Sonntagspredigt

 

Predigt am 6. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr A, 17. Mai 2020

Lesung: Apostelgeschichte 8,5-8.14-17          Evangelium: Johannes 14,15-21

 

Liebe Schwestern und Brüder!

 


„Ich lass euch nicht im Stich!“, sagt Jesus. „Ich lass euch nicht hängen!“ „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, Ich komme zu euch. Ich werde den Vater bitten und Er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Ich bin in Meinem Vater, ihr seid in Mir und Ich bin in euch.“

So sagt Jesus zu Seinen Jüngern vor Seinem Abschied aus dieser Welt. Das war für die Jünger natürlich ein schwieriger Moment. Viele Fragen haben sich für sie aufgetan: „Wie werden sie ohne Jesus weiterleben können? Wie werden sie Sein Werk fortsetzen können? Wie werden sie wirken können, wenn Er nicht mehr da ist? Wer wird sie zusammenhalten? Wer wird sie führen? Wer wird sie unterweisen? Wer wird sie ermutigen und trösten, wenn es schwierig wird?“

Da sind die Jünger in einer ähnlichen Situation gewesen wie wir heute. Auch wir stehen in einer schwierigen Zeit, vor schwierigen Aus- einandersetzungen, vor vielen Fragen. Viele haben Angst, wie es weitergeht mit der sogenannten Coronakri-se. Viele machen sich Sorgen um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen. Viele machen sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Existenz. Viele sind arbeitslos oder in Kurzarbeit und fragen sich, wie lange das so sein wird. Andere stehen mit ihren Betrieben vor schweren wirt-schaftlichen Entscheidungen. Auch die Kirche ist davon betroffen. Wie lange werden wir so eingeschränkt Gottesdienste feiern müssen? Werden die, die jetzt nicht kommen durften oder konnten, später wieder kommen? Manche sagen ja: „Die Messe im Fernsehen ist so bequem! Da kann ich im Pyjama zuschauen, brauche das Haus nicht verlassen, und hab immer wieder eine andere Kirche mit einem anderen Priester.“ „Und“, so hat jemand gesagt, „wenn mir das gerade nicht gefällt, schalte ich auf eine andere Messe um.“ Nicht zuletzt gehen auch uns in der Pfarre die Einnahmen ab. Einige Monate ohne Klingelbeutel tut uns finanziell weh.

Jesus hat Seine Jünger getröstet; und ich denke, genauso will Er auch uns trösten: „Ich lass euch nicht im Stich!“ „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, Ich komme zu euch. Ich werde den Vater bitten und Er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Ich bin in Meinem Vater, ihr seid in Mir und Ich bin in euch.“ 

Jesus spricht von einer ganz innigen Beziehung zueinander, in der Einer im Anderen gleichsam aufgeht, Er spricht von einem innigen Ineinandersein. Jesus verspricht Seinen Jüngern, Er verspricht uns, dass Er uns nicht hängen lässt. Er sendet uns einen Beistand, Er schickt uns den Heiligen Geist. Der wird uns in die Wahrheit führen und uns an alles erinnern, was Jesus uns gesagt hat. Und Er wird uns trösten und stärken und helfen, das Rechte zu erkennen und das Rechte auch zu tun.

So dürfen wir zu allen Zeiten, in allen Nöten, besonders jetzt in dieser Zeit vor Pfingsten immer wieder um diesen Geist Gottes bitten, dass Er uns erfülle, dass Er uns lehre, dass Er uns eingebe, was das Rechte und das Richtige ist. Wir dürfen Ihn bitten, dass Er uns hilft, dass wir auch tun, was wir als richtig erkannt haben. Wir dürfen Ihn bitten, dass wir uns öffnen für Sein Wirken in dieser Welt, wir und besonders die, die das Sagen haben, die wichtige Entscheidungen treffen müssen in der Politik, in der Gesellschaft, in der Wirtschaft, in der Kirche.

Und dann spricht Jesus von der Liebe, die Ihn mit uns und uns mit Ihm und mit Gott verbindet.

Er sagt: „Wenn ihr Mich liebt, werdet ihr Meine Gebote halten.“ Und dann später: „Wer Meine Gebote hält, der ist es, der Mich liebt; wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden und auch Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren.“

Ich hoffe, dass wir alle mit-einander sagen können, dass wir Jesus lieben, dass wir Ihn zumindest lieben wollen. Ich hoffe, dass wir alle die Liebe, mit der Er uns liebt und geliebt hat und immer lieben wird, mit Liebe beantworten. Jesus sagt selbst in diesem Zusammenhang: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.“ Das hat Jesus für uns getan, für dich und für mich, für sündige, unvollkommene Menschen, denen diese Liebe oft viel zu wenig bewusst ist, die diese Liebe oft so wenig danken.

Bitten wir den Heiligen Geist, dass Er uns immer mehr begreifen lässt, wie sehr Jesus uns liebt. Und bitten wir den Heiligen Geist, dass wir diese Liebe immer mehr mit Liebe beantworten können.

Wie das geht, sagt uns Jesus selber: „Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt.“ Und was Seine Gebote sind? Ganz einfach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Was das konkret bedeutet, ist schon viel weniger einfach.
Seinen Nächsten lieben wird sicherlich bedeuten, das Gute für ihn zu wollen, ihm das Gute zu tun. Den Nächsten lieben wird bedeuten, barmherzig zu sein, Not zu lindern, bereit sein zum Verzeihen, auf ihn Rücksicht zu nehmen, seine Bedürfnisse wahrzunehmen, Verständnis zu schenken. Den Nächsten lieben, wird bedeuten, ihn vor Bösem zu bewahren, ihn zu schützen, auf ihn aufzupassen. Dazu kann in dieser unserer seltsamen Zeit auch gehören, einen Mundschutz zu tragen, damit man den Mitmenschen nicht ansteckt mit einem Virus, von dem man oft gar nicht weiß, ob man mit ihm infiziert ist oder nicht. Das ist das Trügerische an Corona, dass man infiziert sein kann, aber keinerlei Symptome hat und gar nicht weiß, dass man selber infiziert ist und dadurch ansteckend sein kann. Umso mehr müssen wir vorsichtig sein und alles tun, damit man nicht andere infiziert und sie dadurch vielleicht schwer gefährdet.

Danken wir Gott, danken wir Jesus, danken wir dem Heiligen Geist für die grenzenlose Liebe zu uns. Danken wir Gott, dass Er uns nicht alleine lässt, auch nicht in schwierigen Zeiten. Bitten wir Ihn, dass Er uns durch den Heiligen Geist helfe, das Rechte zu erkennen, das Rechte auch zu tun. Bitten wir heute und immer wieder um den Heiligen Geist für alle, die in schwierigen Zeiten Entscheidungen treffen müssen in Politik, Wirtschaft und in der Kirche.

Und bitten wir, dass wir die Liebe Gottes gut beantworten können durch die Liebe zu Ihm und zueinander.

„Wer Meine Gebote hält, der ist es, der Mich liebt; wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden und auch Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren.“


 


Dechant
KR Mag. Wolfgang Reisenhofer

Pfarrer in Mank

 

 

 

Danke, Herr und Gott,
dass wir Gast sein durften an Deinem Tisch.
Danke, dass Du in uns bist und wir in Dir sein dürfen.
Danke, dass Du uns den Beistand sendest, Deinen Geist,
der uns Anteil gibt
an der Liebe, der Freude, der Kraft, die in Dir wohnen.
Öffne uns, damit Er auch in uns wohnen und wirken kann.
Lass uns durch Ihn das Heil erkennen, zu dem Du uns berufen hast.
Hilf uns, uns vertrauend auf Dich einzulassen,
immer zuversichtlicher an Dich zu glauben und auf Dich zu bauen.
Dann können wir auch offen reden von der Hoffnung, die uns erfüllt,
und der Welt Zeugnis geben von Dir, unserem Gott,
der mit uns ist und uns den Weg zum Leben weist.

 

Liebe Mankerinnen und Manker, liebe Pfarrangehörige!

 

Der Corona-Virus hat leider auch das kirchliche Leben im Griff. Alle Aktivitäten sind abgesagt. Wir werden sehen, wie wir heuer Ostern feiern – möglicherweise ohne öffentliche Gottesdienste. Auch im Vatikan sind jetzt bereits alle öffentlichen Ostergottesdienste abgesagt.

Allerdings: Das Leben geht weiter, auch in der Kirche. Wenn auch alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt sind und auch ich Sie bitte, zu Hause zu bleiben in Rücksicht auf Ihre Angehörigen und alle anderen Mitmenschen, so darf ich Ihnen mitteilen, dass ich jetzt jeden Tag zur gewohnten Zeit mehr oder weniger privat die heilige Messe in der Kirche feiere – am Sonntag nur um 9.00, nicht um 7.30! Da bete ich auch in der Messintention, die Sie aufschreiben haben lassen, und ich bete für Sie alle, liebe Mankerinnen und Manker, dass Gott Sie vor allem Bösen behüte. Am Ende der heiligen Messe bitte ich täglich um den Segen Gottes für alle Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt.

Und ich lade Sie alle ein: Schließen Sie sich unserem Beten an. Beten Sie zu Hause, vielleicht gerade während der Zeit, in der in der Kirche die heilige Messe gefeiert wird, oder hören oder sehen Sie sich die Heilige Messe im Radio oder im Fernsehen oder im Internet an. Jetzt wird unter anderem jeden Tag um 7.00 in der Früh die Heilige Messe von Papst Franziskus in seinem Wohnort Santa Marta übertragen.

Wo Sie Gottesdienste hören oder sehen können, finden Sie im Internet unter anderem unter diesen beiden Adressen:

       https://presse.dsp.at/einrichtungen/kommunikation/artikel/2020/gottesdienste-ueber-digitale-medien-mitfeiern

https://presse.dsp.at/einrichtungen/kommunikation/artikel/2020/die-kirche-kommt-ins-haus

Beten wir gemeinsam, wie uns unser Bischof Dr. Alois Schwarz gebeten hat,

o   für alle kranken Menschen und jene, die ohne Hoffnung auf Genesung sind
o   für alle jene Menschen, die besonders mit dem Risiko einer Erkrankung konfrontiert sind
o   für die Menschen in Pflege, Medizin, die Blaulichtorganisationen, die derzeit jeden Sicherheitsabstand überwinden, um konkret zu helfen. 
o   für alle in Politik und Kirche, die derzeit verantwortungsvolle Entscheidungen treffen müssen
o   für alle Menschen, die mit den besonderen Herausforderungen in dieser Zeit leben“

Wenn ich etwas für Sie tun kann, bitte wenden Sie sich an mich. Ich bin für Sie da, so gut ich kann.

Bezüglich von Begräbnissen muss ich Ihnen mitteilen, dass wir zur Zeit nur Begräbnisse im kleinsten Familienkreis und im Freien, also in der Aufbahrungshalle und am Friedhof halten dürfen. Das Requiem kann dann zu einer späteren Zeit nachgeholt werden.

Im Übrigen ist die Kirche den ganzen Tag hindurch offen, und Sie können jederzeit in die Kirche gehen, um dort in Stille zu beten oder ein Kerzerl anzuzünden. Nützen Sie die Gelegenheit!

So wünsche ich Ihnen allen, liebe Mankerinnen und Manker, von Herzen alles erdenklich Gute, vor allem den reichen Segen Gottes, der unser aller Leben in Seinen Händen hält und alles zu einem guten Ende führen wird.

Tun wir, was uns die Regierenden sagen, nehmen wir Rücksicht aufeinander und halten wir Abstand voneinander, vor allem aber beten wir füreinander und miteinander!

 

Mit den besten Wünschen und recht lieben Grüßen in herzlicher Verbundenheit

 

 

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Reisenhofer, Pfarrer in Mank

Mitteilungen vom 4. Fastensonntag, 22. März 2020

 

Laut Anweisung unseres Herrn Bischofs gibt es in nächster Zeit keine öffentlichen Gottesdienste.

Der Herr Pfarrer wird in der kommenden Woche alleine zu den gewohnten Zeiten die heilige Messe feiern und für die aufgeschriebenen Messintentionen beten.

Bitte bleiben Sie zu Hause, um sich und vor allem auch Ihre Angehörigen zu schützen.

 

 

Montag, 23. März
19.00 heilige Messe für verstorbene Tante Maria Gruber und Cousin Josef

Dienstag, 24. März
8.00 heilige Messe für die Verstorbenen der Familie Almer, für Adelheid Riegler und alle armen Seelen

Mittwoch, 25. März
8.00 heilige Messe für die verstorbenen Angehörigen der Familie Eder

Donnerstag, 26. März
15.30 heilige Messe im Marienheim für verstorbenen Vater Johann Pferschinger und alle armen Seelen

Freitag, 27. März
8.00 heilige Messe für verstorbene Frau Edeltraud Neuhauser

Samstag, 28. März
19.00 Vorabendmesse für verstorbene Frau Theresia Graf, Sohn Karl und Angehörige

Sonntag, 29. März
9.00 Sonntagsmesse für Sophie, Arno und Xystus Bartholomäus Gerig

 

 

 

 

 

 

Spiritueller Impuls


Christen und Heiden (Dietrich Bonhoeffer)

Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.
Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehen ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.
Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod,
und vergibt ihnen beiden.

 

 

Predigt am 3. Fastensonntag, Lesejahr A, 15. März 2020


Liebe Schwestern und Brüder!


Wenn mir vor einer Woche
jemand gesagt hätte, was
heute in Bezug auf den
Coronavirus los ist, hätte ich
ihn ausgelacht.
Mittlerweile ist auch in
meinem Bekannten- und
Freundeskreis der erste Fall
aufgetaucht: Mein Freund
Samir aus Bethlehem, dessen
Sohn in Wien Zahnmedizin
studiert hat, ist vor wenigen
Tagen positiv auf den Virus
getestet worden. Er ist
Reiseführer im Heiligen
Land, war mit einem
Buschauffeur unterwegs, der
infiziert war, machte den
Test und ist selbst als
Virusträger aufgeschienen.
Gott sei Dank hat er bisher
keine Krankheitssymptome,
obwohl die Infektion mit
dem Virus mindestens zehn
Tage zurückliegen muss,
weil er seither mit dem
Chauffeur keinen Kontakt
gehabt hat und er vor zehn
Tagen schon vorsorglich in
Quarantäne gegangen ist.
Hoffen und beten wir, dass
er ohne Symptome bleibt.
Interessant ist noch, dass
auch die Frau meines
Freundes Kontakt mit dem
Chauffeur und natürlich
während der letzten zehn
Tage mit ihrem Mann hatte,
bei ihr der Virus aber nicht
nachweisbar ist.
Jedenfalls zeigt sich, dass der
Virus offenbar sehr
ansteckend ist, und dass alle
Vorsichtsmaßnahmen
getroffen werden müssen,
um sich nicht zu infizieren
und um andere nicht zu

infizieren. Wer weiß, wer
von uns vielleicht den Virus
schon in sich trägt und
andere anstecken könnte,
obwohl er selbst keine
Krankheitssymptome hat.
Deshalb hat die Regierung
alle möglichen
Vorsichtsmaßnahmen
verordnet, die wir ja alle
hoffentlich kennen und
beherzigen. Um nach
Kräften mitzuhelfen, hat
auch unser Herr Bischof eine
Verordnung erlassen, in der
er anordnet, dass es ab
Montag keine öffentlichen
Gottesdienste gibt und dass
alle pfarrlichen Treffen
abgesagt werden. Taufen und
Hochzeiten sollen auf spätere
Termine verschoben werden,
Begräbnisse sollen nur im
kleinen Familienkreis
stattfinden und nur in der
Aufbahrungshalle und am
Friedhof, nicht in der Kirche.
Es wird empfohlen, das
Requiem zu einem späteren
Zeitpunkt nachzuholen.
Bezüglich der Gottesdienste
hat der Herr Bischof
verordnet, dass e keine
öffentlichen Gottesdienste
geben soll; uns Priester aber
aufgefordert, alleine die
heilige Messe zu feiern. Die
Kirchen sollen aber offen
bleiben, damit die Gläubigen
Gelegenheit haben, die
Kirche zu besuchen und im
Gebet Trost und Zuversicht
zu suchen.
Ich werde während der
Woche zum normalen
Zeitpunkt die heilige Messe
feiern und da auch in den

von Ihnen aufgeschriebenen
Messintentionen beten.
Wenn sich da während der
heiligen Messe zufällig
jemand in die Kirche verirrt,
werde ich ihn oder sie nicht
wegschicken. Ich bitte Sie
aber mit den
Verantwortlichen der
Regierung und auch mit
unseren kirchlichen
Vorgesetzten, nach
Möglichkeit zu Hause zu
bleiben und zu Hause zu
beten und zu Hause die
heilige Messe im Radio oder
im Fernsehen mitzufeiern.
Das kann ein Akt der
Nächstenliebe sein, wie ein
Text aus Italien sagt:
„Lernen wir zu verstehen:
Das hier ist ein Kampf gegen
unsere Gewohnheiten und
nicht gegen ein Virus.
Das hier ist die Chance,
einen Notfall in einen
Wettkampf der Solidarität zu
verwandeln.
Ändern wir unsere Art zu
sehen und zu denken.
Nicht mehr: "Ich habe Angst,
mich anzustecken" oder "Ich
habe keine Angst, mich
anzustecken", sondern: wir
sind diejenigen, die die
ANDEREN schützen.
Du bist mir wichtig.
Ich halte für dich Abstand.
Ich wasche meine Hände -
für dich.
Ich streiche die Reise - für
dich.
Ich verzichte auf das Konzert
- für dich.
Ich gehe nicht ins
Einkaufszentrum - für dich.
Für dich.

Für dich, der du auf der
Intensivstation liegst.
Für dich, der du alt und
gefährdet bist, dessen Leben
aber genauso wertvoll ist wie
meines.
Für dich, der du gegen den
Krebs kämpfst und jetzt
nicht auch noch dagegen
kämpfen kannst.
Bitte: Heben wir den Blick.
Ich hoffe, dass in Italien die
Solidarität nicht stehen
bleibt. Alles andere ist
unwichtig ...“
Ich denke dasselbe gilt nun
auch bei uns in Österreich.
Bleiben wir zu Hause,
vermeiden wir Kontakte,
ohne Angst, aber aus
Solidarität.
Und wenn jemand meint, als
Christ hätte man das nicht
notwendig, da braucht man
nur beten und auf Gott
vertrauen, fällt mir eine
Geschichte ein, die von
einem frommen Mann
erzählt, der ins Hochwasser
gefallen ist und zu ertrinken
droht. Da erscheint ein Mann
am Ufer und ruft ihm zu:
„Nur Mut, ich helfe Ihnen.“
Er aber sagt: „Das brauch ich
nicht, mir hilft der liebe
Gott!“ So kämpft er weiter
und wird immer schwächer.
Da taucht am Ufer wieder
jemand auf, der ihm Hilfe
anbietet. Und er lehnt das
wieder ab, weil ihm ja Gott
helfen wird. Wie er kaum
noch kann, ruft ihm
nochmals einer zu, dass er
ihm helfen würde. Er lehnt
ab, weil ihn ja Gott retten
wird. Zum guten Schluss
geht er unter und ertrinkt.
Wie er dann im Himmel Gott
gegenübertritt, fragt er Ihn
anklagend, warum er ihn

trotz seines großen
Vertrauens nicht gerettet
habe. Da sagt Gott: „Mein
lieber Freund, drei Mal hab
ich dir Hilfe geschickt, und
du hast sie nicht
angenommen.“
Ich denke, hinter dieser
Geschichte steckt eine tiefe
Weisheit, die uns auch in
unserer Situation
weiterhelfen kann. Vertrauen
wir auf Gottes Hilfe und
nehmen wir die Hilfe an, und
unterlassen wir alles, dass
wir und unsere Mitmenschen
gar nicht erst der Hilfe
bedürfen.
Nützen Sie die vielen
Übertragungen von
Gottesdiensten im Fernsehen
und im Radio und feiern Sei
da die heilige Messe mit!
Ich lade Sie ein, liebe
Schwestern und Brüder,
beten wir füreinander und für
alle Menschen dieser Welt.
Der Herr Bischof hat uns
Priestern geschrieben, was
auch für Sie alle gelten kann:
„Ich erinnere, in Eure Gebete
besonders einzuschließen:
o Alle kranken Menschen
und jene, die ohne Hoffnung
auf Genesung sind
o alle jene Menschen, die
besonders mit dem Risiko
einer Erkrankung
konfrontiert sind
o die Menschen in Pflege,
Medizin, die
Blaulichtorganisationen, die
derzeit jeden
Sicherheitsabstand
überwinden, um konkret zu
helfen.
o alle in Politik und Kirche,
die derzeit
verantwortungsvolle
Entscheidungen treffen
müssen

o Alle Menschen, die mit
den besonderen
Herausforderungen in dieser
Zeit leben“
Tun wir´s miteinander, beten
wir für alle diese Menschen,
die heute unser Gebet
besonders brauchen!
Und wenn Sie jetzt auf
einmal mehr Zeit haben, weil
verschiedene Termine und
Verpflichtungen wegfallen,
weil die Gaststätten am
Abend geschlossen sind,
nützen Sie gerade jetzt in der
Fastenzeit die Gelegenheit:
Kommen Sie in die Kirche,
um da in Stille zu beten,
beten Sie zu Hause, beten
Sie miteinander. Jemand hat
gesagt: „Das ist die Zeit, in
der unsere Familien
wiederum zu Hauskirchen
werden.“ Trachten Sie, das
beste ausdieser Zeit zu
machen. Nehmen Sie sich
Zeit für Gott und Zeit
füreinander. So kann auch
diese Zeit für uns alle eine
Zeit der Gnade werden.
Bitten wir Maria und alle
Heiligen:
Heilige Maria, Mutter
Gottes, bitte für uns!
Alle Heiligen Gottes: Bittet
für uns!

Dechant
KR Mag. Wolfgang Reisenhofer
Pfarrer in Mank

AnhangGröße
Den-Sonntag-feiern-2.pdf1002.57 KB
Gebet in der Coronakrise (1).pdf503.15 KB