Der Kirchenführer

 

Kirchenskizze 

 

Kleiner Kirchenführer

der Pfarrkirche Petzenkirchen

 

Liebe Besucher unserer Pfarrkirche!

 

Sie befinden sich hier in einer der ältesten Kirchen des NÖ Donauraumes. Der Ort Petzenkirchen gehört zu den frühen Siedlungsgebieten unseres Landes, wie Funde aus der Jungsteinzeit, der Eisen- und der Bronzezeit beweisen. Die römische Ansiedlung ist ebenfalls durch Funde und Denkmäler für diesen Raum bezeugt. Aus einer Urkunde des Jahres 823 geht hervor, dass der Nachfolger Karl d.Gr. (+ 814), Ludwig I., der Fromme, „AD ERLAFAM“ dem Passauer Bischof Ländereien mit dem Kulturauftrag übergab.

Nach dem Sieg über die Ungarn im Jahre 955, nahmen die Bischöfe von Regensburg und Passau eine Neuordnung der kirchlichen Organisation in unserer Gegend vor und machten ihre früheren Besitzrechte geltend. Unter Bischof BERENGAR hat Passau die kirchliche Neuordnung im Donauraum geschaffen. Aus dem Jahre 1014 gibt es eine wichtige Urkunde, die von Pfarrgründungen auch Petzenkirchen gehört (Stefanskirche).

Es kann sein, dass schon vorher ein kleines Kirchlein hier stand, vielleicht eine sog. Eigenkirche. Der Name „Petzenkirchen“ leitet sich aller Wahrscheinlichkeit nach vom Bischof BERENGAR ab, dem Gründer dieser Pfarre. Dieser Bischof hat Petzenkirchen zu einer Mutterpfarre gemacht, zu einer Riesenpfarre mit dem Heutigen Bereich von Pöchlarn, Steinakirchen, Wieselburg und weiter bis Lunz. Auch über die Donau reichte die Pfarre. Dieser große Anfang hat sich nicht lange gehalten.

Auch die Bischöfe von Regensburg machten ihre Rechte geltend (zB in Wieselburg). So war um das Jahr 1100 das Pfarrgebiet zugunsten anderer Pfarrgründungen wesentlich verkleinert worden. Aus dem Jahr 1159 stammt die wichtige Urkunde des Bischofs Konrad v. Passau (ein Sohn des Hl. Markgrafen Leopold d. Hl.) mit der erstmaligen Nennung des Namens „Pecinchichen“. 

 

 

Der Bischof übertrug mit dieser Urkunde die Einkünfte der Pfarre Petzenkirchen dem Domkapitel von Passau, um die großen Schulden – verursacht durch teure Visitationsreisen – bezahlen zu können. Der Pfarrer von Petzenkirchen sollte in Hinkunft nur die Einkünfte von Purgstall erhalten. Durch diese Maßnahme wurde die Entwicklung von Petzenkirchen sehr gehemmt. Purgstall blieb bis ins späte 17. Jhdt. ein Vikariat von Petzenkirchen und wurde erst 1689 eine selbständige Pfarre.

 

Von der 1. Kirche ist nichts mehr bekannt. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Holzkirche mit Langhaus. Aus der Gotik stammt der Altarraum und die Ostmauer mit dem Turm. In der 2. Hälfte des 15. Jhdts., wurde die 2 schiffige Halle gebaut, zuerst mit 2 Giebeldächern, und der Turm erhöht.

1859 blieb beim großen Brand von Petzenkirchen glücklicherweise die Kirche verschont. 1902 wurde unter Pfarrer Reiser eine Neugotisierung im Stile dieser Zeit vorgenommen. Von der barocken Einrichtung ist leider vieles verlorengegangen mit Ausnahme des barocken Stefanusbildes und der Sebastian-Statue. 1969 erfuhr die Kirche im Sinne der liturg. Erneuerung des Konzils eine Umgestaltung.

Der neugotische Hochaltar wurde als Seitenaltar aufgestellt. In den Jahren 1965 bis 1990 wurde die gesamte Kirche innen und außen restauriert und vieles erneuert.

 

Maße der Kirche

 

Die Kirche hat eine Länge von ca. 30 Meter. Die Innenhöhe beträgt ca. 12 Meter. Und der Turm bis zur Kreuzspitze hat eine Höhe von ca. 38 Meter.

Sehenswürdigkeiten:                 3 Heilige im Eingangsbereich

 

Im Eingangsbereich

  Über dem Eingang zur Beichtkapelle sind 3 Heilige (alle 3  aus der Zeit um 1900) angebracht.

  Links: Hl. Rochus mit Pestbeule am Fuß und Hund

  Mitte: Hl. Erzengel Michael mit Drachen

  Rechts: Hl. Florian mit Wasserfass

  In der Beichtkapelle: Herz-Jesu Statue

 

 

 

 

Im Hauptschiff

  Schönes Netzrippengewölbe, restauriert 1990

  Schönes Fischblasenmaßwerk an der Chorbrüstung

  Stuckrelief am Scheitel des Triumphbogens um das Jahr 1700

  Glasfenster aus dem Jahr 1906 hergestellt von der

  Hofglasmalerei München, restauriert und thermoverglast 1980

  14 Kreuzwegbilder v. Prof. Schmidl aus dem Jahr 1879.

  Restauriert wurden sie 1974.

 

 Josef über der Sakristeitür

Bei der Sakristeitür (Ostwand der Kirche)Maria über der Sakristeitür

    Statue des Hl. Christophorus

    2 Bilder  Hl. Josef und

   von der Immakulat (lat. die Unbefleckte – ein Ehrentitel für Maria

    

Im Altarraum (= Presbyterium):Altarraum

   Lebensgrosse Spätgotische Marienstatue aus der Zeit um 1500

  aus Holz geschnitzt und wurde 1971 der Kirche vererbt.   

  Spätgotisches Kruzifix (=Kreuz mit Körper) aus dem

  15. Jahrhundert

 

Taufstein aus dem 16. Jahrhundert mit barockem Aufbau (Szene der Taufe Jesu im Jordan)Taufbecken

Über dem Taufbecken: Statue vom Hl. Geist in Form einer

Taube mit Strahlenkranz

Volksaltar aus dem Jahr 1969 (nach dem 2. Vatikanischen

Konzil)

        

 Glasfenster

 Glasfenster:

 

  Großes Glasfenster in der Mitte zeigt die Steinigung des Hl.

  Stephanus. „Ich sehe den Himmel offen“. Über der

  Steinigungsszene thront die Hl. Dreifaltigkeit Gott Vater – Gott Sohn – Heiliger Geist.

 

 Linkes Glasfenster: Hl. Petrus (mit Schlüssel) und Hl. Paulus (mit

 Schwert)

 Rechtes Glasfenster: Hl. Clara v. Assisi (mit Monstranz) und Hl.

 Barbara (mit Turm)

 

 

Am Chor:Orgel

  Orgel von Breinbauer (Ottensheim bei Linz) aus dem Jahr 1889. 

  Die Orgel hat 739 Orgelpfeifen.

 

  

Hinter der Orgel – Eingang in den Turm

 

Früher wurden die Glocken mit der Hand von der heutigen Beichtkapelle aus geläutet. Heute läuten die Glocken mittels Elektromotoren.

 

Glockenstube:

 

Wie im 1. Weltkrieg mussten auch im 2. Weltkrieg alle Glocken abgeliefert werden. Nur die Sterbeglocke blieb erhalten. Die neuen Glocken wurden in St. Florian gegossen und nach dem Krieg geweiht.

 

1. Glocke (Hl. Florian und Hl. Leonhard)      Fis  hat 670 kg

2. Glocke (Hl. Maria)                                     Ais  hat 325 kg

3. Glocke (Hl. Stephanus)                              Cis  hat 193 kg

4. Glocke                                                        Dis  hat 135 kg

5. Glocke (Sterbeglöckchen)                                 hat   50 kg

 

Im Seitenschiff

  Neugotischer Altar (= Seitenaltar) – war bis 1969 der Hochaltar.

  Der Altar stammt aus dem Jahr 1907 und wurde 1981 restauriert.

 

  Die Heiligen am Seitenaltar:Seitenaltar

  linke Seite:

    links: Hl. Johannes Nepomuck

    mitte: Hl. Nikolaus

    rechts: Hl. Jakobus

  rechte Seite:

    links: Hl. Theresia von Lisieux (=kleine hl. Theresia)

    mitte: Hl. Anna (=Mutter von Maria)

    rechts: Hl. Elisabeth

  Mitte: Statue der “Altenmarkter Madonna” (=eine Kopie)

 

 

  Über dem Seitenaltar:

 

   Barockes Hochaltarbild „Steinigung des Hl. Stephanus“.

   War bis 1902 das Hochaltarbild des barocken Altares.

   Links vom Seitenaltar: Statue des Hl. Josef

   Rechts vom Seitenaltar: Statue des Hl. Sebastian (Barock)

   3 eingemauerte Grabsteine: siehe Beilage 

 

 

 

   Weitere Grabsteine sind außen in der Turmnische:

 

Unterm Missionskreuz

   Das obere Fragment eines römischen Grabsteines mit

   römischem Adler und einer Schlange aus dem 2.

   Jhdt., war im alten Pfarrhaus eingemauert bis 1965.

 

An der linken Seitenwand

  Grabstein mit Rosetten in den Zwickeln. Kreuz in

  einer Landschaft mit kniendem Ritter. Hinter ihm

  sind viele Knaben. Auf der anderen Seite Frauen und

  Mädchen. Hinter den Knaben sind Blumen. Um 1600.

 

An der rechten Seitenwand (kleine rote Platte)

   Frages, wer da begraben ligt das will ich selbst

   berichten dich. Hans Adam Kirchweger war ich

   genannt in diesem Viertel allen wohlbekannt, als

   Landschafts Medicus. Da ich andern

   zu Hilff kam, bezahlt mit der Toth in der Erlauff

   Lohn. Im Jahr 1672. Den  26. Juli.

 

  Die Pfarrgemeinde Petzenkirchen

 

Ausdehnung: 33,5 km²

Dazugehörende Ortschaften der Marktgemeinde Petzenkirchen und der Gemeinde Bergland:

 

Petzenkirchen, Breiteneich, Annatsberg, Lehen, Schöllenbach, Hüttgraben, Ungerhof, Strohberg, Gumprechtsberg, Pressbach, Grub, Rosenau, Haubenhof, Kendl, Warth, Grübl, Schwannerfelden, Dollbach, Landfriedstetten, Reith, Annafuß, Hundspolln, Edt, Reithaus, Hossinghof, Höhenberg, Wohlfahrtsbrunn, Wocking, Niederndorf, Plaika, Edichental, Hagenau, Kollm, Henning, Mitterndorf, Ratzenberg, Ober- und Mittereichen, Weinzierlberg, Krottenthal, Polln, Fohra, Berghof, Berging, Thalling, Ober- und Unteregging, Holzing, Pyhra, Echling, Königstetten, Reidl.

Seelsorger der Kirche

 

     Als 1. Pfarrer scheint Pfarrer Albert auf (1189)

     Wittal Ignaz (1775-1777),

     Angerer Jakob (1778-1796),

     Meixner Laurentius (1796-1811),

     Gunther Johann (1811-1819),

     Lindebner Josef (1819-1828),

     Rauschenberger Joh. (1829-1839),

     Stöller Ferdinand (1840-1849),

     Leitner Franz (1849-1879),

     Innerhuber Joseph (1879-1888),

     Passer Georg (1888-1893),

     Reiser Leopold (1894-1913),

     Schlager Ferdinand (1913-1925),

     Plappert Alois (1925-1938),

     Hiebl Franz (1938-1942),

     Dr. Panholzer Josef (1942-1964),

     Ferdinand Holzweber (1964-2002)

     Pater Manfred Kusiek seit 2002