“.

 

Fotos (c) Franz Higer

 

Hier können Sie ein 360°-Panorama vom Innenraum der Kirche betrachten! (c) Teschl Gerhard, http://www.niederoesterreicher-guide.at/