Geistliche Impulse von Pfarrer Burmettler

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am 2. Adventsonntag wird uns Johannes der Täufer als Adventheiliger vorgestellt. Sein herausfordernder Ruf soll uns zur Besinnung anregen: „Bereitet den Herrn den Weg! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden!“ (Lk 3,1-6).

Dies müssen wir auf unser Leben anwenden.

„Bereitet den Herrn den Weg“: Die persönliche Beziehung zu Gott ist wichtig.

„Jede Schlucht soll aufgefüllt“:  Die Abgründe des Lebens, Fehler, Schwächen, Sünden müssen wir beseitigen, mit neuen Werten auffüllen.

„Berge sollen sich senken“: Es sind die Sorgen des Alltags.

„Was krumm ist, soll gerade werden!“ Die sündhaften Gewohnheiten sollen wir der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen.

Dies gilt für die Gesamtheit der Kirche. Papst Franziskus hat dafür einen weltweiten Gesprächsprozess angestoßen. Mit dem Begriff „synodale Kirche“ lädt er alle Getauften ein, in den kommenden zwei Jahren über die Kirche nachzudenken. Es soll ein gemeinsames Hören auf den Geist Gottes sein.

In unseren Kirchen liegen dazu Fragebögen auf, um dazu Erfahrungen mitzuteilen, positive und kritische und zwar im Blick auf die Weltkirche, Diözese und Pfarre. – Bringen wir uns ein als verantwortungsvolle Christen.

 

Beten wir das „Synodengebet“:

Wir stehen vor dir, Heiliger Geist, in deinem Namen versammelt. Du, unser wahrer Ratgeber: komm zu uns, steh uns bei, kehre ein in unsere Herzen.

Lehre uns, wohin wir gehen sollen; zeige uns, wie wir das Zeil erreichen können. Bewahre uns davor, als schwache und sündige Menschen die Orientierung zu verlieren.

Lass nicht zu, dass Unwissenheit uns auf falsche Wege führt. Gib uns die Gabe der Unterscheidung, dass wir unser Handeln nicht von Vorurteilen und falschen Rücksichten leiten lassen. Führe uns in dir zur Einheit, damit wir nicht vom Weg der Wahrheit und der Gerechtigkeit abkommen, sondern auf unserer Pilgerschaft dem ewigen Leben entgegenstreben.

Das erbitten wir von Dir, der du zu allen Zeiten und an allen Orten wirkst, in der Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

Mit adventlichen Grüßen, Pfr. Norbert Burmettler 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Der 1. Adventsonntag ist eine gute Möglichkeit innezuhalten. Wir sind herausgefordert durch die Coronapandemie und deren Auswirkungen.  Wir brauchen eine Zukunftsperspektive. Die vorweihnachtliche Botschaft soll uns Licht und Zuversicht vermitteln. Diese Erzählung von den vier brennenden Kerzen könnte uns zum Nachdenken anregen:

 

Es war still. Da hörte man, wie die Kerzen zu reden begannen.

Die erste Kerze seufzte und sagte: Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht. Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: Ich heiße Glauben, aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es keinen Sinn mehr, dass ich brenne. Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.

Leise und traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort. Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich auf die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie liebhaben sollen. Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind. Es schaute die Kerzen an und sagte: Aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein! Und es fing an zu weinen.

Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: Hab nur keine Angst! Solange ich brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung! - Mit dem Streichholz nahm das Kind das Licht von dieser Kerze und zündetet die anderen Kerzen an.“

Ich wünsche Ihnen eine gute innerliche Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Festtage. Vertrauen wir auf die christliche Botschaft die Hoffnung bringt auch in schwierigen Verhältnissen.

 

Pfr. Norbert Burmettler  

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 7. November werden uns zwei Frauen vorgestellt. In der Lesung (1 Kön 17,10-16) eine Witwe von Sarepta, die ihr letztes Essen verzerrt und im Evangelium (Mk 12,38-44) eine arme Witwe, die ihr letztes Geld im Tempel opfert.

Beide stehen vor dem Nichts. Sie machen keine Vorwürfe gegen jemand, sie haben keine Aggressionen und machen sich keine Selbstvorwürfe.

Woher nehmen sie ihre innerliche Stärke, ihre Ergebenheit, ihre Situation anzunehmen?

Die Antwort ist ihr Glaube. Die eine geht in den Tempel. Sie erlebt die Anwesenheit Gottes. Dort findet sie Trost. Die Witwe von Sarepta vertraut auf den Propheten, letztlich auf die göttliche Botschaft.

In unserem persönlichen Leben sollten wir es ähnlich machen. Wenn wir Trost brauchen, die Nähe Gottes suchen, in das Gotteshaus gehen, das persönliche Leben Gott übergeben, ähnlich wie es die Witwen getan haben. Sie vertrauten auf die Vorsehung Gottes. Ihr Glaube sagte ihnen, dass er sie nicht zugrunde gehen lassen wird.

Haben auch wir diesen Glauben, dass Gott in scheinbar ausweglosen Situationen helfen kann?

In der Bibel steht, dass bei Gott nichts unmöglich ist. Die Beispiele der Heiligen haben das verdeutlicht. Die hl. Monika hat jahrelang unter Tränen für ihren Sohn Augustinus gebetet, der auf Abwegen geraten ist. Ihr Gebet wurde erhört. Augustinus wurde sogar ein großer Kirchenlehrer.

Im Alten Testament wird berichtet, dass dem rechtschaffenen Ijob alles genommen wurde. Er gab trotzdem nicht auf. Letztlich wurde ihm dann alles wiedergeschenkt.

Bei der Entstehung kirchlicher Orden gab es immer anfangs äußerst große Schwierigkeiten. Doch weil es ein Impuls Gottes war und die Gründer auf die Vorsehung Gottes vertraut haben, haben sich diese Gemeinschaften in geläuterter Form dann gebildet.

 

Wünschen wir einander und beten wir, dass auch wir in jeder Lebenslage auf Gott unsere Hoffnung setzen. Er wird uns nicht im Stich lassen.

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Der November ist ein besinnlicher Monat. Zu Allerseelen bzw. Allerheiligen gedenken wir der Verstorbenen. Man zündet am Grab eine Kerze an mit einem stillen Gedenken, man betet in der Kirche und feiert den Gottesdienst.

Man denkt nach über den Sinn des Lebens. Was ist nach dem Tod? Wie ist das mit der Auferstehung? Die Verheißungen von Jesus sind wichtig: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, „Wer an mich glaubt, wird ewig leben“ und „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“.

Was zählt bei Gott, damit wir dieses ewige Ziel erreichen können? Im Evangelium vom Sonntag, 31. Oktober (Mk 12,28-34) ist die wichtige Zusammenfassung: Bei Gott zählt vor allem der Glaube und die Liebe!    

Für uns Christen hat die Liebe zwei Dimension, den Blick auf Gott und zu den Mitmenschen. Wir sehen die Liebe als Auftrag Gottes. „Liebet einander wie ich euch geliebt habe“, spricht Christus.

Das Wort „wie“ ist dabei entscheidend. In der Liebe sollen wir Christus ähnlich werden. Bei unseren Taten der Liebe weisen wir gleichzeitig auf Christus hin.

Sein Wesen ist Liebe! Aus Liebe ist Gott in Jesus Christus Mensch geworden. Aus Liebe hat sich Christus der Armen angenommen. Aus Liebe ist er am Kreuz gestorben und auferstanden. Aus Liebe hat er uns den Hl. Geist gesandt, damit wir Kraft zur Liebe haben. Seine Liebe ging bis zum Äußersten.

Darum sollte auch unsere Liebe und unser Glaube möglichst intensiv sein, nicht irgendwie, nicht ein bisschen oder nur um gut dazustehen.

Der Auftrag des Herrn lautet: glauben und lieben mit dem Herzen, mit ganzer Seele, mit dem Innersten unseres Herzens!

Versuchen wir Gott immer besser kennenzulernen!

 

Unsere Mitmenschen sollen wir sie trotz ihrer Fehler und Kanten als Geschöpfe Gottes sehen. In jedem Menschen steckt ein guter Kern.

Liebe und Glaube sind wertvolle Schätze, die wir sammeln können.                    

 

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesem Sinne reich werden, reich werden im Glauben und in der Liebe.                                              

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

„Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Diese wichtige Frage stellt ein reicher Mann an Jesus heute (10. Oktober) im Sonntagsevangelium (Mk 10,17-39). Darüber sollten auch wir nachdenken. Denn das Ziel des Lebens ist letztlich das ewige Leben bei Gott. Hier auf Erden müssen wir unser Leben so einrichten, dass wir Gott wohlgefällig leben.

Im Evangelium gibt Jesus konkrete Anweisungen, die auch für uns gelten. Er erwähnt die zehn Gebote. Sie sind Grundlage christlicher Lebensgestaltung.

Die ersten drei Gebote fordern die Anerkennung und Verehrung des allmächtigen Gottes. Vom vierten bis zehnten Gebot geht es um die rechte Beziehung zu den Mitmenschen.

Die Einhaltung der zehn Gebote soll uns dahin führen, nicht so sehr weltlich zu leben, sondern unser Leben ganz auf Gott auszurichten. Wir dürfen nicht auf menschliche Errungenschaften unsere Hoffnung setzen, sondern auf die Vorsehung und auf den göttlichen Beistand. Vor allem soll nicht der Materialismus unser Leben bestimmen.

Sehr drastisch hat es Jesus dem reichen Mann im Evangelium vor Augen geführt: „Geh, verkaufe alles, was du hast und gib das Geld den Armen, dann wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben!“ (Mk 10,21).

Das hat die Jünger sehr erschreckt. Sie waren darüber bestürzt. Natürlich will Jesus nicht, dass wir alles herschenken und dann mittellos in der Welt leben.

Es ist ein wichtiger Impuls, nachzudenken, wer oder was mein persönliches Leben beherrscht. Ist etwas für mich wichtiger als Gott, z.B. das Geld?

Gott soll die erste Stelle in meinem Leben einnehmen.

Manche haben die Berufung zur Ganzhingabe an Gott, dass sie sogar „Mutter, Vater, Brüder, Haus und Äcker“ verlassen (Mk 10,29). Das machen vor allem die Ordensangehörigen und Priester.

Die hl. Theresia von Avila, die wir am 15. Oktober feiern, sagte als Lehrmeisterin des Weges zur Vollkommenheit: „Wer Gott hat, dem fehlt nichts“.

 

Ich wünsche ihnen, dass Jesus der Lenker Ihres Lebens ist! 

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland! 

Oktober ist der Rosenkranzmonat.

Die Frage drängt sich auf: Was versteht man unter „beten“? - Beten ist die innere Zuwendung des Menschen zu Gott. Es ist mehr als reines Nachdenken oder Reden über Gott. Das Wort „über“ muss mit dem Wort „mit“ ersetzt werden: mit Gott reden, mit ihm alles besprechen, ihn mit „Du“ anreden. Denn Gott ist keine Sache.

 

Es gibt verschiedene Arten des Betens. Im freien Gebet spricht man den Herrn mit eigenen Worten an. Man vertraut ihm die persönliche Lebenssituation an. Man sagt ihm das, wie es einem zumute ist: Lob, Dank und Bitte.

 

Formulierte Gebete sind für die Gemeinschaft wichtig, ebenso für die Liturgie.

Mit der Bibel beten ist eine wunderbare Form. Man liest zuerst, dann erfolgt das Innehalten. Alles wird mit einem persönlichen Gebet abgeschlossen.

 

Es gibt dann noch eine Gebetsform: der Rosenkranz. Leider wird das Rosenkranzgebet oft als „Herunterratschen“ abgeurteilt. Es ist aber ein betrachtendes und biblisches Beten. Der Inhalt ist das Leben von Jesus Christus und von Maria.

Man betrachtet wichtige Ereignisse der Heilsgeschichte: im freudenreichen Rosenkranz die Menschwerdung Christi, im schmerzhaften steht der leidende Herr im Mittelpunk, der glorreiche Rosenkranz beinhaltet das ewige Ziel.

 

Diese Heilstatsachen sollen wir in Beziehung mit dem persönlichen Leben bringen. Wenn Sie freudig bewegt sind, den freudenreichen Rosenkranz beten! Wenn Probleme und Sorgen Sie belasten, ist der schmerzhaften Rosenkranz angebracht. Der glorreiche Rosenkranz soll ihren Glauben stärken.

 

Im Rosenkranzgebet baut man eine Gebetsatmosphäre auf. Das öftere Wiederholen von „Vaterunser“ und „Gegrüßet seist du Maria“ soll dies bewirken.

Zum Schluss möchte ich noch den lichtreichen Rosenkranz erwähnen. Christus will uns Licht und Orientierung geben für unser Leben.

 

Ich wünsche Ihnen einen gutenZugang zum Rosenkranzgebet.

 

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Diesen Sonntag, 13. Juni feiern wir den Vatertag. Wir bitten um Segen für die Väter, aber auch für Mütter und Kinder. Vater und Mutter sein ist sehr bedeutsam. Die Familie ist eine wichtige Zelle der Gesellschaft. Wenn dieses Zusammenleben gut gedeiht, dann hat das eine große Auswirkung auf die vielfältigen Bereiche des Lebens. Wenn christliche Wertvorstellungen in Ehe und Familie gelebt werden ist das prägend für die Gesellschaft. Bitten wir Gott, dass die Verantwortlichen des Staates dies erkennen und schützen.

Die heranwachsenden Kinder müssen behütet und gefördert werden.

Vom Wachstum ist auch im Sonntagsevangelium (Mk 4,26-34) die Rede. Der Same wird auf den Acker gesät. Er wächst und keimt, dann reift die Frucht.

Wir müssen Gott, den Schöpfer danken, dass er alles gedeihen lässt. Zugleich sind wir Mitarbeiter an der Schöpfung und haben eine große Verantwortung.

Wenn man die Worte Jesu im Evangelium genauer betrachtet, dann geht es nicht nur um das Gedeihen der Natur. Es wird auf das Reich Gottes hingewiesen, das ähnlich wie das Senfkorn klein angefangen hat und später sehr groß wurde. Man denke an Abraham, dem Stammvater des Volkes Israel; an Mose, der das Volk Israel durch die Wüste geführt hat. Das Reich Gottes hat den großen Impuls durch Jesus Christus bekommen, besonders nach seiner Auferstehung. Zu Pfingsten ist die Kirche entstanden. Diese hat sich über alle Kontinente ausgebreitet und das Reich Gottes verkündet.

Als Getaufte gehören wir zum Reich Gottes. Bei der Taufe hat alles klein angefangen. Der Glaube wurde zuerst durch die Eltern grundgelegt und hat Wachstum erlangt auch durch andere Personen aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis, ebenfalls durch den Religionsunterricht.

Bei der Glaubensweitergabe hat die Pfarrgemeinde eine wichtige Aufgabe. Sie soll dazu ein guter Nährboden sein. Überdies müssen wir Glaubenszeugen sein für suchende Menschen. Diese sollen durch uns erfahren, dass der Glaube einen wichtigen Stellenwert im Leben hat.

Die Feier der Gottesdienste hat auch eine wichtige Bedeutung. Wir versammeln uns als Volk Gottes, dadurch wird das Reich Gottes sichtbar. Durch diese Elemente soll die Nächstenliebe im Alltag gedeihen.

Bitten wir Gott, dass Glaube und Liebe in uns wachsen.

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Was heißt „Fronleichnam“? - Es ist ein sehr altes Wort. „Fron“ heißt „Herr“ und „Leichnam“ ist ein Hinweis auf den Leib. Wir verehren den Leib des Herrn. Dabei glauben wir, dass das Brot bei der hl. Messe Jesus ist. Bei der Kommunionspendung wird gesagt: „Der Leib Christi.“

Dies wird verdeutlicht durch das Geschehen vom Letzten Abendmahl, als Jesus gesagt hatte: „Das ist mein Leib – das ist mein Blut!“ Er verwandelte sich in Brot und Wein. Darum glauben wir an die Gegenwart des Herrn in der hl. Eucharistie, wenn wir die hl. Messe, das eucharistische Mahl feiern.

Dabei wird das Kreuzesopfer und die Auferstehung Jesu gegenwärtig gesetzt. Das Tagesgebet lautet: Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du uns ein Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen“. – Wichtig ist, dass wir den gegenwärtigen Herrn verehren: mit dem Herzen, mit einer Kniebeuge, mit einer Anbetung in der Kirche. Ein Gebet lautet: „Gib uns die Gnade, dass wir die hl. Geheimnisse deines Leibes und Blutes so verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.“

Die Mitfeier der hl. Messe ist ein Zeichen unserer Dankbarkeit. „Eucharistie“ heißt: „Danksagungsfeier“. Für Vieles müssen wir dem Herrn danken, für seine große Heilstaten, für seine persönliche Zuwendung.

Dies wollen wir gemeinsam als Volk Gottes tun. Bei jedem Gottesdienst kommt das zum Ausdruck. Der Herr ist die Mitte unserer Gemeinschaft.

Als Volk Gottes sind wir unterwegs. Der Herr begleitet uns. Die Prozession drückt das aus. Bei der Fronleichnamsprozession wurde oft der „Himmel“ über dem Allerheiligsten aufgespannt. „Der Himmel ist auf die Erde gekommen“.

Am Fronleichnamstag wird besonders um den Segen Gottes gebetet: für uns,   um Gedeihen der Früchte der Erde, um Bewahrung vor Katastrophen u.ä.

Gleichzeitig ist es ein öffentliches Bekenntnis zu Gott, zu christlichen Werten, zur christlichen Botschaft, zur Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche.

Es ist ein Fest des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.  Wir werden gestärkt durch Gott, durch das Brot des Lebens - werden wir selber zum Brot für andere!

Pfarrer Norbert Burmettler  

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Es gibt wichtige Lebensfragen: Was ist der Sinn des Lebens? Wer ist der Mensch? Wie kann man das Leben meistern?

Um das zu beantworten, müssen wir uns Gott zuwenden. Wir feiern diesen Sonntag den Dreifaltigkeitssonntag. Wir glauben an einen dreifaltigen Gott. Wie kann man sich dies vorstellen: ein Gott in drei Personen?

„Gott“ kann für Menschen etwas ganz Verschiedenes bedeuten: irgendein  „höheres Wesen“, eine unpersönliche Kraft, in östlichen Religionen als Vielzahl von „Götter“. Alle diese Meinungen geben keine befriedigende Antwort. Der Mensch wäre nur ein Teil der Natur ohne persönliche Zukunft.

So bleibt nur der Eingottglaube als sinnvolle Auffassung.

Drei Religionen verkünden einen einzigen Gott: Judentum, Christentum und  Islam. Der Unterschied bei diesen Religionen ist die Stellung von Jesus Christus. Nur für uns Christen ist er der Sohn Gottes. Er weist hin auf Gott seinen Vater und den Heiligen Geist, die alle wesentlich zusammengehören.

Aus der Bibel wissen wir das. Bei der Taufe Jesu im Jordan ertönt die Stimme des Vaters: „Dies ist mein geliebter Sohn“ und der Geist Gottes schwebt wie eine Taube über Jesus. Ähnliches bei der Verklärung Jesu am Berg Tabor.

Gott hat sich in dreifacher Weise mitgeteilt, als Vater-Schöpfergott, in Jesus Christus als Mensch gewordener Gott und als Heiliger Geist.

Für gläubige Menschen genügt es aber nicht, nur verstandesmäßig an den dreifaltigen Gott zu glauben. Wir brauchen eine Beziehung zu ihm.

Weil Gott unser Vater, unser Schöpfer ist, darum sind wir seine Geschöpfe, seine Kinder, geliebte Söhne und Töchter Gottes. In Blick auf Jesus sind wir erlöste Menschen. Er hat uns aus der sündhaften und sterblichen Welt herausgenommen. Die dritte göttliche Person, der Hl. Geist, wirkt in uns.

Bei den Taufworten wurden wir schon mit dem dreifaltigen Gott in Beziehung gebracht. Der Priester hat gesprochen: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Machen wir darum immer das Kreuzzeichen mit Besinnung und mit Ehrfurcht.  Es erinnert uns an die Größe und an die Liebe Gottes.

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland !

Eine Frage: Was wäre, wenn Pfingsten nicht stattgefunden hätte, wenn der Hl. Geist nicht zu der versammelten Gemeinschaft gekommen wäre? Ich meine, die Welt und die Kirche hätten sich ganz anderes entwickelt.

Der Kirchenlehrer Athenagoras von Athen (2. Jh.) drückt das so aus:

„Ohne den Heiligen Geist ist Gott fern, bleibt Christus in der Vergangenheit, ist das Evangelium ein toter Buchstabe, die Kirche ein bloßer Verein, die Autorität eine Herrschaftsform, die Mission eine Propaganda, die Liturgie eine Beschwörung und das christliche Handeln eine Sklavenmoral.“

Gott sei Dank ist damals Pfingsten passiert. Aber der Hl. Geist wirkte nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart und in der Zukunft.

In der Kirchengeschichte können wir sein Eingreifen erfahren. Viele Männer und Frauen haben sich vom Hl. Geist leiten lassen. Dadurch hat sich die Kirche immer wieder erneuert.

Katharina von Siena brachte die Rückkehr der Päpste von Avignon nach Rom zustande. Franz von Assisi zeigte in seiner einfachen Lebensweise die Gefahren des Reichtums auf. Theresia von Avila betonte das Mystische in der Kirche. Ignatius erfand die „Exerzitien“, um den Alltag zu heiligen. Papst Johannes XXIII. öffnete durch das II. Vatikanische Konzil die „Fenster der Kirche“, damit „frische Luft“ hineinkommt. Johannes Paul I. war der freundlich lächelnde Papst. Kardinal König sprach von der „einladenden Kirche“.

Sehr bezeichnet heißt es dann im zweiten Teil des Gebetes von Athenagoras:

 „Mit dem Hl. Geist erhebt sich der Kosmos, ist der auferstandene Christus da,

ist das Evangelium die Kraft des Lebens, bedeutet die Kirche Gemeinschaft, ist Autorität ein befreiender Dienst, ist Mission ein Pfingsten.“

In der heutigen Zeit ist die Sehnsucht groß, dass der Hl. Geist innerhalb der Kirche durchbrechen soll und das Evangelium in neuer Form zu den Menschen kommt. Setzen wir uns dafür ein! Alle sind dazu berufen zu tun, was der Erneuerung der Kirche und dem Wohl der Menschen dient. Das Konzil sagt: „Das Apostolat der Laien ist Teilnahme an der Heilssendung der Kirche!“

Es soll auf der Basis der Liebe passieren, durch die Wirkkraft des Hl. Geistes. Ohne den Hl. Geist geht es nicht, mit ihm kann sich alles zum Guten wenden.

 

Pfarrer Norbert Burmettler  

 

 

 

Liebe Brüder und Schwestern vom Pfarrverband Ötscherland !

In ca. 9 Tagen feiern wir Pfingsten. Wir sollen um den Hl. Geistes beten (Pfingstnovene). Hier einige Impulse für den jeweiligen Tag:

Freitag, 14. Mai: Gott, du leitest und behütest uns durch deinen Geist. Erweise an uns deine Barmherzigkeit und erhöre unsere Gebete, damit wir durch deine Gnadengaben unser Glaube erstarke; und Röm 8,14-17

Samstag, 15. Mai: Gott, du hast die vielen Völker im Bekenntnis deines Namens geeint. Gib, dass alle, die aus dem Wasser der Taufe wiedergeboren sind, eins werden im Glauben und in Werken der Liebe; und Kol 3,9a-17

Sonntag, 16. Mai: Gott, bewahre dem Volk der Erlösten deine Liebe und Treue. Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet, sein Geist, der von dir ausgeht, führe uns auf den rechten Weg; und Apg 2,1-11

Montag, 17. Mai: Gott, du heiligst deine Kirche in jedem Volk und jedem Land. Gieße die Gaben deines Geistes aus über die ganze Erde. Und was deine Gnade bewirkt hat, als die Frohe Botschaft ihren Anfang nahm, das wirke sie jetzt in den Herzen aller Gläubigen; und 1 Kor 12,3a-13

Dienstag, 18. Mai: Gott, du hast das österliche Geheimnis im Geschehen des Pfingsttages vollendet und Menschen aus allen Völkern das Heil geoffenbart. Vereine im Heiligen Geist die Menschen aller Sprachen und Nationen zum Bekenntnis deines Namens; und Röm 8,22-27

Mittwoch, 19. Mai: Gott, der Heilige Geist, der von dir ausgeht, erleuchte unser Herz und unseren Sinn. Er führe uns in die volle Wahrheit ein, wie dein Sohn verheißen hat; und Joh 10,9-15

Donnerstag, 20. Mai: Gott, sende den Heiligen Geist auf uns herab. Er wohne in uns und mache uns zum Tempel seiner Herrlichkeit; und Jes 61,1-3a

Freitag, 21. Mai: Gott, sende uns den Heiligen Geist und entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe, damit wir suchen, was dir gefällt, und wir dich und die Mitmenschen aufrichtig lieben; und Eph 1,15-19a

Samstag, 22. Mai: Gott, du hast die Herzen deiner Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir durch ihn erkennen, was recht ist, und seinen Trost und seine Hilfe erfahren; und 1 Petr 4,8-11

 

Pfarrer Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland !

Am heutigen Sonntag, 9. Mai feiern wir den Muttertag. Die Mütter stehen im Mittelpunkt. Mutter und auch Vater zu sein ist eine besondere Lebensform, vom christlichen Glauben her gesehen eine Berufung. Die Familie ist eine wichtige Zelle der Gesellschaft. Als Christen wollen wir diese Lebensform wertschätzen und unterstützen.

Das Sakrament der Ehe ist dabei ein Zeichen der göttlichen Zuneigung. Der Bund der Gatten wird besonders dadurch gestärkt. Diese Hingabe an Gott bringt Segen und Kraft für den Alltag.

Natürlich gibt es so manche Schwierigkeiten. All jene, die in Ehe oder Familie Probleme haben gilt unsere Zuwendung und unser Verständnis.

Der Monat Mai ist der Marienmonat. Maria ist unsere geistliche Mutter. Ihr Leben ist uns ein Vorbild, das es zu betrachten gilt, z.B. durch das Beten des Rosenkranzes. Vertrauen wir auf ihre mütterliche Fürsorge!

Von Montag bis Mittwoch sind die Bitttage. Wir beten um Segen für die Landwirtschaft und um Schutz vor Unwetter und Katastrophen und im Bewahrung der Schöpfung. Diesen Segen brauchen wir alle.

Am Festtag Christi Himmelfahrt denken wir an die Herrlichkeit des Himmels, in die unser Herr Jesus Christus zurückgekehrt ist. Aber hier auf Erden sollen wir schon ein „Stück Himmel“ verwirklichen. Besonders durch die Liebe soll das geschehen.

Eine besondere Stärkung geschieht durch den Hl. Geist. Um die Gaben des Hl. Geistes bitten wir von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten. Beten wir besonders für die Firmlinge, dass sie sich in ihrem Leben vom Hl. Geist führen lassen.

Beten wir auch für das Anliegen der Geistlichen Berufungen, dass jene Menschen den Ruf zum Priester- und Ordensberuf erkennen, die von Gott dazu erwählt werden. Neupriester P. Alois Köberl vom Stift Melk wird am Samstag, 15. Mai um 19.00 Uhr in Lunz und am Sonntag, 16. Mai um 9.00 Uhr die hl. Messe in Gaming feiern und den Primizsegen spenden. Ich lade dazu ein.

Leben wir die Fülle der Maitage, lassen wir uns von Gott führen auf die Fürsprache von Maria. Das soll uns Frieden und Freude bringen!

 

Pfarrer Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland !

Wie kann das Leben gelingen? Wie können wir als Christen sinnvoll leben?

Wo holen wir uns die Kraft, als gläubige Menschen bestehen zu können?

Zum Gelingen des Lebens gibt es drei wichtige Aspekte: eigene Fähigkeiten, Unterstützung von anderen und vor allem die Hilfe durch Gott. Seine Wegweisung ist in der Hl. Schrift grundgelegt.

Das Weinstockgleichnis (Johannes 15, 1-8) vom Evangelium von Sonntag, 2. Mai ist dazu ein wichtiger Impuls. Christus ist der Weinstock, wir die Reben. Wir werden Frucht bringen, das Leben meistern, wenn wir eine innige  Verbindung mit ihm haben. Ansonsten ist das Leben öde, leer, unerfüllt.

Wie kann man die Verbindung zu Christus aufbauen?

Es fängt mit dem Gebet an. Beten heißt: Ich rede mit ihm. Ich bin offen für seine Impulse, ich lasse mich von ihm durchströmen.

Vergleich: In jeder Pflanze, auch im Weinstock fließt Chlorophyll, ein Art Lebenssaft. Das Gebet ist so etwas Lebensnotwendiges: das freie Gebet, Beten mit der Hl. Schrift oder der Rosenkranz. Im Marienmonat bietet sich dieses Gebet besonders an: man betrachtet das Leben Jesu und von Maria. Freund und Leid unseres Lebens können wir damit in Verbindung bringen.

Vor allem müssen wir mit dem Herzen beten. Es kommt auf das Wie an und auf die Regelmäßigkeit. Es ist eine geistliche Nahrungsaufnahme. In der Beichte soll man sich reinigen lassen. Der Hinweis im Weinstockgleichnis:            „Jede Rebe reinigt er, damit sie mehr Frucht bringen kann.“

Das Früchtebringen ist das Ziel vom Weinstockgleichnis. Wir sollen gute Früchte hervorbringen, vor allem die Liebe. Sie beinhaltet: Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld, Vergebung, Treue, Selbstbeherrschung.

Die Heiligen sind Beispiele dafür. Maria hat die größte Frucht gebracht – Jesus. Im Vaterunser heißt es: „gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus“.

Besonders im Marienmonat Mai wollen wir sie um Fürbitte anrufen, damit unser Leben die nötigen Früchte bringen kann.

Bitten wir sie, dass wir mit Christus dem Weinstock in guter Verbindung zu sein und Früchte bringen, die von Liebe und Glauben geprägt sind.

 

Pfarrer Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland ! 

Die meisten von uns werden erfahren haben, dass Dechant Karl Hasengst verstorben ist. Er war ein begeisterter Seelsorger. Er wirkte in vielen Pfarren der Diözese als guter Hirte. Als Pfarrer von Scheibbs und als Dechant vom Pfarrverband wird er uns in guter und ehrenvoller Erinnerung bleiben.

Auch bei mir und bei vielen anderen hat sein Tod großen Schmerz ausgelöst. 1973 sind wir zum Priester geweiht worden. Der Glaube an die Auferstehung bedeutet für uns Trost. Das Begräbnis ist am Dienstag, 27. April (14 Uhr - Friedhofhalle,15 Uhr-Requiem in der Kirche). Durch Corona-Maßnahmen können nur Geladene teilnehmen. Über Livestream You-Tube kann man es mitverfolgen. Webseite der Pfarre Scheibbs: http://www.pfarre-scheibbs.at

Pfr. Karl Hasengst war auch Spiritual im Priesterseminar St. Pölten.

Wenn wir diesen Sonntag, 25. April den Weltgebetstag für geistliche Berufe feiern, so ist dies ein Anlass, über den Priesterberuf nachzudenken.

Priestersein ist kein allgemeiner Beruf, sondern eine Berufung. Der Ursprung liegt in einem göttlichen Ruf. Es ist von großer Bedeutung, um geistliche Berufungen zu beten, dass Gott vielen Menschen diesen Ruf ins Herz legt und diese die Kraft und den Mut haben, „Ja“ zu sagen.

Ein Priester ist kein kirchlicher Manager. Seine Berufung beinhaltet das Wort Gottes zu verkünden, Sakramente zu spenden und als Hirtesich um das Wohl der Gläubigen zu kümmern: Lehramt, Priesteramt, Hirtenamt. In besonderer Weise ist der Priester beauftragt zur Feier der hl. Messe. Er hat dabei den Vorsitz und handelt im Namen Jesu, er repräsentiert Christus. 

Am heutigen Weltgebetstag sei auch auf die Orden hingewiesen. Ihren Lebensstil von Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam leben sie um Gott zuverherrlichen, das gemeinsame Leben zu pflegen und sich für das Wohl derMenschen einzusetzen. Die Klöster hatten immer schon eine große Bedeutung für die Ausbreitung des Glaubens und auch für die Kultur unseres Landes. 

Nicht nur Bischöfe, Priester, Diakone und Ordensleute sollen geistlich leben, sondern jeder Christ, besonders die engagierten Laien. Durch Stress besteht die Gefahr, dass das geistliche Leben zu kurz kommt.

Versuchen wir alle, im Alltag geistlich zu leben. Danken wir, dass Jesus unser gute Hirte ist wie es im Sonntagsevangelium steht (Johannes 10,11-18).

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband „Ötscherland“ !

Ähnlich wie am vorigen Sonntag wird auch am heutigen Sonntag, 18. April die Erscheinung Jesu bei den Aposteln geschildert (Lk 24,35-48). Jesus macht Mut den furchtsamen Aposteln.

Dabei spricht ihnen der Auferstandene den Frieden zu: „Der Friede sei mit euch!“  Der Friede ist ein kostbares Gut. Was bedeutet eigentlich „Friede“?

Für manche bedeutet er Waffenstillstand. Viele gehen Konfrontationen aus dem Weg „um des lieben Friedens willens“. Das bringt aber keinen Frieden.

Was heißt „Friede“ in gläubiger Sicht? Im Alten Testament steht das bezeichnende Wort „schalom“. Man kann es mit „Wohlbefinden“ übersetzen, sich glücklich fühlen. Man drückt es aus mit: „Ich wünsche dir alles Gute!“         

Durch menschliche Gesetze allein kann man diesen Glückszustand nicht erreichen. Friede muss auf Gott gründen. Allein die göttliche Botschaft kann den wahren und echten Frieden bringen. Alles andere ist Stückwerk.

Dabei geht es um die Person Jesu Christi. Durch seine Menschwerdung kam Friede in die Welt. Die Engel sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seiner Gnade“, d.h. die mit ihm in Verbindung stehen.

Jesus hat den Menschen Sündenvergeben, ihnen innerlichen Frieden gebracht. Sein Kreuzestod hat gezeigt, nicht Gewalt bringt Frieden, sondern Hingabe, Verzeihen, Opferbereitschaft, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen.

Bei seinem Erscheinen hat der Auferstandene die Apostel zu Boten seines Friedens gemacht. Auch wir müssen Glaubenszeugen sein und den Frieden des Herrn in die Welt hineintragen. Beten wir auch für die Firmlinge, dass sie durch den Hl. Geistes mutige Glaubenszeugen werden.

Für uns alle gilt das Gebet von Franziskus:

„Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist; dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.                            

Das wünscht Ihnen allen Pfr. Norbert Burmettler                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland ! 

Am heutigen 2. Ostersonntag, 11. April berichtet das Sonntagsevangelium (Joh 20, 19-31) vom zweifelnden Apostel Thomas. Er hat viele Wunder von Jesus erlebt. Doch es fällt ihm schwer, an die Auferstehung Jesu zu glauben. Jesus maßregelt ihn voll Liebe. Er bietet ihm seine Hände und sein Herz dar. Thomas soll seine Hände in die Hände des Herrn legen und gleichsam in sein geöffnetes Herz. Die Liebe Jesu soll in sein Herz einströmen. Auf diese göttliche Liebe haben immer wieder Heilige hingewiesen. Die hl. Theresia von Lisieux, die „kleine Theresia“, sagte einmal: „Meine Berufung ist die Liebe!“ In kleinen Schritten hat sie versucht, diese Liebe zu leben. Bekannt sind auch die Visionen der polnischen Schwester Faustine, die von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000 heiliggesprochen wurde. Sie sah das geöffnete Herz Jesu, von dem Gnadenströme ausgehen. Die Barmherzigkeit Gottes will die Menschen erreichen. Dazu braucht man ein offenes Herz, um das Erbarmen des Herrn zu erfahren. Darum heißt auch der heutige Sonntag: „Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit“.  

Als Jesus den Aposteln erschienen ist, hat er ihnen gnadenvolle Geschenke gegeben, z. B. seinen Frieden. Er hat die Apostel beauftragt, diesen Frieden den Menschen zu bringen. Dabei pflanzte er ihnen durch Einhauchen den Hl. Geist in ihr Herz. Es war für sie ein persönliches Pfingsten. Dazu gab er ihnen noch die Vollmacht zur Sündenvergebung. Im Sakrament der Buße, durch die Beichte werden wir gereinigt. Schon bei der Taufe wurden wir aus der Sündenverflochtenheit herausgenommen. Das weiße Taufkleid ist ein Zeichen des neuen Lebens. Die Worte bei der Taufe bezeichnen dies: „Empfange das Kleid als Zeichen dafür, dass du in der Taufe neu geschaffen worden bist und wie die Schrift sagt, Christus angezogen hast!“ 

Darum heißt dieser Sonntag auch „Weißer Sonntag“, weil damals die neugetauften Erwachsene mit weißen Kleidern zum Gottesdienst gekommen sind. Die weißen Kleider der Erstkommunionkinder sind ebenfalls ein Hinweis auf das Taufkleid, auf das Leben mit Christus.

  

Ich wünsche Ihnen eine segensreiche österliche Zeit!   Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Lieber Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Was ist das gewaltigste Wunder auf Erden? Was ist das Hoffnungsvollste, was unserem Leben Sinn verleiht, Licht in den Dunkelheiten des Lebens?

Die Antwort feiern wir zu Ostern: die Auferstehung Christi von den Toten. Er verheißt uns ewiges Leben, den Sieg über Sünde und Tod. 

Schon das logische Denken sagt uns: es muss ein Leben nach dem Tode geben. Denn sonst wäre alles sinnlos. Die biblischen Aussagen sind die hoffnungsvollsten. Das zeigen die Lesungen der Osternacht: 

Im Buch Genesis (Gen 1,1-2.2) wird der Mensch als Abbild Gottes geschildert.  

Im Buch Exodus (Ex 14,15-15,1:) Mose zieht mit dem Volk Israel auf trockenem Boden durch das Meer. Die Verfolger können dem Volk nichts anhaben.

Das gilt in ähnlicher Weise für uns als Kirche. Wir sind gemeinsam unterwegs sind. Der auferstandene Herr ist geheimnisvoll unter uns.

Er will der Lenker unseres Lebens sein. Darum gibt es in der Osternacht die Erneuerung des Taufversprechens als persönliches Bekenntnis des Glaubens. Die Römerbrieflesung (Röm 6,3-11) weist auf die Bedeutung der Taufe hin. 

Faszinierend sind die Auferstehungsberichte. Das Markusevangelium (Mk 16,1-7) schildert, wie die Frauen am Ostermorgen zum Grab kommen. Zuerst ihre bange Frage, wer den Stein vom Grab wegwälzen wird. Dann die wunderbare Nachricht durch die Engel, dass der Herr auferstanden ist. 

Auf unser Leben bezogen heißt das: Geben wir unsere Sorgen, unseren „Stein des Lebens“ in die Obhut Gottes. Er soll das „Grab unseres Lebens“ entleeren.

Auch uns gilt die Verheißung der österlichen Botschaft: „Fürchtet euch nicht!“ 

In der Zeit der Coronapandemie stellen wir uns oftmals die berechtigte Frage:  Wie wird alles weitergehen? Nichtchristliche Ideologien gewinnen scheinbar die Oberhand, eine starke Säkularisierung ist erfahrbar. Als Kirche werden wir mit starken Herausforderungen konfrontiert. - Trotz allem: Jesus sagt: „Ich bin bei euch, alle Tage bis zur Vollendung der Welt!“

 

In diesem Sinne mein Osterwunsch an Sie: Der auferstandene Herr vertreibe alles Dunkel aus Ihrem Herzen, er erfülle Ihr Leben mit neuer Glaubensfreude.

Pfarrer Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland! 

Freuen Sie sich auf Ostern? Die äußeren Aktivitäten sind nicht der Mittelpunkt der Karwoche. Man muss in gläubiger Weise diese Zeit gestalten. 

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Wir feiern den großartigen Einzug Jesu in Jerusalem. Menschen jubelten ihm zu, die Pharisäer lehnten ihn ab.Eigentlich muss jeder Mensch hinsichtlich Jesus Stellung beziehen:

Wie steht es mit meinem Glauben an Jesus? Welche Gottesvorstellung habe ich? Entspricht sie dem biblischen Gottesbild, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der gekommen ist, die Welt von Sünde und Schuld zu erlösen? 

Es besteht die große Versuchung, sich Gott unpersönlich vorzustellen als „Energie“. Das findet man in esoterischen Kreisen. Gott wird als Person ausgeklammert. Wir Christen freuen uns, einen persönlichen Gott zu haben, der über der Natur steht. Mit ihm können wir reden, ihm alle Sorgen anvertrauen. Eine unpersönliche Kraft ergibt keinen Sinn für das Leben. 

Den Höhepunkt der Zuwendung Gottes an die Menschheit feiern wir in der Karwoche. Die Berichte vom Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern, die wir bei den Gottesdiensten hören, bilden die Grundlage unseres Glaubens und beinhalten zugleich den Sinn und das Ziel unseres Daseins. 

Gründonnerstag: Jesus feiert das Letzte Abendmahl. In göttlicher Weise ist er in den Gaben von Brot und Wein gegenwärtig. Darum ist die hl. Messe ein wunderbares Ereignis. Auch hat der Herr die Fußwaschung an den Aposteln als Beispiel der Nächstenliebe vollzogen. 

Karfreitag: Wir verehren Jesus als Gekreuzigten. Er nimmt die Not und auch die Schuld der Welt auf sich. Er solidarisiert sich mit den Leidenden. 

Ostern nicht das gutgemeinte „Osterhasenfest“, sondern der Höhepunkt allen Geschehens: wir feiern den Sieg über Tod und Sünde. Die verheißungsvollen Worten Jesu gelten für jeden von uns: „Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er gestorben ist!“ 

 

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine besinnliche Karwoche und ein froh machendes Osterfest.  

                                                 

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Im Evangelium (Joh 12,20-33) vom 5. Fastensonntag, 21. März wird auf den Kreuzestod Jesu hingewiesen, ebenfalls auf seine folgende Auferstehung. Dabei verwendet der Herr das Gleichnis vom Weizenkorn: „Wenn das Weizenkorn stirbt (in die Erde gelegt wird), bringt es reiche Frucht.“

Im Lauf der Geschichte sind viele Christen wegen ihres Glaubens als Martyrer gestorben. Ihr blutiges Sterben aber hat Frucht gebracht. Dadurch sind viele zum Glauben gekommen.

Der heutige Sonntag ist der Gebetstag für die verfolgten Christen. 200 Millionen Christen werden von Anhänger anderer Religionen oder totalitären Regimen verfolgt. Tendenz steigend. Das Recht auf Religionsfreiheit wird in vielen Ländern missachtet: Nordkorea, Saudi-Arabien, Irak, Iran, Pakistan, Eritrea, Sudan, Nigeria, Ägypten, Indien Laos, Vietnam, China und Türkei.

In China werden z.B. Kreuze von den Kirchendächern entfernt, Kirchen  geschlossen, Kinder dürfen keinen Gottesdienst besuchen. In Eritrea sind viele Christen in Gefängnissen. In Nigeria werden christliche Mädchen aus Schulen entführt.

Dieses weltweite Unrecht darf nicht verschwiegen werden. Die christliche Vereinigung „Christen in Not“, abgekürzt „CSI“, weist konkret auf die Länder und deren Verantwortlichen hin. CSI gibt Kontaktadressen bekannt, damit man die betreffenden Machthaber bitten kann, Unschuldige freizulassen. Diese Postkartenaktionen haben schon manchen Erfolg gebracht. Berichte davon gibt es in der Zeitschrift „CSI“ – verfolgte Christen“. www.csio.at

CSI unterstützt Familien von Blasphemieopfern in Pakistan, hilft verfolgten Christen im Irak; betreut Waisenkinder in Syrien und Nigeria, deren Eltern ermordet wurden. Außerdem setzt sich CSI ein für das friedliche Zusammenleben von Christen, Muslime und Hindus: Aufbau von Schulen in Ghana und Pakistan für christliche, muslimische und hinduistische Schüler.

Beten wir für die Menschen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Beten wir um eine Welt, in der die Freiheit des Glaubens von den Verantwortlichen der Staaten respektiert wird.    

 

Mit besinnlichen Grüßen Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Im Evangelium (Joh 3,14-21) vom 4. Fastensonntag, 14. März wird in verschlüsselter Form auf dem Kreuzestod Jesu hingewiesen: Mose hat die Schlange in der Wüste erhöht. Gott hat seinen eigenen Sohn dahingegeben.Das Kreuz das wichtigste und markanteste Symbol des Christentums.

Das Sterben Jesu am Kreuz ist der größte Liebesbeweis Gottes für die Menschheit. Wenn wir das Kreuzzeichen machen, haben wir Anschluss an der Liebe Gottes. Diese Liebe sollen wir den Mitmenschen weitergeben. Machen Sie Ihrem Ehepartner und ihren Kindern ein Kreuzzeichen auf die Stirn!

In den Sakramenten sind wir in die Erlöserliebe Jesu hineingenommen. Bei der hl. Messe werden Tod und Auferstehung des Herrn gegenwärtig.

Im Sakrament der Buße erlangt man die Vergebung der Sünden. Dabei macht der Priester ein Kreuzzeichen über den Bekennenden.

In der Taufe zeichnen der Taufpriester und die Angehörigen das Segenszeichen des Kreuzes auf die Stirn des Kindes.

Das Kreuz ist auch ein Zeichen des Schmerzes. „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ hat Jesus geschrien. Auch wir sollen unsere Verzweiflung dem Herrn anvertrauen, die Dunkelheiten des persönlichen Lebens.

Das Kreuz ist eine Herausforderung. Manche wollen das Kreuz aus den Schulen verbannen. In nichtchristlichen Ländern ist es verboten, dieses christliche Symbol öffentlich zu tragen. Man kann dafür eingesperrt werden.

Haben wir den Mut, unseren Glauben zu bekennen! Tragen wir ein kleines Kreuz um den Hals. Machen wir beim Essen ein Kreuzeichen, hängen wir das Kreuz an zentraler Stelle in unserer Wohnung auf, lassen wir die Gegenstände des täglichen Bedarfs mit dem Kreuzzeichen des Priesters segnen.

Der Segen Gottes soll Sie den ganzen Tag begleiten. Machen Sie darum beim Aufstehen schon ein Kreuzzeichen und beschließen Sie den Tag auch damit. Sie werden die Erfahrung machen, dass der Tagesablauf von der Liebe und von der Vorsehung Gottes getragen wird.

 

Ich wünsche ich Ihnen eine segensreiche Fastenzeit. 

Pfarrer Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am 2. Fastensonntag, 28. Februar wird uns im Evangelium (Mk 9,2-10) das interessante Ereignis der Verklärung Jesu geschildert. Jesus geht mit drei Apostel auf den Berg Tabor. Dort erleben sie eine himmlische Atmosphäre: Jesus in göttlicher Gestalt, die Stimme von Gott Vater, Elija und Mose erscheinen.

Frage: Haben Sie schon einmal ein freudiges außerordentliches „Tabor-Erlebnis“ gehabt: ein Ereignis in Ihrer Familie, mit dem Ehegatten, mit den Kindern, in der Kinderzeit und Jugendzeit, im Beruf, in der Natur?

Wann haben Sie vielleicht durch das Wirken Gottes ein besonderes Erlebnis gehabt, wo Sie gesagt haben: „Da hat mir Gott geholfen!“      

Wichtig ist, dass man sich Gedanken macht, wo kann ich Gott innerlich begegnen. Möglichkeiten sind dazu das Gebet oder eine Anbetung in der Kirche vor dem Tabernakel. Intensive Begegnungen können sein Wallfahrten oder eine ehrliche Beichte.

Glauben wir daran, dass uns der Herr auch im Alltag des Lebens nahe ist. Ein Gebet über die Zusage Gottes lautet:

„Ich bin da in der Helle und im Dunkel deines Tages, in deinen guten Erlebnissen und in deinen Enttäuschungen.

Ich bin da in der Fülle deiner Aufgaben und Arbeiten, in der Leere deines Herzens, in deinem Gelingen und in deinem Scheitern.

Ich bin da in der Freude deines Erfolges, im Schmerz deines Versagens, im Segen deines Helfens und im Elend deiner Ohnmacht.

Ich bin da in der Weite deiner Pläne und Träume, in der Enge deines Alltags, in deiner grenzenlosen Sehnsucht nach Frieden und in den Grenzen deiner Kraft und Zeit.

Ich bin da im Dunkel deiner Vergangenheit, in deiner ungewissen Zukunft, in deinem heutigen Müdesein und im Hoffen auf morgen.“

 

 

Ich wünsche Ihnen die Nähe des Herrn! Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Im Evangelium vom 1. Fastensonntag wird auf die Versuchung Jesu hingewiesen (Mk 1,12-15). Er wird vierzig Tage in der Wüste vom Satan in Versuchung geführt. Doch Jesus ist Sieger geblieben.

Auch in der heutigen Zeit gibt es Verführungen, die sich negativ auf die gesamte Welt, auf die Kirche und auf das persönliche Leben auswirken. Über solche Plagen unserer Zeit verfasste P. Paul Weismantel folgendes Gebet:

„Von der Verschwendung und Verblendung, Selbstsucht und Ichsucht befreie uns, o Herr!                                                                             Von Gewalt und Terror, Kleinkrieg und Streit erlöse uns, o Herr!       Von Geiz und Gier, Hass und Neid errette uns, o Herr!                        Von Willkür und Kälte, Arroganz und Ignoranz entbinde uns, o Herr! Von Irrtum und Wahn, Lüge und Betrug verschone uns, o Herr!          Vor Überdruss und Ekel, Schwermut und Leere bewahre uns o Herr!“

Papst Franziskus versendet jeden Tag in der Fastenzeit einen geistlichen Impuls. Anmeldung unter: 0664/660 66 51. Seine Gedanken wollen  ermutigen, in rechter Weise die Fastenzeit zu leben. Am 18. Februar war sein Impuls:

Fasten bedeutet, auf unnötige, vergängliche Dinge, auf Überflüssiges verzichten zu können, um zum Wesentlichen zu gelangen. Fasten heißt, die Schönheit eines einfacheren Lebens zu suchen.“

Auch der Fastenhirtenbrief unseres Bischof Alois Schwarz will uns Mut machen in der heutigen Zeit als Christ zu leben.E r schreibt u.a.:

„Fastenzeit bedeutet: Leben aus der Fülle. Lassen Sie sich ein auf ein Fasten der negativen und lebensverhindernden Gedanken. Es geht darum, die lebensspendenden Lichtblicke auf Gott hin neu zu entdecken. Nehmen wir ganz besonders das Nährende, den Reichtum und die Fülle unseres Glaubens in den Blick. Ich lade ein, die Sehnsucht nach der Feier der Eucharistie wieder zu entdecken.“

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die kommenden Tage als eine erfüllte Zeit von Glauben und Liebe erfahren.                      

Pfr. Norbert Burmettler     

            

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Die Faschingszeit ist ein Ausdruck, dass der Mensch Freude und Entspannung sucht. Dies geschieht oft durch menschliche Vergnügungen. Auch wir Christen sollten keine „traurige Figur“ machen, denn wir haben allen Grund zur Freude: wir dürfen Kinder Gottes sein. Gottes Beistand und seine Barmherzigkeit sollen unsere Zuversicht stärken und echte Freude hervorrufen.

 

Übrigens: bei den Heiligen gibt es auch lustige und zugleich besinnliche Aussprüche. Einige Kostproben:

Hl. Don Bosco: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“. Hl. Philipp Neri: „Heiterkeit stärkt das Gemüt und macht beharrlich im Guten.“ Hl. Augustinus: „Mensch, lerne tanzen, das ist bei den Engeln gefragt.“ Hl. Mutter Theresia: „Freude ist Gebet.“ Hl. Theresia von Lisieux: „Ein Lächeln ist ein Licht, das Leben und Hoffnung sichtbar macht.“

 

In den Psalmen stehen viele Gebete über die Freude:

Ps 92,5: „Du hast mich froh gemacht, Herr, durch dein Walten; ich  frohlocke über das Werk deiner Hände.“ Ps 98,4: „Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde, freut euch, jubelt und singt.“

 

Tiefsinnig sagt die hl. Theresia von Avila im Blick auf die Fastenzeit: „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn; wenn fasten, dann fasten.“

Der Aschermittwoch ist ein wichtiger Einschnitt. Besinnung und Umkehr stehen im Mittelpunkt. Fasten ist eine Chance, um Maske, Schminke und Verkleidung abzulegen, uns zu „entlarven“, wie wir wirklich sind:

Wen entdecke ich, wenn ich hinter meine Maske schaue? Ist es die Maske der Geschäftigkeit, der materiellen Güter, der kühlen Berechnung, der Selbstsicherheit?

Welche Ängste und Grenzen tauchen auf, welche Sehnsüchte werden sichtbar, welcher Mangel an Lebenssinn zeigt sich?

Fasten – ist eine Einladung, hinter die eigene Maske zu schauen und Gott zu bitten, dass er Orientierung und Zuversicht schenkt.

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Was heißt eigentlich „Evangelium“? Oft hört man diese Bezeichnung beim Gottesdienst.  „Evangelium“ heißt „Frohe Botschaft“.

Am heutigen Sonntag, 7. Februar wird im Markusevangelium (Mk 1,29-39) die frohe Botschaft berichtet, dass die kranke Schwiegermutter des Simon durch Jesus gesund wird und Kranke und Besessene geheilt werden. Jesus zieht predigend durch Galiläa und verkündet seine hoffnungsvolle Botschaft.

 

Schon das Volk Israel erfährt die Zuwendung Gottes. Im Neuen Testament erfolgt die Erfüllung der göttlichen Verheißung durch Jesus Christus.

Die vier Evangelisten berichten davon. Heuer wird das Markus-Evangelium verkündet. Lesen Sie meditierend das Markus-Evangelium, es soll Ihnen Orientierung fürs Leben geben!

 

Jeder Evangelist hat bestimmte Schwerpunkte der Botschaft Jesu besonders hervorgestrichen. Markus weist vor allem hin, dass Gott Jesus als Retter gesandt hat. Jesus vergibt den Sündern, er heilt die Kranken, er überwindet das Unheil.  Auf diese Weise richtet er das Reich Gottes auf.

 

Das gilt auch für uns! Er will uns in innerlichen Bedrängnissen und Krankheiten beistehen. Die hl. Sakramente sind dazu große Hilfsmittel:   Krankensalbung, Beichte, hl. Messe. Als Priester sind wir auch zu einem persönlichen seelsorglichen Gespräch gerne bereit.

 

Hinweisen möchte ich auf den 11.Februar, dem Welttag der Kranken. 1993 wurde dieser Gedenktag von Johannes Paul II. anlässlich des Jahrestages der ersten Marien Erscheinungen in Lourdes eingeführt. Beten wir besonders für die Schwerkranken. Setzen wir uns ein, dass diese in Würde begleitet werden. Dazu dienen die Hospiz- und Palliativdienste der Spitäler und der Caritas, ebenfalls die Pflege- und Altenheime. Diese Einrichtungen sind eine sinnvolle Antwort auf die aktive Euthanasie, die wir als Christen vehement ablehnen.

Hingewiesen sei auch auf die Telefon-Seelsorge, wo man rund um die Uhr  anonym mit einer Vertrauensperson sprechen kann. Die Nummer dafür ist 142.

 

 

Beten wir in Coronazeiten besonders für die Krankenpfleger, für das medizinische Personal, für die Angehörigen, für alle, sich für das Wohl der Kranken einsetzen.                                                          Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 31. Jänner berichtet das Markusevangelium (Mk 1,21-28) von der Heilung eines Besessenen. Jesus befreit ihn von seinen Zwängen.

Im Hinblick auf die heutige Zeit gibt es Geistesströmungen, die den Menschen schaden, Lebenseinstellungen, die belasten.

Für uns Christen ist Jesus der heilende und befreiende Gott, der Leben spendet. Das drückt besonders auch das Fest „Mariä Lichtmess“ aus, das wir am 2. Februar feiern, liturgische Bezeichnung „Darstellung des Herrn“.

„Mariä Lichtmess“ als volkstümlicheAusprägung liegt in der Natur. Die Sonne geht früher auf.  Man sehnt sich nach Licht. - Jesus ist das wahre Licht.

       

Maria bringt das vorgeschriebene Reinigungsopfer dar und weiht Jesus dem allmächtigen Gott. Auf unser konkretes Leben angewendet:

im Gegensatz zu Maria müssen wir uns von unseren Sünden reinigen lassen. Durch Beichte und Mitfeier der hl. Messes sind wir in das Erlösungswerk Christi hineingenommen, in sein Kreuzesopfer.

 

Auch wir sollen Opfer der Hingabe bringen, am besten sich selber Gott anzuvertrauen, z.B. zu sagen: „Ich gehöre ganz dir, ich schenke dir mein Leben.“ Auch den Ehepartner, die Familie soll man dem Herrn anempfehlen.

 

Eine Steigerung ist die „Weihe“, sich Gott in besonderer Weise hinzugeben, auf den göttlichen Ruf „Ja“ sagen. Dies geschieht bei der Priesterweihe,  Diakonenweihe und Profess von Ordensangehörigen. Darum heißt der 2. Februar auch Tag des geweihten Lebens“. Er wurde von Papst Johannes Paul II. eingeführt. Beten wir besonders um geistliche Berufungen!

 

Im Tempel hat sich das göttliche Ereignis vollzogen. Simeon und Hanna, die oft im Tempel waren, haben die wunderbare Gegenwart des Herrn erfahren:  Heilung, Frieden und die Freude, zum Volk Gottes zu gehören. Durch Beten und Fasten, wie sie es getan haben, wurde ihr gläubiges Leben verstärkt.  

 

Nehmen auch wir uns Zeit, in der Kirche Besinnung und Anbetung zu halten. Dabei können wir dem Herrn danken und ihm unsere persönlichen Anliegen ans Herz legen. Das wird uns im Alltag Licht und Zuversicht schenken.

In der Kirche brennt das „Ewige Licht“ bzw. die Altarkerzen als Zeichen der Gegenwart des Herrn. Die Kerzen, die zu Mariä Lichtmess gesegnet werden, kann man mitnehmen. Sie sind ein Segenszeichen für zu Hause. 

 

Mit Segensgrüßen, Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Bis 25. Jänner ist die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Dieser Sonntag, 24. Jänner, hat überdies noch eine besondere Bezeichnung: „Sonntag des Wortes Gottes“. Papst Franziskus hat 2019 in einem Schreiben festgelegt, den 3.Sonntag des Jahres immer dem Wort Gottes zu widmen. Er soll helfen, den unerschöpflichen Reichtum zu verstehen, der aus dem Dialog Gottes mit seinem Volk hervorgeht.

Die ökumenische Bedeutung der Bibel wird hervorgehoben. Sie soll denen, die auf sie hören, den Weg zeigen, der beschritten werden muss, um zu einer authentischen und soliden Einheit zu gelangen.

Christus hat vor seiner Himmelfahrt den Jüngern die Bedeutung der Schrift vor Augen geführt: „Darauf eröffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift“ (Lk 24,45).

Das II.Vatikanische Konzil hat auf den hohen Stellenwert für alle Christen und für den Gottesdienst hingewiesen. Der Ambo wird als „Tisch des Wortes“ bezeichnet. Er ist kein Vorlesepult. Die Fülle aus dem Alten und dem Neuen Testament soll zur Sprache kommen. Die Predigt hat die Aufgabe, das Wort Gottes auszulegen.

Der hl. Hieronymus sagt: „Die Schrift nicht kennen heißt Christus nicht kennen.“ Papst Franziskus weist hin, dass die entscheidende Beziehung zum lebendigen Wort Gottes nicht fehlen darf.

Darum die Aufforderung und die Notwendigkeit, sich persönlich mit der Heiligen Schrift zu beschäftigen.

Hier eine praktische Anleitung zur Betrachtung von Bibelstellen:

Einen ruhigen Platz suchen – ein Gebet sprechen – einen kurzen Text suchen (z.B. Lesung od. Evangelium vom Sonntag, Psalm) – mehrmals lesen – das Wort Gottes in sich eindringen lassen – falls möglich, mit anderen darüber reden oder einen Kommentar lesen – auf das persönliche Leben anwenden – das Erkannte in ein Gebet formen - Schritt für Schritt im Alltag zu verwirklichen suchen.

 

Ich wünsche allen eine fruchtbringende und wegweisende Vertiefung mit dem Worte Gottes.                                          Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Der Sonntag, 17. Jänner ist der Tag des Judentums. Ein bußfertiges Gedenken ist notwendig. Durch Abraham sind sie unsere Geschwister. Von 18. bis 25. Jänner ist die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Der Herzenswunsch Jesu steht im Mittelpunkt: „Alle sollen eins sein!“ Durch das Versagen der Christen kam es zu Spaltungen, sogar zu Glaubenskämpfen. Diese Schuld müssen wir eingestehen. Darum ist es unser großes Anliegen, zu einer sinnvollen und vor allem Gott gewollten Einheit zu kommen. Dies kann man sicherlich nicht durch Verhandlungen oder diplomatisches Geschick erreichen. Welche Impulse und Schritte sind notwendig?

 

Einheit der Liebe: Die Liebe muss das gemeinsame Kennzeichen aller Christen sein: „Seht, wie sie einander lieben“. Die anderen als Schwestern und Brüder sehen, im Gespräch, im Denken, im Handeln.

Einheit durch Versöhnung: nicht krampfhaftes Zurückschauen, keine Schuldzuweisungen, sondern das Klopfen an die eigene Brust.

Einheit im Glauben: die Unterschiede nicht übersehen, aber nach dem Gemeinsamen Ausschau halten: 

Christus: der gemeinsame Herr und Gott aller Kirchen. 

Bibel: die Offenbarung Gottes als Grundlage für alle Zeiten.   

Taufe: gemeinsames Kennzeichen aller Kirchen.

Gemeinsam Zeugnis geben: „Damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast!“ Das ist der Auftrag des Herrn.   

Auf das Wirken des Hl. Geistes vertrauen. Alle müssen offen sein für seine Impulse, dann wird die ersehnte Einheit kommen.

 

Ein ökumenisches Gebet lautet:

„Ohne den Hl. Geist ist Gott fern, bleibt Christus in der Vergangenheit, ist das Evangelium ein totes Buch, die Kirche eine Organisation, die Mission eine Propaganda, der Kult eine Beschwörung. Doch mit dem Hl. Geist ist der auferstandene Christus da, das Evangelium die Kraft des Lebens, die Kirche eine von Gott geeinte Gemeinschaft, Mission ein Pfingsten und Liturgie Gedenken und Gegenwart göttliche Herrlichkeit.“                    Pfr. Norbert Burmettler   

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Die Weihnachtszeit geht zu Ende. Diesen Sonntag, 10. Jänner, feiern wir die Taufe Jesu. Es ist der Beginn der „Zeit im Jahreskreis“. 

Jesus zeigt sich zum ersten Mal in der Öffentlichkeit. In Bethlehem und in Nazareth wussten nur wenige, dass er der verheißene Messias ist. Als Johannes ihn taufte, offenbart sich zum ersten Mal Gott in seiner Dreifaltigkeit (Mk 1,7-11): die Stimme vom Himmel ist Gott Vater, Jesus steht im Jordan, der Hl. Geist schwebt wie eine Taube über Jesus. 

Der dreifaltige Gott hat für unser persönliches Leben eine große Bedeutung. Wir sind im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit getauft: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes“. Durch dieses Geschehen sind wir aus der sündhaften Welt herausgenommen und aufgenommen in das Reich Gottes. 

Die Symbole des Taufgeschehens weisen auf die Grundlagen des christlichen Glaubens hin. Das Taufwasser ist Zeichen des göttlichen Lebens. Dadurch wird man für das neue Leben reingewaschen. 

Die Chrisam-Salbung drückt die Würde der Getauften aus. Man wird „Christus“ dem „Gesalbten“ ähnlich. Daher der Name „Christen“. 

Das weiße Kleid weist hin auf: „Zieht den neuen Menschen an!“ Eine Aufforderung, so leben, dass man als Christ erkannt wird. 

Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet. Dies bedeutet, dass Christus das Licht ist. Der Täufling soll sich später an ihm orientieren. 

Der Ruf „ephatha“ („öffne dich“) bedeutet: Der Getaufte soll auf die Stimme Gottes hören und sich mit dem Mund zu ihm bekennen. 

Sind wir dankbar, dass wir durch Taufe und Glauben ganz zu Christus gehören. Bitten wir ihn, dass er uns Kraft gibt, bewusst als Christ, als Christin zu leben. - Übrigens: Wissen Sie, wann Ihr Tauf-Tag ist?                            

 

Mit Segensgrüßen, Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland

Am sog. „Hl. Dreikönigtag“, 6. Jänner, fragen wir uns: Wer waren diese Männer aus dem Osten, von dem das Matthäusevangelium (Mt 2,1-12) berichtet? - Die Übersetzung des griechischen Urtextes lautet: „Sterndeuter“, „Magier“ und „Könige“.

Es ist anzunehmen, dass es Gelehrte aus dem Osten waren, die sich mit Naturwissenschaften und auch mit Religionen auseinandergesetzt haben. Sie wollten Wissenschaft und Glauben in Einklang bringen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie auch von den Verheißungen des Volkes Israel gewusst haben, die einen Messias, einen Weltenkönig erwarteten.

Das Bemerkenswerte: Gott gab diesen Gottsuchern einen natürlichen Impuls, dass diese Verheißung in Land Israel wahr geworden ist. Es ist der sogenannte „Stern von Bethlehem“. Computer-Simulationen haben nachgewiesen, dass es zur Zeit der Geburt Jesu eine eigenartige Stern-Konstellation gegeben hat. Jupiter und Saturn standen optisch eng beisammen und hatten eine starke Leuchtkraft. Jupiter galt als Königsstern, Saturn als Stern von Palästina. Man kann annehmen, die Sterndeuter haben die Schlussfolgerung gezogen: In Palästina ist der verheißene König der Welt geboren.

 

Solche subjektiven Hinweise bieten noch keine absolute Klarheit. Man braucht handfeste Richtlinien, um der Wahrheit näher zu kommen. Erst die Aussagen der Bibel zeigten ihnen die richtige Spur. „Aus dir, Bethlehem, wird ein Fürst hervorgehen, dieser wird der Hirt meines Volkes Israel sein“. Dieser Hinweis aus der Hl. Schrift (Mt 2,6) erwies sich als wahr und sie fanden Jesus, den neuen König im Stall von Bethlehem. - Das ist auch ein wichtiger Impuls für unser Leben: Die Aussagen der Bibel sind die Richtschnur für unser Handeln. Sie führen uns zum Ziel.

 

Die Weisen haben nicht den Stern von Bethlehem angebetet, sondern den lebendigen Gott. Als Zeichen ihrer Anbetung brachten sie Gold, Weihrauch und Myrrhe.

Gold - königliche Gabe. Auch wir sollen Jesus als unseren persönlichen Herrn verehren.

Weihrauch – steigt als Duft in die Höhe. Das soll das Gebet symbolisieren.

Myrrhe - Bitterkräuter. Hinweis auf den Kreuzestod Jesu. Vertrauen auch wir das Bittere und Schmerzhafte unseres Lebens Gott an.

 

Man ordnet den Weisen die Namen Caspar, Melchior und Balthasar zu, die mit „C + M + B“ abgekürzt werden. Es sind die Anfangsbuchstaben des lateinischen Segensspruches „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne das Haus“. - Ich wünsche Ihnen, dass der Segen Gottes in Ihrer Wohnung, in Ihrem Leben stets anwesend ist.

Die Könige sind die Vertreter der Völker. Alle Menschen sollen das Evangelium Gottes erfahren. Unterstützen Sie die Sternsingeraktion! Dafür steht ein Opferstock in der Kirche!

 

In der Pfarrkirche Lunz ist Maria wunderbar dargestellt als „Maria im goldenen Sessel“. Sie ist unsere gnadenvolle Fürsprecherin. - Es freut mich aber auch, dass die Lunzer Kirche den Heiligen Dreikönigen geweiht ist. Der Hochaltar zeigt die Anbetung der Könige. Beten auch wir Jesus an, das bringt Segen!                                             

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland! 

Neujahrstag und Silvester sind Tage zum Feiern, aber auch zum Nachdenken:

wie war das vergangene Jahr? Was wird das Jahr 2021 bringen? Blicken wir zurück: was war schön und wertvoll, was waren Höhepunkte in meinem Leben? - Dafür sollen wir von Herzen „danke“ sagen: Gott und den Mitmenschen, z.B. dem Ehepartner, den Freunden und den Wohltätern. Zurückdenken: wie habe ich versucht, die schwierigen Coronasituation zu bewältigen, konnte ich Zeit finden, mein spirituelles Leben zu vertiefen? Was war das schmerzhafteste Ereignis: ein Todesfall, eine Krankheit, eine Enttäuschung mit einem Menschen? Legen Sie alle in Gottes Hand!  

Trotz allem sollen wir vertrauensvoll in die Zukunft blicken, unsere Pläne und Entscheidungen Gott anvertrauen. Den Aaron-Segen (Num 6, 22-27) kann man so umformen: „Herr, segne und behüte mich, lass dein Angesicht über mir leuchten!“ Erbitten wir das auch für andere, für die Angehörigen, die Freunde und für jene Menschen, die in Not sind und für die Gemeinschaft der Kirche.

Die Bischöfe laden dafür zu einem 9-Tage-Gebet (Novene) vom 1. bis 9. Jänner (link: „9 Tage Gebet“) ein.

Der 1. Jänner ist Weltfriedenstag. Beten wir für die Verantwortlichen der Weltgemeinschaft, dass Armut verkleinert wird und Machtinteressen abgebaut werden. Friede und Gerechtigkeit sind stärker als Hass und Terror.

Dabei ist Maria eine mächtige Fürsprecherin. Sie ist die „Königin des Friedens“. Der 1. Jänner ist das „Hochfest der Gottesmutter Maria“. Bitten wir um ihren mütterlichen Schutz für den Weltfrieden und für uns persönlich.

Den hl. Josef, dem Bräutigam der Gottesmutter wollen wir nicht vergessen. Papst Franziskus ihn als Patron für das Jahr 2021 ausersehen. Er soll uns als Kirche helfen, um die Herausforderungen der heutigen Zeit zu bestehen. Als Patron für die Arbeiter soll er angerufen werden, dass jene Menschen, die durch die Coronasituation in soziale Not geraten sind, geholfen wird. Der hl. Josef ist Beschützer der hl. Familie. Setzen wir uns ein, dass der Schutz des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod mehr zu verankert wird.

Am Neujahrstag werden immer Glücks- und Segenswünsche für das neue Jahr dem Nächsten gesagt. Mein Segenswunsch (aus Irland stammend) für Sie ist:

„Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen. - Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen. - Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst. - Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.- Der Herr sei um dich herum, um dich zu beschützen.

Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.“                     

Pfr. Norbert Burmettler    

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Weihnachten ist für die meisten Menschen ein besonderes Fest, vor allem für uns Christen. Die schwierige Coronasituation kann auch Impulse geben, um nicht oberflächlich, sondern bewusster diese Tage zu feiern, z.B. dass die Familienangehörigen mehr Zeit füreinander haben. Man kann nachzudenken, was die biblische Botschaft im Hinblick auf das persönliche Leben bedeutet.

Dazu einige Impulse zum bekannten Lukasevangelium (Lk 2,1-14), das in der Heiligen Nacht, bei der Mette verkündet wird:

Der Stall: er symbolisiert die dunkle Welt, sei es die große Armut, das Flüchtlingselend, Verfolgung, Friedlosigkeit, Ungerechtigkeit, Terror, Krieg. – Die Menschwerdung Gottes im Stall bedeutet: der Herr dringt ein in die Dunkelheit der Welt, er will Licht und Zuversicht den Menschen bringen, die guten Willens sind. Er heißt „Immanuel“, der Gott mit uns und für uns.

Hl. Maria: Weihnachten muss sich in unserem Herzen abspielen. Das hat Maria erfahren. Ihre Hingabe ermöglichte das Kommen Gottes in menschlicher Gestalt. Sie hat „Ja“ gesagt zum Liebesangebot Gottes. – Öffnen auch wir unser Herz für den Herrn. Dann werden wir persönlich seine göttliche Nähe erfahren.

Hirten: Diese einfachen Menschen haben der Verkündigung der Engel geglaubt. Sie machten sich gemeinsam auf den Weg nach Bethlehem. Dort erfuhren sie die Bestätigung der biblischen Botschaft. – Betrachten wir die Aussagen der Bibel. Auch so kann man innerlich Gott begegnen.

Hl. Josef: Ihn zeichnet die Treue zu Gott und zu Maria aus. Obwohl er menschlich anfangs nicht alles verstehen konnte, lässt er Maria nicht in Stich. Er tritt auf als Beschützer der „hl. Familie“. – Unsere Treue, unser Vertrauen zu Gott sollen wir wieder stärken. Dabei müssen wir auf die Werte des christlichen Glaubens in der heutigen Gesellschaft hinweisen, z. B. auf die Bedeutung der Familie.

Als Kirche gilt es dafür einzutreten. Der hl. Josef ist der Patron der Kirche. Er soll uns ermutigen, der Kirche treu zu bleiben, den Glauben zu bekennen, auch dann, wenn wir auf Widerstände stoßen.

Versuchen wir in gläubiger Weise Weihnachten zu feiern. Lassen wir uns nicht von Äußerlichkeiten betäuben. Übersehen wir nicht das göttliche und heilbringende Geschehen von Bethlehem. Nehmen wir die Impulse Gottes in unserem Herzen auf ähnlich wie Maria.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein innerliches Weihnachtsfest für Sie und Ihre Angehörigen. Der Segen Gottes soll Sie besonders im Jahr 2021 begleiten.

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Der heutige 3. Adventsonntag hat eine eigene Bezeichnung: „Sonntag Gaudete – Sonntag der Freude“, nämlich der Vorfreude auf Weihnachten.

Frage: Freuen Sie sich auf Weihnachten? Die besondere Corona-Situation könnte das stark beeinträchtigen, oder andere persönliche Probleme. 

Worüber kann man sich überhaupt freuen? Es könnte sein das gute Mittagessen, eine Fernsehsendung, ein erholsamer Tag, eine Genesung und Ähnliches.

Manche Mitmenschen sind Grund zur Freude, besonders Vertrauenspersonen. Solche Menschen sind Goldes wert. Danken Sie ihnen.

Kann man sich auch über Gott freuen? Ja, das ist wichtig und hoffnungsvoll! Je mehr man an Gott glaubt, umso mehr erlebt man diese Freude. Wenn man an Gott glaubt, um nicht bestraft zu werden, löst das keine Freude aus.

Wichtig ist mit dem Herzen glauben, Gott anzuerkennen um seiner selbst willen. Dann erfährt man selber von Gott geliebt werden. Danken wir ihm! 

Denn was der allmächtige Gott an der Menschheit getan hat ist Grund zur Dankbarkeit und zur Freude. Über seine Taten müssen wir uns freuen!

Einige Beispiele: z.B. dass wir nicht nur Geschöpfe Gottes sind, sondern seine geliebten Kinder, seine geliebten Söhne und Töchter! Er lässt uns an seiner Schöpfung teilnehmen und verheißt eine ewige Zukunft. Aus Liebe ist er Mensch geworden und hat uns durch seinen Tod am Kreuz erlöst. 

Die Aussagen vom Tessalonicherbrief (1 Tess 5,16-24) sollen uns anspornen, voll Dankbarkeit und Besinnung diese Aussagen zu betrachten:

„Betet ohne Unterlass“: Das Gebet als liebevolle Verbindung zu Gott.

„Dankt für alles“: Das soll den Egoismus abwehren.

„Prüft alles, behaltet das Gute“: Ein wichtiger Hinweis zur Lebensgestaltung.

 

Die Adventzeit dient, Hoffnung und Freude zu finden, wie Paulus schildert: „Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar, eure Seele und euren Leib.“

Diese Verheißung des Friedens bringt Christus und seine Botschaft.

Der Prophet Jesaia hat dies angekündigt: „Ich bin gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe“ (Jes 61,1.). Das ist das Licht des Glaubens.

Johannes der Täufer kam als Zeuge, dass Jesus dieses wahre Licht ist.

 

Jesus Christus ist also der wahre Grund unserer Freude: „Vom Herzen will ich mich freuen über den Herrn, meine Seele soll jubeln über meinen Gott“.

 

Ich wünsche Ihnen eine von innerlicher Freude erfüllte Adventzeit! 

 

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland! 

Der Advent ist eine besondere Zeit. Straßen sind vorweihnachtlich geschmückt. Man versucht trotz geänderter Situation für Weihnachten einzukaufen. Corona Berichte stehen im Vordergrund, sie beunruhigen und sind eine Herausforderung. 

Es besteht die Gefahr, dadurch das Wesentliche von Advent und Weihnachten zu übersehen. Es geht um die innerliche Vorbereitung auf die Geburt Jesu Christi.  Die Heiligen der Adventzeit sind dazu eine Anregung, z.B. Johannes der Täufer. 

Von ihm spricht das Evangelium vom 2. Adventsonntag (Mk 1,1-8). Er fordert seine Zuhörer und auch uns auf: „Bereitet dem Herrn den Weg!“ (Mk 1,3).  

Es gilt die persönliche Beziehung zu Jesus zu suchen bzw. zu vertiefen. Manche  Hindernisse müssen aus dem Weg geräumt werden. Die anschaulichen Bilder vom Buch Jesaja (Jes 40,1-11) rufen zu Umkehr und Besinnung auf: 

„Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken.“ - Was sind die Täler bzw. die Abgründe meines Lebens? Was sind meine Schwächen?

Welche „Berge“ sollen abgetragen werden? Es sind meistens die Sorgen desAlltags, die nicht gelösten Probleme des Lebens, die unerledigten Arbeiten.

Versuchen wir das Leben zu ordnen, z. B. sich hinzusetzen und schriftlich einen Plan zu verfassen, welche Probleme in Angriff genommen werden sollen.

 Auch dieser Ausspruch vom Propheten Jesaja soll ernst genommen werden: „Was krumm ist,soll geradewerden!Verdrängen wir nicht die „krummen Dinge“, die sündhaften Gewohnheiten, die Unebenheiten des persönlichen Lebens.

Wir Priester sind gerne bereit Ihnen zu helfen, z.B. mit einer persönlichen Aussprache per Telefon oder auch, wenn möglich, mit einer Beichte. 

Es gilt die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren. Tröstlich heißt es im 2. Petrusbrief:  „Er ist geduldig, er nicht will, dass jemand zugrunde geht.“ (2 Petr 3,9).

Oder auch der Hinweis auf den guten Hirten: „Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.“ (Jes 40,11). 

Maria, die Mutter Jesu, die wir am 8. Dezember feiern, soll uns eine besondere Fürsprecherin sein, innerlich von verkehrten Bindungen frei zu werden. So können wir mithelfen, das Reich Gottes sichtbar zu machen, „dem Herrn den Weg zu bereiten“ (Mk 1,3), damit das Wirken Gottes in der Welt erfahrbar wird.

 

Mit adventlichen Grüßen

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

Liebe Brüder und Schwestern vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Der Advent kann in uns verschiedene Reaktionen hervorrufen. Man erlebt eine äußerliche Adventstimmung: Adventkranz mit dem Duft des Reisigs, das Backen der Weihnachtsbäckerei, gemeinsame Vorbereitungen mit den Kindern usw.

Oftmals wird das bekannte Lied gesungen: Wir sagen euch an den lieben Advent, sehet die 1. Kerze brennt.“ -  Doch ist der Advent wirklich „lieb, lieblich?“

Ist er für manche nicht eine Belastung, Stress, Romantik pur, Urlaubstimmung? 

Die Fortsetzung des Liedes wichtig: „Wir sagen euch an eine heilige Zeit, machet  dem Herrn die Wege bereit!“- Advent hat also eine religiöse Ausrichtung, eine gläubige Tiefe. Er ist eine heilige Zeit. Gott möchte uns begegnen. 

Vor zweitausend Jahren hat der allmächtige Gott in Jesus Christus menschliche Natur angenommen durch Maria in Bethlehem. Es war sein erstes Kommen. Lukas und Matthäus schildern das sehr anschaulich.     

Es gibt aber ein dreifaches Kommen: das zweite Kommen soll sich in unserem Herzen ereignen, das dritte am Ende der Zeiten, wenn der Herr wiederkommt. 

Entscheidend ist für uns das „zweite Kommen“:  Gott will uns innerlich begegnen.

Wir sollen die leise und ansprechende Stimme Gottes im Herzen hören. Die Gefahr besteht, uns im Alltag von verschiedenen Dingen betäuben lassen.

Darum der wichtige Aufruf im Markusevangelium vom 1. Adventsonntag (Mk 13,33-37): „Seid wachsam!“ Wir sollen den Advent bewusst leben.

 

Die vier Kerzen vom Adventkranz sollen Hinweise sein, damit in der Dunkelheit des Alltags unser Leben heller, hoffnungsvoller, gläubiger und liebevoller wird:

 

1. Kerze:Die Beziehung zum eigenen Leben überdenken. Wo sind meine Lichtpunkte, was bereitet mir Freude und was sind meine Dunkelheiten?

Um mehr Licht und Hoffnung zu finden, brauchen wir Gott, seine Botschaft.                  

2. Kerze: Die Beziehung zu Gott überprüfen. Wo ist sie verdunkelt, welche Barrieren haben sich gebildet, welche Zweifel hege ich? - In der Adventzeit sollen diese Hilfsmittel Licht bedeuten: Gebet, Gottesdienst, hl. Sakramente.           

3. Kerze: Die Beziehung zu manchen Mitmenschen neu regeln. Gespräch und Vergebung sollen für alle Beteiligten Licht bringen.              

4. Kerze: Beziehung zur Welt - sozialen Nöte sehen. Den Notleidenden hier bei uns und weltweit durch unsere Nächstenliebe Licht und Hoffnung sein.

 

Ich wünsche allen einen hoffnungsvollen und innerlichen Advent!

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am heutigen Christkönigssonntag, 22. November sind wir am Ende des Kirchenjahres. Es ist auch ein Anlass, über Gott, über das eigene Leben und besonders über das Ende unseres irdischen Daseins nachzudenken. Glaube ich an die Verheißung des Lebens nach dem Tode? Ist mir bewusst, dass ich dem ewigen Gott Rechenschaft über mein Leben abgeben muss?

Im Matthäusevangelium (Mt 25,31-46) wird das Weltgericht geschildert, nach welchen Maßstäben Gott richten wird. Es geht letztlich um die Liebe auf der Basis des Glaubens an Gott.          

Die Frage ist wichtig: an welchen Gott glaube ich, an den Gott der Bibel? Es  besteht die Gefahr, abzugleiten in irrige Vorstellungen, die mit dem christlichen Welt- und Menschenbild nicht in Einklang stehen. Manche „zimmern“ sich selber eine passende Religion: ein bisschen Christentum, ein wenig Buddha für die Exotik, gewürzt mit Esoterik, oder oberflächlich und banal Gott nicht ernst zu nehmen, gemäß dem Wienerlied: „Wir kommen alle, alle in den Himmel!“

Für uns Christen zeigt die Bibel die wichtigsten Wesenswerkmale Gottes. Im Evangelium wird hingewiesen, dass er König und Richter ist. Im Buch Ezechiel (Ez 34, 11- 17) wird Gott als guter Hirte anschaulich geschildert:  wir dürfen seine Schafe sein. Er kümmert sich um die verlorengegangenen, vertriebenen, verletzten und schwachen.

Das fordert heraus nachzudenken: ist mein Glaube an Gott stark, mittelmäßig, zweifelnd oder minimal? Es wäre das Ziel, eine lebendige Beziehung zu Gott aufzubauen. Nicht nur an ihn zu glauben, um nicht „bestraft“ werden, sondern ihn von Herzen zu lieben, wie bei zwei Verliebte: lieben und geliebt zu werden.

Es ist unser Auftrag, unsere Glaubens- bzw. Liebesbeziehung nicht zu verstecken, sondern bewusst zu bekennen. Unsere Verkündigung soll mit Liebe geschehen: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Das soll andere anspornen, sich dem lebendigen Gott zu öffnen, den Sinn des Lebens zu erfahren, das Leben wertvoll zu gestalten.

Bauen wir mit am Reich Gottes inmitten der heutigen Welt. In einem modernen Hymnus heißt es:

„Herr, du hast die Welt gestaltet, dass sie sich in dir entfalte: Dir sei Lob und Dank! Was ersteht, was vergeht, was jauchzend um dich dreht ist dein. Herr, so lass dein Werk gelingen, lass den Geist die Welt durchdringen: dir sei Lob und Dank! Dann erblüht sie und glüht, denn der ganze Himmel zieht herein.“

Pfarrer Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Der Sonntag, 15. November hat mehrere Schwerpunkte: Wir feiern den hl. Leopold, den Landespatron von Niederösterreich; es ist der Welttag der Armen und der Caritas-Sonntag im Blick auf die hl. Elisabeth von Thüringen.

Hl. Leopold, Landespatron: Er ist 1075 in Melk geboren und starb am 15. November 1136. Er wird als der „Fromme“ bezeichnet. Mit seinem Glauben hat er als Marktgraf von Österreich die Kirche hervorragend unterstützt. Er ließ das Stift Klosterneuburg errichten, das Zisterzienserstift Heiligenkreuz und das Benediktinerstift Klein Mariazell. Diese wurden Zentren des christlichen Glaubens. Mit seiner Gattin Agnes hatte er viele Kinder, zwei wurden Bischöfe: Otto von Freising und Konrad von Salzburg.

Leopold hatte auch den Namen „der Milde“. Er hatte ein großes Herz für die Armen seines Landes. Dies passt sehr gut, dass heute der „Welttag der Armen“ gefeiert wird. Der Papst hatte diese Bezeichnung am 20.11.2016 mit seinem Schreiben „Misericordia et misera“ eingeführt. Dieser Ausdruck heißt frei übersetzt „ein Herz für die Armen haben“.

Dies ist uns persönlich aufgetragen. Der Herr sagt zu uns: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“

Als Gemeinschaft der Kirche müssen wir das in die Tat umsetzen. Papst Franziskus sagt, dass sie den Auftrag hat, die Barmherzigkeit Gottes, „das pulsierende Herz des Evangeliums“ den Menschen nahezubringen.

Vorbild und Fürsprecherin ist die hl. Elisabeth von Thüringen, die als Burgfrau sich besonders der Armen angenommen hat. Sie verkaufte ihre Juwelen und kostbaren Kleider, pflegte selber die Kranken und errichtete Siechenhäuser. Elisabeth ist die Patronin der Nächstenliebe (lateinisch „caritas“).

Darum heißt dieser Sonntag auch „Caritas-Sonntag“. Wir denken und danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas. In unserer Diözese gibt es ein großes Angebot, den Menschen in den vielfältigen Nöten zu helfen.

 

Ich wünsche uns allen was Papst Franziskus sagt: „Die Nächstenliebe in die Tat umzusetzen ist die beste Art, das Evangelium zu verkünden.“

Oder sein Impuls über Liebe: „Zu lieben ist mehr als hin und wieder Zärtlichkeit oder eine bestimmte Emotion zu empfinden. Es ist eine große kreative Herausforderung.“

Pfr, Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Der November ist ein besinnlicher Monat. Man denkt an die Verstorbenen und betet für sie. Gedanken über das ewige Leben kommen einem in den Sinn. In der 2. Lesung vom Sonntag, 8. November aus dem Thessalonicherbrief (1 Thess 4,13-18) schreibt der hl. Paulus, dass er uns „über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen will“. Jesus ist auferstanden. Er führt die Verstorbenen zur Herrlichkeit des Himmels.

Sehr bezeichnet ist das Sonntagsevangelium (Matthäus 25,1-13) vom Gleichnis mit den 10 Jungfrauen. Die fünf klugen nahmen Öl in Krügen für die Hochzeitsfeier mit, die anderen nicht. Sie gingen dem Bräutigam mit brennenden Lampen entgegen. Die Hochzeitsfeier ist das ewige Leben, die ewige Herrlichkeit.

Auch wir sind unterwegs auf das ewige Ziel. Wir dürfen nicht stehenbleiben, sondern uns immer wieder an Gott und seiner Botschaft orientieren, damit wir hier auf Erden das Leben gut meistern, um dann die Herrlichkeit zu schauen.

Dazu habe ich ein Gebet in einem Buch gefunden („In der Erde verwurzelt und dem Himmel nah“ von Claudia Nietsch-Ochs):

Gott des Aufbruchs, segne mich, wenn ich deinen Ruf vernehme, wenn deine Stimme lockt, wenn dein Geist mich bewegt zu Aufbruch und Neubeginn.

Gott des Aufbruchs, begleite und behüte mich, wenn ich aus den Abhängigkeiten entfliehe, wenn ich mich von Gewohnheiten verabschiede, wenn ich festgetretene Wege verlasse, wenn ich dankbar zurückschaue und neue Wege gehe.

Gott des Aufbruchs, wende mir dein Antlitz zu, wenn ich Irrwege nicht erkenne, wenn Angst mich befällt, wenn Umwege mich ermüden, wenn ich Orientierung suche in den Stürmen der Unsicherheit.

Gott des Aufbruchs, leuchte auf meinem Weg, wenn Ratlosigkeit mich fesselt, wenn ich fremdes Land betrete, wenn ich neue Schritte wage auf meiner Reise nach innen.

Gott des Aufbruchs, mache mich aufmerksam, wenn ich mutlos werde, wenn mir Menschen begegnen, wenn meine Freude überschäumt, wenn Blumen blühen, die Sonne mich wärmt, Wasser erfrischt, Sterne leuchten auf meinen Lebensweg.

Gott des Aufbruchs, sei mit mir unterwegs, zu mir selbst, zu den Menschen, zu dir.“

Ich wünsche allen einen segensreichen Monat November und viel Zuversicht am Lebens- und Glaubensweg!

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 25. Oktober wird uns im Evangelium nach Matthäus (Mt 22,34-40) eine Kurzformel des christlichen Glaubens vorgestellt: man soll Gott lieben mit ganzem Herzen, den Nächsten lieben und auch sich selber.

 

Dies ist eine Zusammenfassung aller Glaubensinhalte. Dabei wird aufgefordert, mit dem Herzen glauben, nicht nur mit dem Verstand, nicht philosophisch, nicht in Form einer Weltanschauung.

Gottesliebe steht in enger Verbindung mit der Nächstenliebe. Es ist wie bei zwei Verliebten: geliebt werden und die Liebe erwidern. Im anderen Menschen sollen wir Christus erkennen: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder bzw. Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“

Glaube in Form der Liebe betrifft alle Lebensbereiche: Ehe, Familie, Arbeitswelt, Pfarre, Kirche und auch den öffentlichen Bereich, das Staatsgeschehen. Beten wir

am Nationalfeiertag, dass christliche Werte den richtigen Stellenwert bekommen.

Tragen wir mit Verantwortung bei, dass unser Denken, Reden und Handeln eine sinnvolle Lebenskultur in unserem Land hervorruft.

 

Die dritte Form der Liebe dürfen wir nicht vergessen: sich selber lieben. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern mit eigenen Fehlern gut umzugehen, dabei den Herrn um Hilfe zu bitten und auf das Verständnis der Mitmenschen zu hoffen.

Darstellen kann man diese dreifache Liebe im Blick auf das Kreuz. Der vertikale Kreuzesbalken versinnbildlicht die Liebe zu Gott. Den horizontalen Balken kann man als Zeichen der Nächstenliebe verstehen (die ausgestreckten Hände des Gekreuzigten). Der Schnittpunkt der beiden Balken ist das persönliche Leben. Man ist eingespannt in Gottesliebe und in Nächstenliebe.

 

Über diese Formen der Liebe hat Papst Franziskus tiefe Gedanken formuliert:

„Die Nächstenliebe ist die beste Art, das Evangelium zu verkünden.“

„Christus am Kreuz lehrt uns, auch die zu lieben, die uns nicht lieben.“

„Gott wird niemals müde zu verzeihen; wir sind es, die müde geworden sind um sein Erbarmen zu bitten.“

„Wahre Christen scheuen sich nicht, sich anderen zu öffnen, ihre Lebensträume zu teilen und sie in Orte der Geschwisterlichkeit zu verwandeln.“

„Ja-sagen zur Liebe Gottes ist der erste Schritt, um glücklich zu sein und viele Menschen glücklich zu machen.“

„Unser Leben wird schöner, wenn wir erkennen, dass unsere Seele allein bei Gott Ruhe findet.“

 

Ich wünsche ihnen, dass Sie die Dreidimension der Liebe leben können als Ausdruck des christlichen Glaubens.

 

Pfr. Norbert Burmettler    

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Im Evangelium vom heutigen Sonntag, 11. Oktober lädt ein König zur Hochzeit seines Sohnes ein (Mt 22,1-14). Doch die geladenen Gäste haben verschiedene Ausreden und reagieren sogar aggressiv. Dann erfolgt die Einladung an Menschen des Alltags, Gute und Böse.

Das soll für uns ein Impuls sein, dass auch die hl. Messe eine Einladung zu einem göttlichen Geschehen ist. Im Grunde ist es das 3. Gebot: „Du sollst den Tag des Herrn heiligen!“ – Denken wir nach, was die hl. Messe bedeutet:

*) Bei dieser gottesdienstlichen Versammlung ist der Herr gegenwärtig, er ist in unserer Mitte. Alle sind dazu eingeladen, ganz gleich welchen Standes, welchen Alters. Als Volk Gottes sind wir versammelt, als Gemeinschaft der Kirche.

*) Wir hören eine göttliche Botschaft. Als Lektoren und wir als Priester dürfen diese als Verheißung verkünden. Die Worte der Bibel sollen Licht und Trost für unseren Lebensweg sein. Das Zentrum ist die Gegenwärtigsetzung des Todes und der Auferstehung des Herrn. So ist die hl. Messe eine Opferfeier.

*) Im eucharistischen Brot und Wein ist der große Gott real gegenwärtig. Es sind keine symbolhaften Handlungen. Als Zelebranten, als Vorsteher der hl. Messe dürfen wir die in der Bibel überlieferten Wandlungsworte des Herrn aussprechen, die diese wunderbare Verwandlung bewirken. Wir sind eine Mahlgemeinschaft.

*) Die hl. Messe sollen wir alle innerlich mitfeiern und äußerlich mitgestalten. Sie will uns als sündhafte Menschen zur Besinnung führen. Dem Herrn gebührt unser Lobpreis für seine Barmherzigkeit. Voll Zuversicht dürfen wir ihm unsere Bitten darbringen. Vor allem wollen wir Gott gegenüber unsere Dankbarkeit ausdrücken. Hl. Messe heißt „Eucharistiefeier“ – „Danksagungsfeier“.

Dieses Geschehen sollen wir auch im persönlichen oder gemeinschaftlichen Gebet betrachten. Dazu dient in guter Weise das Rosenkranzgebet. Man betrachtet das Leben von Jesus und von Maria.

 

Ich wünsche Ihnen allen einen segenreichen Oktober, bereicherndes Feiern der Gottesdienste, gestärkt durch das persönliche Gebet.

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 4. Oktober ist wieder im Evangelium (Mt 21,33-44) vom Gutsbesitzer eines Weinberges die Rede. Er macht wieder schlechte Erfahrungen. Die Winzer töten seine Knechte und sogar seinen Sohn.

Dieses Gleichnis ist ein aktueller Hinweis auf die heutige Zeit. Viele gewaltsame Machthaber bringen unheilvolle Ereignisse hervor. Als Kirche müssen wir das Gegenteil verkünden: Friede, Gerechtigkeit und Menschenwürde.

Der hl. Franziskus, dessen Gedenktag am 4. Oktober ist, hat durch seine einfache und gläubige Lebensweise dies in die Tat umgesetzt und viele ermutigt, diese Spiritualität zu leben. Dieses bekannte Gebet wird ihm zugeschrieben:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst; dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist; dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht; dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält; dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert; dass ich Freude bringen, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten, nicht dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste; nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe; nicht dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet; wer verzeiht, dem wird verziehen; und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.“

 

Versuchen wir diese Impulse in unserem Alltag umzusetzen und auf das Leben in Pfarre und Kirche anzuwenden. Auch dazu hat der hl. Franziskus in der Kirche von San Damiano einen göttlichen Auftrag erhalten: „Franziskus, geh und bau mein Haus wieder auf!“ Für uns müsste das heißen: „Herr, erneuere deine Kirche und fang bei mir an!“

Für die sündhaften Taten der Menschen ist der Herr am Kreuz gestorben. Als Zeichen der Verbundenheit mit dem Gekreuzigten hat Franziskus die Wundmale von Jesus erhalten.

Im Hinblick auf die Schöpfung soll uns sein „Sonnengesang“ zu denken geben, seine Sanftmut gegenüber den Menschen, der Natur und dem gesamten Leben.

 

Mit Segensgrüßen

 

Pfr. Norbert Burmettler 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 27. September werden im Evangelium (Matthäus 21,28-32) in einem Gleichnis zwei Söhne geschildert, die den Aufforderungen des Vaters nachkommen sollen. Einer folgt dem Willen des Vaters, der andere nicht.

Dies soll uns zum Nachdenken anregen: auch wir sollen persönlich den Willen Gottes erfüllen. Im Grunde geht es um Glaubensentscheidung, an Gott zu glauben oder nicht, nach seiner Botschaft zu leben oder nach eigenem Gutdünken.

Am Dienstag, 29. 9. feiern wir das Fest der hl. Erzengeln. Ihre Namen, ihre Eigenschaften, ihre Fürsprache sollen uns helfen, sich für Gott zu entscheiden.

„Michael“ heißt „Wer ist wie Gott?“ Dieser Erzengel hat sich voll und ganz für Gott entschieden und ist Führer der guten Engel geworden. - Sich für Gott persönlich zu entscheiden ist unsere wichtigste Entscheidung im Leben.

„Gabriel“ heißt „Kraft Gottes“. Maria hat durch diesen Erzengel die Kraft des Hl. Geistes erfahren und ist Mutter von Jesus geworden. – Auch wir sollen zu den Impulsen Gottes unser „Ja“ sagen.

„Raphael“ heißt „Gott heilt“. Nach alttestamentlichem Bericht wurde Tobit, der Vater von Tobias, durch den Erzengel Raphael geheilt. Tobias hatte diesen Engel als segensreichen Wegbegleiter. – Vertrauen auch wir auf den Schutz der Engel. Am 2. September ist das Fest der Schutzengel.

All das wissen wir aus der Hl. Schrift. Die Bibel ist für uns die Grundlage des christlichen Glaubens. Das Pastoralamt unserer Diözese hat für diese Woche zum „Schwerpunkt Bibel“ aufgerufen. Dazu gibt es viele Impulse, die in der Kirchenzeitung nachzulesen sind.

Der Kirchenlehrer Hieronymus, am 30. 9. ist sein Gedenktag, hat  herausfordernde Worte gesagt: „Wer die Heilige Schrift nicht kennt, der kennt weder Gottes Kraft noch seine Weisheit“ und „denen, die lieben, ist nichts zu  schwer.“

Den Glauben wollen wir durch Liebe zum Ausdruck bringen. Die hl. Theresia vom Kinde Jesu, am 1. 10. ist ihr Fest, hat einmal gesagt: „Meine Berufung ist die Liebe!“

 

Wünschen wir einander, unsere Glaubensentscheidung stets aufrechtzuerhalten und zu versuchen, diese in Liebe zu leben.

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Im Evangelium vom kommenden Sonntag, 30. August (Mt 6,21-27) spricht Jesus harte Worte zu  Petrus: „Weg mit dir Satan!“ -  „Geh mir aus den Augen!“ – „Du willst mich zu  Fall  bringen!“

Normaler Weise gebraucht Jesus liebevolle und ermutigende Worte wenn er zu den Sündern, Armen und Kindern spricht: Liebe, Trost, Vergebung, ewiges Leben.

Im Matthäusevangelium gibt es mehrmals harte und herausfordernde Worte von Jesus. Warum? Weil Jesus die Pharisäer maßregeln will.  Diese haben eine irreführende Auffassung von Gott und Religion. Sie fühlen sich äußerst erhaben, selbstgerecht, abgehoben. Sie machen Drohgebärden gegen einfache Gläubige.

Sie bestimmen in diktatorisch, wie der Glaube zu leben sei. Sie horchen dabei nicht so sehr auf Gott, um seinen Wille zu ergründen, sondern machen neue Gesetze, die sie als Gottes Gesetze ausgeben.

 

Jesus war ihnen zu wenig radikal, zu mitmenschlich, „zu schwach“. Ein leidender Messias kann nicht Gottes Sohn sein. Der echte Messias müsste mit der Faust dreinschlagen, mit  Gewalt und Radikalität die Welt  verbessern. Dagegen greift Jesus stark durch, gegen die Radikalisierung der Religion. Darum haben die Pharisäer auch Christus aus Kreuz nageln lassen.

 

Petrus war in Gefahr, ähnlich wie die Pharisäer zu denken und zu handeln. Er war ein aufbrausender Mensch. Bei der Gefangenschaft Jesu zog er das Schwert und hat zugeschlagen. Jesus weist Petrus stark zurecht: er will die Welt durch Barmherzigkeit erlösen und nicht nur Gewalt.

Das war für Petrus ein großer Lernprozess. Das bringt automatisch das Kreuztragen mit sich. Man muss sich „selbst verleugnen“, eigene Wünsche aufgeben, das „Leben verlieren“: d.h. nicht das irdische Leben überbetonen.

 

Wir steht es mit uns? Sind wir manchmal in der Rolle des Petrus? Wollen wir Gott zu etwas zwingen? Soll sich  Gott nach uns richten? Sind wir enttäuscht, wenn der Herr unsere Wünsche nicht erfüllt?

Bei allen unseren Gebeten und Wünschen muss die Grundlage jene Bitte vom Vaterunser sein, die lautet: „Dein Wille geschehe!“

Dies soll nicht negativ verstanden werden, in dem Sinn: „Da kann man halt nichts machen!“ Sondern: Gott viele Bitten ans Herz legen, aber in dem Vertrauen, dass er es auf seine Weise erfüllen wird.  Wenn wir beten setzen wir also einen Vertrauensakt. Wir überlassen es der Vorsehung des Herrn. Das Vorbild dafür ist die Gottesmutter Maria: „Mir geschehe!“ Sie vertraut.

 

Darum bedeutet christliche Religion: Hingabe und nicht Gewaltausübung. Jesus hat der Versuchung der Gewalt widerstanden.

Treffend dazu die Aussagen der Lesung im Römerbrief (Röm 12,1-2): „Angesichts des Erbarmen Gottes ermahne ich euch, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen. Das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an!“  Da herrschen andere Maßstäbe: Profit, Macht, Leistungskatalog, Karriere.

„Wandelt euch und erneuert Denken, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist“. Das ist unsere Lebensaufgabe,  die es jeden Tag zu erringen gibt.

 

Bitten wir Gott den Herrn um Einsicht, seinen Willen zu erkennen, um  Kraft, keine äußere Kraftakte auszuüben, sondern den Mut zum Dienen. Lassen wir uns von Gott und von seiner Liebe erfüllen, auch wenn uns manche Menschen nicht verstehen und wir gegen den Strom der Zeit schwimmen müssen.

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 23. August stellt Jesus im Sonntagsevangelium (Mt 16,13–20) seinen Jüngern die herausfordernde Frage für wem sie ihn halten. Petrus gibt die beste Antwort: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Daraufhin verheißt ihm der Herr, auf ihn dem „Felsen“ seine Kirche zu bauen.

Wir alle gehören als Getaufte zur Gemeinschaft der Kirche und sollen auch daran verantwortlich mitbauen.

Dazu ein geistlicher Impuls über einen „Traum von Kirche“ von Pedro Arrupé, spanischer Jesuit:

„Gott, ich träume von einer Kirche, die immer neue Wege zu den Menschen sucht und erprobt mit schöpferischer Phantasie, die die frohe Botschaft frisch und lebendig hält.

Ich träume von einer Kirche, die offen ist für das Anliegen Christi und sich deshalb interessiert für das Leben der Menschen und für die Erneuerung der Welt im Geiste Jesu.

Ich träume von einer Kirche, die eine Sprache spricht, die alle verstehen, auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene, in der sich alle spontan und lebendig ausdrücken können, die Raum lässt für Initiative und Mitentscheidung.

Ich träume von einer Kirche, die prophetisch und die ganze Wahrheit sagt, die Mut hat, unbequem zu sein und die unerschrocken das Glück der Menschen sucht.

Ich träume von einer Kirche, die Hoffnung hat, die an das Gute im Menschen glaubt und die gerade in einer Welt voll Furcht und Verzweiflung voll Freude auf Gottes Führung baut.

Gott hilf mir, dass ich an dieser Kirche mitbauen kann.“

 

Bitten wir den Hl. Geist, dass er uns zeigt, wie wir unsere Talente überzeugend und sinnvoll in den Pfarren einbringen können, als Glaubenszeugen in der Welt von heute, zum Wohl der Menschen und zur eigenen Freude!

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 16. August wird uns im Matthäus-Evangelium (15, 21-28) eine Frau geschildert, die lauthals und bedrängend zu Jesus um Hilfe schreit für ihre Tochter. Ihre intensive Bitte hat Erfolg. Jesus heilt sie.

Auch wir sollen an die Wirkkraft des Gebetes glauben. Hier Impulse, wie man beten kann (Paul Weismantel):

„Mit gefalteten Händen kann ich beten, um so gesammelt mein Innerstes Gott anzuvertrauen. Mit offenen Händen kann ich beten, um so bereit zu sein, alles von Gott zu empfangen.

Mit erhobenen Händen kann ich beten, um so mein banges Herz zum Himmel zu erheben. Mit ausgestreckten Händen kann ich beten, um so mit allen verbunden zu sein, deren Anliegen ich mittrage.

Mit leeren Händen kann ich beten, um so zu verdeutlichen, dass ich alles Gott überlasse.“

 

Am Feiertag der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) können wir in besonderer Weise die Gottesmutter um Fürbitte bitten, für uns persönlich, für die Kirche und für die großen und aktuellen Anliegen der Welt. In der päpstlichen Enzyklika „Ecclesia in Europa“ wird Maria auf diese Weise angerufen:

„Maria, Mutter der Hoffnung, geh mit uns! Lehre uns, den lebendigen Gott zu verkünden. Hilf uns, Jesus, den einzigen Retter zu bezeugen. Mache uns zu leidenschaftlichen Baumeistern einer gerechteren Welt.

Wache über die Kirche in Europa: in ihr scheine das Evangelium durch, sie lebe ihre Sendung, das Evangelium der Hoffnung zu verkünden.

Wache über alle Christen: sie mögen zuversichtlich auf dem Weg der Einheit voranschreiten, als Sauerteig für die Eintracht des Kontinents.

Wache über die Verantwortlichen der Nationen. Sie mögen sich zum Aufbau eines gemeinsamen Hauses verpflichten, in dem die Würde und die Rechte eines jeden Menschen geachtet werden.“

 

Ich wünsche allen Pfarrangehörigen und Urlaubsgästen einen besinnlichen Feiertag, einen erholsamen Sonntag und ein segensreiches Leben!

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüdern vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 9. August, steht im Matthäusevangelium (Mt 14,22-33) die interessante Begebenheit, wie die Apostel im Boot gegen Wellen und Gegenwind ankämpfen. Jesus macht ihnen Hoffnung, indem er auf dem Wasser gehend zu ihnen kommt. Petrus probiert es auch, aber seine Angst hindert ihn daran. Jesus sagt zu allen: „Habt Vertrauen, fürchtet euch nicht!“

Das gilt ebenso für die heutige Zeit, besonders für uns persönlich und für die Gemeinschaft der Kirche. Auch wir haben Gegenwind, Befürchtungen, Herausforderungen.  Doch Jesus lässt uns nicht im Stich!

Als geistlicher Impuls dazu ein Gedanke von Hildegard Nies:

„Wenn Angst uns überschwemmt, wenn wir nicht ein noch aus wissen, wenn uns die Zeit zwischen den Händen zerrinnt, wenn unser Versagen übermächtig wird, wenn unsere Traurigkeit ohne Trost ist, wenn uns der Boden wegrutscht.…dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter!

Denn du, Jesus, gehst hinein in unsere Angst, du zeigst uns den Weg, du gibst uns die Zeit, die wir brauchen, du nimmst unser Versagen auf dich, du verheißt uns die Freude des Himmels, du fängst unser Fallen auf, so abgründig es auch sein mag. - Jesus, du bist unsere Erlösung, unser Jetzt und unser Morgen!“

 

Und auch Maria ist für uns eine mächtige Hilfe. Sie wird ja als „Meerstern“ bezeichnet. In den Stürmen des Lebens will sie unser Licht sein, damit in unseren Herzen wieder Hoffnung, Aufatmen und Ruhe einziehen können.

 

Ich wünsche allen, ähnlich wie der Prophet Elija (1. Lesung 1 Kön 19,9-13), die Erfahrung zu machen, dass man nicht so sehr in lautstarken äußeren Ereignissen Gott erfährt, sondern im Innern des Herzens.

 

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Im Evangelium vom Sonntag, 26. Juli spricht Jesus vom „Schatz im Acker“ und von einer kostbaren Perle (Mt 13,44-46). Das soll uns zum Nachdenken anregen: Was sind meine Schätze, die für mich wertvoll sind?

Solche Schätze bzw. Wünsche könnten sein: Gesundheit, finanzielle Absicherung, guter Arbeitsplatz, vertrauensvolle Mitmenschen.

Aber auch den kostbarsten „Schatz“ dürfen wir nicht vergessen: der Glaube an Gott. Der Glaube ist letztlich ein Geschenk. Diese Erfahrung müssen wir in Wort und Tat weitergeben, hier bei uns und weltweit.

Der heutige „Christopherus-Sonntag“ bietet dazu eine gute Gelegenheit. Es wird für die MIVA gesammelt. Mit unserer finanziellen Unterstützung werden Missionsfahrzeuge angeschafft (office@miva.at). Der christliche Glaube soll alle Menschen erreichen.

Dieses Gebet „Gott aller Menschen“ drückt das aus:

„Ich glaube an Gott, unser aller Vater, der die Erde uns allen gegeben hat und jeden Menschen liebt.

Ich glaube an Jesus Christus, der kam um uns von der Liebe des Vaters zu erzählen und uns damit Mut gab, Gottes Frieden der ganzen Menschheit zu verkünden.

Ich glaube an den Heiligen Geist, der seine Gaben jedem Menschen schenkt. Er wirkt in dieser Welt und bringt jedem Land das Leben Gottes.

Ich glaube an die Kirche, die wie ein Leuchtturm für alle Länder errichtet wurde und vom Heiligen Geist geführt wird, um allen Völkern zu dienen.

Ich glaube, dass Gott sich unser erbarmen wird, und alle Menschen guten Willens ein neues Leben mit ihm beginnen werden.

Ich glaube an die Macht der Liebe, wie sie Jesus vorgelebt hat: solidarisch mit den Armen, stark durch ihre Friedfertigkeit.“

 

Ich wünsche allen, dass wir durch den „Schatz des Glaubens“ gestärkt werden. Der Herr soll uns alle mit seinem Schutz begleiten, besonders auch alle Straßenverkehrsteilnehmer.

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 12. Juli wird uns im Matthäusevangelium (Mt 13,1-23) das Sämann-Gleichnis nahegebracht. Die Körner, die der Sämann aussät, fallen z.B. auf den Weg – diese werden von Vögel gefressen; andere fallen auf felsigen Boden – sie verdorren; andere fallen in die Dornen – diese werden erstickt; andere fallen auf gutes Erdreich – diese gehen auf und bringen Frucht.

Diese Körner sind das Wort Gottes. Wenn wir für die Botschaft Gottes ein offenes Herz haben, dann ist das Wort Gottes für uns Kraft und Orientierung. Es ist wichtig für unseren Alltag, Wort Gottes zu betrachten, die hl. Schrift zu lesen.

Dazu ein Impuls (von R. Bausch) – Betaste das Wort:

„Einmal am Tag nimm ein Wort in deine Hände, ein Wort der Schrift.                       Sei vorsichtig, es ist so schnell erdrückt und umgeformt, damit es passt.

Versuch nicht, hastig es zu ´melken´, zu erpressen, damit es Frömmigkeit absondert. Sei einfach einmal still. Das Schweigen, Hören, Staunen ist bereits Gebet und Anfang aller Wissenschaft und Liebe.

Betaste das Wort von allen Seiten, dann halte es in die Sonne, und leg es an das Ohr wie eine Muschel. Steck´ es für einen Tag wie einen Schlüssel in die Tasche, wie einen Schlüssel in dir selbst.“

Die Verheißungen der Bergpredigt – Ihr seid das Licht der Welt“ ist eine Möglichkeit, das Wort Gottes vertieft in sich aufzunehmen. Diese Impulse werden wird vom 13. – 17. Juli aus der Kartause Gaming gesendet: Youtube-Stream <Exerzitien Gaming2020> und life über Radio Maria. Informationen und Programm auf <exerzitien-gaming.webnode.at>

Ich wünsche und bete, dass wir alle von der Frohen Botschaft neu erfüllt werden, dadurch geistliche Nahrung erhalten und besser das Leben meistern können.

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 5. Juli steht im Sonntagsevangelium (Mt 11, 25 – 30) die trostvolle Botschaft Jesu: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“

Das wollen wir in dankbarer Weise annehmen und dem Herrn unsere Sorgen und Probleme anvertrauen. Dazu ein Impuls (Hans Waltersdorfer):

„Geborgen in Gottes starker Hand werf´ ich alle meine Sorgen weit von mir. Ich kann auf ihn vertrauen und weiß, dass er mich führt, dass er mir die Treue hält.

Gehalten von Gottes starker Hand stürze ich nicht hilflos in die Nacht. Ich kann stets neu aufsteh´n und weiter mit ihm geh´n, weil mein Vater mir vergibt.

Getragen von Gottes starker Hand geh ich ohne Angst durch diese Zeit. Den Frieden finde ich bei meinem Gott, der mich nicht fallen lässt.“

 

Ich wünsche allen die Erfahrung und das Vertrauen, dass der Herr bei uns ist in allen Höhen und Tiefen des Lebens.

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 28. Juni hören wir im Evangelium (Mt 10, 37–42), wie Jesus aufruft, ihm nachzufolgen. Als Getaufte haben wir verschiedene Berufungen um dieser Aufforderung des Herrn nachzukommen: als sog. Laien, als Diakone, als Priester, als Ordensangehörige.

Am 29. Juni, dem Fest Petrus und Paulus gibt es in unserer Diözese heuer keine Weihen auf Grund der Coronasituation, sondern erst nach den Ferien. Trotzdem ist es sehr wichtig, um Berufungen zu beten. Diese Gebete, die im „Gotteslob“ unter der Nummer 704 stehen, möchte ich empfehlen:

Gebet um Priester, Diakone und Ordensleute:

„Gott, unser Vater, du hast deinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, um deine Liebe zu bezeugen. Durch ihn berufst du Frauen und Männer zum Dienst in deiner Kirche. Schenke auch unserer Zeit Ordensleute, die durch ihr Leben nach den evangelischen Räten dich bezeugen;

Priester, die den Gläubigen das Evangelium verkünden, sie mit dem Brot des Lebens nähren und die Gemeinden in der Kraft des Heiligen Geistes leiten; und Diakone, die deinem Volk dienen und für die Armen und Notleidenden sorgen. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.“

Gebet um Mitarbeiter in der Kirche:

„Gott, unser Vater, dein Sohn Jesus Christus ist für uns Mensch geworden. Mit ihm hat dein Reich in unserer Welt begonnen. Durch das Sakrament der Taufe hast du uns als deine Söhne und Töchter berufen, am Aufbau deines Reiches mitzuwirken.

Wir danken dir für alle Frauen und Männer, die ihre Berufung wahrnehmen und Mitverantwortung in der Kirche tragen. Wir bitten dich: Dein Wort weise ihnen den Weg durch diese Zeit, dein Geist erfülle sie im Dienst zum Heil der Welt und deine Liebe präge ihr Dasein für die Menschen. Durch ihn, Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.“

 

Bringen wir uns ein zum Aufbau und Verlebendigung der Pfarrgemeinde, jeder gemäß seiner Berufung zur Ehre des Herrn, zum Wohl der Menschen und zur eigenen Freude!

Pfr. Norbert Burmettler

  

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 21. Juni ist eine zentrale Aussage von Jesus im Evangelium (Mt 10,26-33): „Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“

Das ist für die heutige Zeit auch von Bedeutung, wenn Bedrohliches berichtet wird: aggressive Aussprüche von Präsidenten der Weltmächte, wirtschaftliche Umbrüche, Seuchen in allen Kontinenten, Demonstrationen gegen Gewalt oder persönliche Angstzustände.

Da brauchen wir göttlichen Beistand, der uns Mut und Zuversicht gibt. Dem Herrn müssen wir vertrauen und zu ihm beten. Das folgende Gebet soll uns stärken:

„Allmächtiger Gott, sei über uns und segne uns; sei unter uns und trage uns;          sei neben uns und stärke uns; sei vor uns und führe uns.

Sei du die Freude, die uns belebt; die Ruhe, die uns erfüllt; das Vertrauen, das uns stärkt; die Liebe, die uns begeistert; der Mut, der uns beflügelt.“

 

Auch der Psalm 23 verspricht Hoffnung und Trost: „Der Herr ist mein Hirte.  Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir.“

Ebenfalls der Psalm 27: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens, vor wem sollte mir bangen? Hoffe auf den Herrn und sei stark, hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!“

 

Haben wir Vertrauen, dass auch in diesen bewegenden Zeiten der Herr bei uns ist und uns stärken will. Vorschlag: Betrachtet den Psalm 23 und den Psalm 27, es sind verheißungsvolle Aussagen.

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

Am Sonntag, 14. Juni wird im Evangelium (Mt 9,36 – 10,8) berichtet, dass Jesus die Apostel zu den Menschen gesandt hat, weil diese erschöpft waren und keinen Hirten hatten.

Dazu einen geistlichen Impuls, einen Hymnus:

„Herr Jesus Christus, du gingst heim zum Vater, thronst ihm zur Rechten über allen Welten. Doch deine Jünger lässt du nicht als Waisen hier auf der Erde.

Du schickst als Beistand deinen Geist der Wahrheit. Er schenkt uns Einsicht, gibt uns Licht und Hoffnung. Er führt die Kirche sicher durch die Zeiten hin zur Vollendung.

Er weckt Propheten, die dem Volk vorangehen und es voll Umsicht auf dem Weg geleiten. Hirten bestellt er, ist in ihren Worten nahe den Deinen.

Sie geben Zeugnis, reden unerschrocken, stärken die Schwachen, sammeln die Zerstreuten, lehren in Vollmacht, helfen ihren Schwestern und Brüder dich zu bekennen.

Lob sei dem Vater auf dem höchsten Thron. Lob sei dem Sohne, den er gesandt hat. Lob sei dem Hl. Geist, der uns führt!

 

Ich wünsche allen einen segensreichen Sonntag und viel Kraft und Zuversicht, dass wir gemeinsam Christus und seine göttliche Botschaft mit Überzeugung verkünden!

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am 7. Juni ist der Dreifaltigkeitssonntag. Wir glauben an einen Gott in drei Personen: Vater – Sohn – Hl. Geist.  Das bekennen wir, wenn wir das Kreuzeichen machen und im Glaubensbekenntnis. Dazu ein geistlicher Impuls:

„Ich glaube an Gott, unser aller Vater, der die Erde uns allen gegeben hat und jeden Menschen liebt.

Ich glaube an Jesus Christus, der kam, um uns von der Liebe des Vaters zu erzählen und uns damit Mut gibt, Gottes Frieden den Menschen zu verkünden.

Ich glaube an den Hl. Geist, der seine Gaben jedem Menschen schenken will. Er wirkt in dieser Welt und bringt das Leben Gottes.

Ich glaube an die Kirche, die wie ein Leuchtturm für alle Länder errichtet wurde. Sie wird vom Hl. Geist geführt, um allen Völkern zu dienen.

Ich glaube, dass Gott sich unser erbarmt und für Menschen guten Willens ein neues Leben beginnen kann.

Ich glaube an die Macht der Liebe, wie sie Jesus vorgelebt hat: uns allen seinen Frieden zu geben.“

Bald kommt Fronleichnam. Wir glauben an die göttliche Gegenwart des Herrn in der Eucharistie, die wir bei jeder hl. Messe erfahren. Bei der Segnung durch das Allerheiligste können wir auf diese Weise den Herrn preisen:

„Gelobt und gepriesen seist du Jesus Christus im allerheiligsten Sakrament;

gegenwärtig mit deiner Menschwerdung, deinem Tod und deiner Auferstehung; gegenwärtig mit deinem Wort, deiner Wahrheit und deiner Botschaft;

gegenwärtig mit deiner Liebe, deinem Frieden und deinem Geist;                       gegenwärtig mit deiner Treue, deiner Wiederkunft und deiner Ewigkeit.

Herr Jesus Christus, gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird. Der du lebst und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.“

 

Ich wünsche allen Pfarrangehörigen einen besinnlichen Dreifaltigkeitssonntag und ein Fronleichnamsfest, bei dem wir den Segen in vielfältiger Weise vom gegenwärtigen Herrn empfangen.

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

 

Das Pfingstfest ist ein wichtiges Fest im Kirchenjahr. Den Hl. Geist um seinen Beistand anzurufen ist sehr aktuell und notwendig in der Zeit der Coronakrise. Auch damals waren die Menschen verunsichert und bedroht. Doch sie wurden gestärkt von der Gabenfülle des Geistes Gottes.

 

Folgendes Gebet, verfasst von Slavko Barbaric, (verstorbener Franziskanerpater in Medjugorje), soll euch Mut machen, sich vom Hl. Geist beschenken zu lassen:

 

„Geist Gottes, komm mit der Gabe der Liebe, dass ich dich Gott über alles liebe und meinen Nächsten wie mich selbst!

 

Komm mit der Gabe der Weisheit, dass ich in allen meinen Taten und Gedanken, Gefühlen und Entscheidungen von deinem Licht geführt werde!

 

Geist des Rates, komm und erfülle meine Seele mit deiner Gnade! Gib mir die notwendige Einsicht und die richtigen Worte, dass ich in Liebe jenen helfen kann, die mich um Rat bitten.

 

Geist Jesu, gib mir die Gabe deiner Stärke, dass ich jede Versuchung überwinde und den Willen des Vaters erfülle, besonders dann, wenn es schwer ist.

 

Geist des Lebens, lass in mir das göttliche Leben wachsen, das mir durch dich schon im Schoße meiner Mutter und bei meiner Taufe geschenkt wurde!

 

Göttliches Feuer, entflamme in meinem Herzen das Feuer der göttlichen Liebe, dass die Finsternis und das Eis der Sünde von mir weichen.

 

Geist des Heiles, heile in mir alles, was verwundet ist und lass wachsen, was verkümmert ist.

 

Steig mit deiner Kraft in meine Seele herab, dass ich auch für die kleinen Dinge dankbar bin.

 

Geist der Wahrheit, erleuchte mich mit deinem Licht, das ich die Wahrheit der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit in meinem Leben verwirklichen kann.

 

Geist des Gebetes, lehre mich beten! Reinige mein Herzen, dass ich würdig beten kann und immer Zeit finden für das Gebet! Gib mir die Gnade des Herzensgebetes!

 

Maria, auch ich möchte mein Herz vor dem Heiligen Geist öffnen, wie du deines vor ihm getan hast!

 

Heiliger Geist, durch Maria erwähle ich dich heute zum Herrn meines ganzen Wesens.“

 

Mit pfingstlichen Segensgrüßen, Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

 

Wir feiern Christi Himmelfahrt und den Sonntag vor Pfingsten. Damals haben die Jünger, Männer und Frauen, neun Tage um den Hl. Geist gebetet (Apg 1,12-14). Auch wir sollen das tun. Dazu möchte ich euch ermutigen.

 

Im „Gotteslob“ ist eine Hl. Geist Litanei, Nr. 565. Die 7 Gaben des Hl. Geistes sind im Pfingstlied Nr. 843 enthalten.

 

Eine Möglichkeit ist, den untenstehenden Pfingsthymnus jeden Tag zu beten und eine Schriftstelle zu betrachten:

 

Pfingsthymnus: Komm, o Geist der Heiligkeit aus des Himmels Herrlichkeit, sende deines Lichtes Strahl!

 

Vater aller Armen du, aller Herzen Licht und Ruh´, komm mit deiner Gaben Zahl! Tröster in Verlassenheit, Labsal voll der Lieblichkeit, komm o süßer Seelenfreund!

 

In Ermüdung schenke Ruh´, in der Glut hauch Kühlung zu, tröste den, der Tränen weint!

 

O du Licht der Seligkeit, mach dir unser Herz bereit, dring in unsere Seelen!      Ohne deinen Gnadenschein, steht der arme Mensch allein, kann nicht gut und sicher sein.

 

Wasche, was beflecket; heile was verwundet ist; tränke, was da dürre steht; beuge, was verhärtet ist; wärme, was erkaltet ist; lenke, was da irre geht!

 

Hl. Geist wir bitten dich, gib uns allen gnädiglich deiner sieben Gaben Kraft!      Gib Verdienst in dieser Zeit und dereinst die Seligkeit nach vollbrachter Wanderschaft. Alleluja

 

Freitag - Röm 8,26-27: Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an

 

Samstag – Gal 5,16.22.25: Die Früchte des Hl. Geistes

 

Sonntag – Röm 8,11: Er wird euren sterblichen Leib lebendig machen.

 

Montag – Apg 5,30-32: Jesus als Herrscher und Retter, dafür Zeugen sein

 

Dienstag – 1 Kor 12,13: In der Taufe wurden wir mit dem Hl. Geist getränkt

 

Mittwoch – 2 Kor 1,21-22: Jesus uns hat den Hl. Geist in unser Herz gegeben

 

Donnerstag – Eph 4,3-6: Bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren

 

Freitag – 1 Kor 12,4-8: Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber ein Geist

 

Samstag – Apg 1,8: Ihr werdet meine Zeugen sein

 

Ich wünsche eine segenreiche Pfingstnovene! Der Hl. Geist erfülle euch mit jenen Gaben, um den Mitmenschen zu dienen können, zur Ehre Gottes zu leben und eigene Freude zu erfahren!

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am Sonntag, 17. Mai beginnt wieder ein neuer Abschnitt in unserem kirchlichen Leben: Einerseits, dass nun mehr Gläubige die hl. Messe mitfeiern können und andererseits, dass nach diesen Sonntag die Bitttage sind, das Fest Christi Himmelfahrt kommt, und anschließend beginnt die Pfingstnovene, in der wir neun Tage um die Gabenfülle des Hl. Geistes bitten.

 

Das folgende Hl. Geist-Gebet soll unseren Alltag durchdringen, auf die Bewahrung der Schöpfung hinweisen und uns öffnen für die Nöte der heutigen Zeit.

 

 

 

Hl. Geist-Gebet

 

„Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist, dass wir nicht blind werden für die Wunder deiner Schöpfung, deiner Güte und Liebe.

 

Erleuchte unsere Augen, Heiliger Geist, dass wir nicht blind werden für die Dunkelheiten und Leiden in unserer Welt.

 

Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist, dass wir nicht taub werden für dein Wort und deine Wahrheit.

 

Öffne unsere Ohren, Heiliger Geist für die Bitten und Stimmen von Menschen und ihre Schreie der Not.

 

Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir Tag für Tag deinen Willen erkennen und in deinem Licht das Licht sehen.

 

Durchdringe unseren Geist, Heiliger Geist, damit wir die Geister zu unterscheiden lernen.

 

Erhelle unser Herz, Heiliger Geist, damit wir lieben, was wahrhaft und gerecht ist und in allem, was wir lieben, dich lieben.

 

Hülle uns ein in dein Licht und deine Wahrheit, dass wir uns senden lassen in diese Welt, dir lobsingen und die Kraft deiner Auferstehung feiern. Amen.“

 

 

 

Mit Segensgrüßen

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

 

 

Am Sonntag, 10. Mai ist Muttertag. Ich wünsche allen Familien Gottes Segen, einen freudigen Sonntag und viel Zuversicht im Alltag des Lebens. Miteingeschlossen in meine Wünsche sind alle Menschen, die mütterlich leben.

 

 

 

Die Gottesmutter Maria ist eine liebevolle Fürsprecherin. Das folgende Gebet „Maria, Mutter der Freude“ von Papst Franziskus soll unseren Glauben stärken:

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

 

Am Sonntag, 3. Mai haben wir zwei geistliche Schwerpunkte: Der Marienmonat Mai hat begonnen und der Weltgebetstag für geistlichen Berufe. Auch dafür benötigen wir die Fürsprache der Gottesmutter Maria.

 

Für alle Gläubigen soll es ein großes Anliegen sein, um geistliche Berufungen zu beten: um Priesterberufe, Ordensberufungen und Diakone. Solche Berufungen sind nicht menschlich „machbar“, sondern müssen erbetet werden und brauchen die Gebetsunterstützung von allen.

 

Darum bitte ich Sie, diesen Sonntag und auch immer wieder dieses Anliegen dem Herrn und Maria ans Herz zu legen.

 

Dieses Gebet der hl. Theresia vom Kinde Jesu schlage ich vor:

 

 

 

„Herr Jesus Christus, ewiger Hoherpriester, bewahre deine Priester im Schutze deines Heiligsten Herzens, wo ihnen niemand schaden kann.

 

Bewahre ihre gesalbten Hände unbefleckt, die täglich deinen heiligen Leib berühren.

 

Bewahre rein die Lippen, die geheiligt sind von deinem kostbaren Blut.

 

Bewahre ihr Herz für dich, das besiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen deines glorreichen Priestertums.

 

Lass sie wachsen in der Liebe und Treue zu dir und schütze sie vor der Ansteckung der Welt.

 

Gib ihnen mit der Wandlungskraft über Brot und Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen.

 

Segne ihr Arbeiten mit reichlicher Frucht und schenke ihnen dereinst die Krone des ewigen Lebens. Amen.“

 

 

 

Danke für Ihren Gebetsdienst! Ich bin überzeugt, dass Sie uns Priester vom Pfarrverband in Ihr Gebet miteinschließen. Auch dafür ein Vergelt´s Gott!

 

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

In der österlichen Zeit werden uns mehrere Berichte von den Erscheinungen des Auferstandenen geschildert. Am 3. Ostersonntag, 26. April, wird einerseits hingewiesen auf die Begegnung der Emmausjünger (Lk 24,13-35) und andererseits, wie die Apostel beim Fischfang (Joh 21,1-14) Jesus erfahren haben.

 

Auch in unserem Alltag haben wir die Sehnsucht, dem Herrn zu begegnen. Dazu eine Geschichte, die uns zum Nachdenken anregen soll:

 

Ein kleiner Bub wollte Gott treffen:

 

Er wusste, dass es ein weiter Ausflug werde, bis er Gott treffen würde. So nahm er einige Süßigkeiten und Getränke mit und begab sich auf die Reise.

 

Nach drei Straßenblöcken traf er eine alte Frau. Sie saß im Park und schaute auf ein paar Tauben. Der Bub setzte sich zu ihr und öffnete seine Tasche, weil er bemerkte, dass die Frau hungrig war. Er bot ihr einen Schokoladeriegel an. Die Frau nahm ihn dankbar an und lächelte das kleine Kind an.

 

Ihr Lächeln war so schön, dass der Bub es wieder sehen wollte und bot ihr  Limonade an. Sie lächelte ihn wieder an. Das Kind war entzückt! So saßen sie den ganzen Nachmittag dort, aßen und lächelten, aber sprachen kein Wort.

 

Als es langsam dunkel wurde stand der Bub auf, um zu gehen. Nach einigen Schritten drehte er sich noch einmal um und lief zu der alten Frau zurück, um sie zu umarmen. Sie zeigte ihm das schönste Lächeln, dass er je gesehen hatte.

 

Zuhause angekommen war seine Mutter über den Ausdruck von Freude in seinem Gesicht überrascht und fragte ihn: „Was machte dich heute so glücklich?“ Das Kind erwiderte: „Ich hatte Mittagessen mit Gott!“ Und bevor seine Mutter darauf eingehen konnte, sagte er: „Und weißt du was? Sie hatte das schönste Lächeln, das ich je gesehen habe!“

 

Inzwischen war die alte Frau – auch voller Freude – nach Hause gekommen. Ihr Sohn war sprachlos wegen ihres Ausdruckes von Frieden in ihrem Gesicht und fragte: „Mutter, was hat dich heute so glücklich gemacht?“ „Ich aß Schokoladerigel und trank Limonade im Park mit Gott.“ Und bevor der Sohn darauf antworten konnte, fügte sie hinzu: „Und weißt du, er ist viel jünger als ich  erwartet hatte.“

 

Ich wünsche euch allen, dass ihr auf verschiedene Weise in den Mitmenschen Gott begegnet! Denn der Herr sagt: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.!“       

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

 

Der Sonntag, 19. April, hat eine dreifache Bedeutung:

 

  Zweiter Ostersonntag: Wir feiern weiterhin die Auferstehung des Herrn.

 

 Im Sonntagsevangelium (Joh 20,19-31) erscheint der Auferstandene den furchtsamen Aposteln und dem zweifelnden Apostel Thomas.

 Weißer Sonntag: in einigen Bundesländern empfangen die Kinder mit ihren weißen Kleidern die Erstkommunion. Der ursprüngliche Grund war, dass die Neugetauften eine Woche die weißen Kleider getragen haben.

  

Sonntag der Barmherzigkeit: eingeführt im Jahr 2000 von hl. Papst Johannes Paul II. durch einen Impuls der polnischen Schwester Maria Faustine Kowalska.

  

In Visionen sah sie Strahlen vom Herzen Jesu ausgehen. Diese Gnadenströme sollen das Herz des Menschen erreichen. Es bedeutet: Gott ist barmherzig.

  

Ihr Ausspruch gilt für uns alle: „Jesus, ich vertraue auf dich!“

  

Der hl. Paulus ermutigt uns: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi?          Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Gefahr oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.“ (Röm 8, 35)

  

Die hl. Theresia von Lisieux, die „kleine Theresia“, sagte einmal: „Meine Berufung ist die Liebe!“ In kleinen Schritten versuchte sie die Liebe zu leben.

  

Hl. Papst Johannes XXIII bei der Eröffnung des Konzils: „Die Kirche soll lieber das Heilmittel der Barmherzigkeit anwenden als die Waffen der Strenge.“

  

Papst Franzikus im Jahr der Barmherzigkeit 2015: „Herr Jesus Christus, du hast uns  gelehrt, barmherzig zu sein wie dein himmlischer Vater. Dein liebender Blick befreite Zachäus und Matthäus aus der Sklaverei des Geldes;

 erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon, das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen;

  

ließ Petrus nach seinem Verrat weinen und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu.“

      

Der Schriftsteller Antoniett Exuperie schreibt im „Kleinen Prinzen“: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist dem Menschen verborgen.“

 

Versuchen wir gemäß der hl. Schwester Faustine die Liebe zu leben:

 

„O Jesus, verwandle mich ganz in deine Barmherzigkeit.

 

Mache meine Augen barmherzig, damit ich nicht nach dem Schein urteile und niemand beargwöhne, sondern dass ich das Schöne sehe.

 

Mache meine Ohren barmherzig, damit sie aufmerksam werden auf die Bedürfnisse meiner Brüder und Schwestern.

 

Mache meine Zunge barmherzig, damit ich nie Böses über jemand spreche, sondern Worte des Verzeihens und der Aufmerksamkeit finde.

 

Mache meine Hände barmherzig und liebevoll, damit ich alles Harte und Mühsame auf mich nehme, um die Bürde der anderen zu erleichtern.

 

Mache meine Füße barmherzig und stets bereit, dem Nächsten Hilfe zu leisten, trotz meiner Müdigkeit und Erschöpfung.

 

Mache mein Herz barmherzig und allem Leiden zugänglich. Ich will es niemand verschließen.“

  

 

 

Ich wünsche euch und mir, von der Barmherzigkeit Gottes erfüllt und verwandelt zu werden. – Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Pfarrangehörige des Pfarrverbandes Ötscherland!

 

Die drei heiligen Tage („Triduum sacrum“) Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht sind die Höhepunkte des Kirchenjahres. Einige Impulse dazu:

 

Gründonnerstag - Letztes Abendmahl: dankbar feiern wir drei Schwerpunkte:

 

Einsetzung der Hl. Eucharistie: Jesus hat das Opfer des Neuen und ewigen Bundes und das Gastmahl seiner Liebe gestiftet – Glauben wir an die wunderbare und göttliche Gegenwart des Herrn in den Gestalten von Brot und Wein bei der hl. Messe! - Zum Betrachten: 1 Kor 11, 23-26; vorgebildet im Paschafest des Volkes Israel: Ex 12,1-8;11-14

 

Ø Impuls – Papst SMS 18.4.: „Die Eucharistie lässt uns ins Ostergeheimnis Christi eintreten. Lasst uns mit dem Herrn vom Tod ins Leben gehen!“

 

Fußwaschung: Joh 13,1-15 - Jesus gibt den schwachen Aposteln ein Beispiel seiner Liebe – versuchen auch wir an den Menschen mit Hingabe und Demut  die Nächstenliebe auszuüben (nicht den „Kopf“ waschen, sondern die „Füße“).

 

Ø Impuls - Papst SMS 7.4.: „Die Liebe Gottes ist die einzige Kraft, die in der Lage ist, alles neu zu machen!“

 

Priesterweihe: Den versammelten Aposteln gibt Jesus den Auftrag: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ – Bitte betet, dass wir als Priester, bzw. als Diakone und Ordensangehörige stets in unserer Berufung gestärkt werden! Auch ist allen Christen aufgetragen, „geistlich“ zu leben („gemeinsames Priestertum“).

 

Karfreitag: Feier vom Leiden und Sterben des Herrn: Joh 18,1–19,42   Betrachten wir dieses Geschehen, insbesondere die Worte des Herrn:

 

„Steck das Schwert in die Scheide, soll ich den Kelch nicht trinken?“ (zu Petrus); „Ich bin ein König, aber mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ (zu Pilatus); „Frau, siehe dein Sohn“ (zu Maria); „Siehe, deine Mutter“ (zu Johannes); „Mich dürstet“ – „Es ist vollbracht!“

 

Ø Impuls – Papst SMS 6.4.: „Christus ist aus Liebe zu einem jeden von uns gestorben: Jung und Alt, Heilige und Sünder, Menschen seiner Zeit und Menschen unserer Zeit.“

 

Karsamstag: Grabesruhe; Vertrauen wir alles dem Herrn an, was uns belastet: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Warum mein Leiden, meine Krankheit? Warum der Tod eines lieben Menschen? Warum das Flüchtlingselend? Warum die Ausbeutung der Menschen? Warum die Verschmutzung des Wassers und der Luft? Warum…..?

 

Osternacht: Lichtfeier: Das Osterfeuer und die Osterkerze werden gesegnet.   Jesus Christus ist unser Licht, tragen wir sein Licht in die Welt hinaus.

 

Ø Papst SMS 17.3.: „Bitten wir den Herrn um sein Licht, damit wir recht erkennen, was in unserem Inneren geschieht!“

 

In den Lesungen erfahren wir die Berichte der Heilsgeschichte:   Gen 1: Bericht von der Weltschöpfung;  Gen 22, 1-18: Das Opfer Abrahams;  Ex 14: Durchzug durch das Rote Meer;  Röm 6,3-11: Auf Christus sind wir getauft.

 

Ø Papst SMS 24.3.: „Der Herr schenkt dir sein Wort, damit du es wie einen Liebesbrief aufnimmst, den er für dich geschrieben hat.“

 

Tauffeier: Nach der Taufwasserweihe erfolgt Erneuerung des Taufversprechens; das geschieht bei jeder Taufe, bei der Firmung – leben wir den Alltag als Christen! 

 

Ø Papst SMS 25.3.: „Der Glaube befähigt uns, hoffnungsvoll auf das Leben zu blicken und auch Niederlagen und Leiden anzunehmen.“

 

Ostern – Auferstehung: Joh 20,1-18: Maria von Magdala begegnet dem Auferstandenen - Wenn auch wir Jesus lieben, erfahren wir seine Gegenwart!

 

Ø Papst SMS 26.3.: „Der Herr vollbringt keine Wunder mit denen, die glauben, dass sie gerecht sind, sondern mit denen, die bereit sind, ihm ihr Herz zu öffnen.“

 

 

 

Wir Priester vom Pfarrverband Ötscherland feiern das „Triduum sacrum“, diese gnadenvollen heilsgeschichtlichen Ereignisse für alle Pfarrangehörigen.

 

Bis jetzt habe ich die tägliche hl. Messe in der Wohnung mit meiner Haushälterin gefeiert. Am Gründonnerstag, Karfreitag, Osternacht werde ich die Gottesdienste um 19.00 Uhr in der Lunzer Kirche feiern und am Ostersonntag um 8.00 Uhr. Wegen der Corona-Vorschriften können diese aber nur ohne öffentliche Beteiligung stattfinden.

 

Feiern wir besonders auch unter den jetzigen Umständen diese wichtigen Tage: als Hauskirche, unterstützt von Radio und Fernsehen, in geistlicher Verbindung miteinander und mit uns Priester über verschiedene Medien.

 

Und eines noch: Maria geht mit uns, auch in dieser schweren Zeit. Das Gebet aus „Ecclesia in Europa“ (Papst Johannes Paul II) soll uns Mut machen:

 

Ø „Maria, Morgenröte einer neuen Welt, erweise dich als Mutter der Hoffnung; wache über die Kirche von Europa: in ihr scheine das Evangelium durch;      Königin des Friedens, beschütze die Menschheit des Dritten Jahrtausends.“

 

In diesem Sinne eine segensreiche Karwoche! Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

 

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. Wir feiern den Einzug Jesu als König in Jerusalem (Mt 21,1-11). Menschen jubelten ihm zu, die Pharisäer lehnten ihn ab. 

 

Unser biblisches Gottesbild wird heutzutage konfrontiert mit eigenartigen Aussagen, z.B.:

 

 

 

Ø Der „Irgendwas-Höheres-Gott“: Irgendwas muss es ja geben. Für Freuden und Sorgen der Menschen ist er nicht zuständig.

 

 

 

Ø Der „Liebe Herrgott“: Wir alle sind seine Kinderlein. Er wird schon sorgen, dass wir alle in den Himmel kommen.

 

 

 

Ø Der „Polizei-Gott“: Er macht viele Vorschriften. Er bestraft, wenn wir uns falsch verhalten.

 

 

 

Ø Der „Feuerwehr-Gott“: Man ruft ihn nur, wenn es brennt. Dann soll er schnell eingreifen.

 

 

 

Ø Der „Verschönerer-Gott“: Ein gern gesehener Gast bei kirchlichen Festen. Im Alltag des Lebens pflegt man mit ihm keinen besonderen Kontakt.

 

  

 

Für uns Christen ist Jesus der wahre König, der uns liebt und der gekommen ist, uns aus der Sterblichkeit und Sündhaftigkeit herauszuholen. Ihm gilt unser Lobpreis!

 

  

 

Er ist kein König der Macht, sondern der König der Liebe.

Er ist König, nicht weil er herrschte, sondern weil er sich erniedrigte.

Nicht weil er Herr war, sondern Bruder.

Die Krone weltlicher Könige strahlt im Museum,

die Krone Christi strahlt in den Herzen der Menschen.

 

  

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der Karwoche diese Zuwendung Gottes erfahren!

 

Pfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland!

 

Am kommenden 5. Fastensonntag, 29. März berichtet das Evangelium (Joh 11, 1-45), dass Jesus den Lazarus von den Toten auferweckt und Martha und Maria, seine Geschwister, getröstet hat. Dazu ein geistlicher Impuls aus einem Brief von Frere Roger Schutz aus Taize (ökumenische Gemeinschaft in Frankreich):

 

Gott, du bist immer unter uns. Du willst nicht Not und Elend, sondern unbeschwerte Freude.

 

Du leidest mit jeden auf Erden. Du nimmst jeden auf, der dir seine Lasten anvertraut, so, als würdest du überall, an jedem Ort, im Haus eines Bruders, einer Schwester, empfangen.

 

Wer sich von dir aufnehmen lässt, erkennt mit seinem inneren Blick, jenseits seiner eigenen Verwirrung, einen Widerschein des verherrlichten Christus, des Auferstandenen.

 

Wenn das Vertrauen Jesu Christi in ihm durchscheint, lebt der Mensch jedesmal von neuem auf.“

 

Ich wünsche euch segensreiche Tage der Fastenzeit!

 

Pfr. Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

Liebe Schwestern und Brüder vom Pfarrverband Ötscherland! 

 

B wie bewusst: 

Bewusst will ich leben in meinem Alltag, in meiner Beziehung zu Gott, den Menschen und mir selbst.

 

Bewusst will ich schweigen und hören, diese Welt und Zeit ins Gebet nehmen und vor Gott zur Sprache bringen, den Lobgesang anstimmen, aber auch so manches Klagelied.

 

Bewusst will ich Gott suchen, der sich verborgen hält, damit ich ihn auch in allem entdecke, in guten wie in bösen Tagen.

 

Bewusst will ich Gott vor Augen haben, mein Herz zu ihm erheben, es bei ihm ausschütten, damit ich ihm alles überlassen kann, Schönes und Schweres.

 

Im Einklang mit dem Dreiklang „beharrlich – bedeutsam – bewusst“ geht Gottes Kraft alle Wege mit.

 

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 

Diese Gedanken von Paul Weismantel sollen auch im Alltag der Corona-Situation stärken und Mut machen.

 

Pfr. Norbert Burmettler