Kirche

 

 

Die Stadtpfarrkirche Schrems

 

Die Pfarre Schrems wurde um das Jahr 1250 errichtet. Vermutlich gab es einen romanischen Kirchenbau, welcher aus der Burgkapelle hervorgegangen ist. Diese Kirche wurde in späterer Zeit gotisiert. Alten Berichten zufolge wurde das Gotteshaus im Langhaus neu eingewölbt und durch vier Säulen in zwei Schiffe geteilt (Ähnlich der Kirche in Weißenalbern). Sie war neun Klafter (ein Klafter entspricht in etwa zwei Meter) lang und drei breit. Der Altarraum, untergebracht im mächtigen Ostturm, war vier Klafter lang und drei breit. Geweiht war diese Kirche dem hl. Laurentius. Sie besaß fünf Glocken. Im Jahr 1871 brannte die Kirche beim großen Stadtbrand ab und man beschloss die Ruinen zu schleifen und einen Neubau zu errichten. Die damalige Herrschaftsbesitzerin von Schrems, Gräfin Eugenia Sophie Vrints zu Falkenstein, verehelichte Thurn-Valesassina, finanzierte den Rohbau.

Die heutige Pfarrkirche präsentiert sich von Außen als ein gedrungener neubarocker Bau. Dem Langhaus wurde im Westen ein Turm mit Zeltdach vorgebaut. Das Kirchenschiff ist mit gedrückten Gewölben überspannt, die auf seitlichen Pfeilern ruhen. Die Fenster sind einfache, großflächige Rundbogenfenster.

 

Der barocke Hochaltar stammt etwa aus 1720 und wurde „aus dem Wiener Raum“ angekauft. Er ist aus marmoriertem Holz gefertigt und etwa sieben Meter hoch. Der Aufbau ist bühnenartig und mit korinthischen Säulen versehen. Das Altarbild stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel dar, das darüber liegende Oberbild die allerheiligste Dreifaltigkeit. Dieses wird von zwei Puttis flankiert. Zu beiden Seiten des Altarbildes finden sich aus Lindenholz geschnitzte Assistenzfiguren. Auf der rechten Seite sieht man den hl. Rochus mit Pilgerstab und Pilgermuschel, links den hl. Sebastian an einen Baumstumpf gebunden und von Pfeilen durchbohrt. Der Altaraufbau sowie die Bilder, der berühmten Künstlerdynastie der Carlones zugeschrieben, wurden in den Jahren 2009 und 2010 unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes einer gründlichen und fachkundigen Restaurierung unterzogen.

 

Im Jahr 1950 wurde im Presbyterium die von Jon Rehor aus Budweis 1897 angefertigte Ornamentmalerei entfernt und von Prof. Maria Sturm ein neues Deckenfresko angefertigt. Es stellt in der Mitte das sieghafte Osterlamm in der Verherrlichung Gottes dar. An den Ecken sind die vier Evangelisten mit ihren Attributen dargestellt.

Am linken Abschluss des Langhauses findet sich die barocke Statue der unbefleckten Gottesmutter. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine Herz Jesu Statue, welche im Jahr 1949 von Prof. Albin Moroder geschaffen wurde.

Das Langhaus hat 1906 der Waidhofner Maler Franz Mairhofer im romantischen Stile ausgemalt. Die sechs Deckenbilder zeigen (teils unbiblische) Szenen aus dem Marienleben. Decke und Pfeiler sind mit Ranken und Ornamenten verziert. Die zwölf Weihekreuze der Kirche sind an den Pfeilern mit Portraitbildern der Apostel gekennzeichnet.

Kreuzweg und Kanzel sind aus neuerer Zeit. Die bei den Eingängen angebrachten Weihwasserbehälter sind aus dem Jahr 1946 und von der ortsansässigen Firma Josef Widy gefertigt.

Ebenso das 1947 aus Gebhartser Granit gefertigte Taufbecken. Darüber befindet sich ein künstlerisch nicht sehr gelungenes Fresko des Tiroler Malers Roman Fasser, die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer darstellend.

Der Zelebrationsaltar wurde in den Jahren 1966/7, ebenfalls aus Granit, von der oben genannten Firma hergestellt. Auf der rechten Seite findet sich das granitene Sakramentshäuschen, welches mit einer schmiedeisernen Tür versehen ist.