Pfarre Stein - St. Nikolaus

1263 - 2020: 757 Jahre Pfarrleben in Stein an der Donau

 

Herzlich Willkommen

auf der Homepage der Pfarre

Stein - St. Nikolaus

 

 

 

Unsere Gottesdienstordnung

 

Liebe Gläubige,

nach und nach haben sich die Regeln für die  Gottesdienste gelockert, sodass wir jetzt wieder zur gewohnten Gottesdienstordnung zurückkehren können. Selbstverständlich halten wir uns an die derzeit gültigen Regeln, wir bitten Sie, uns dabei zu unterstützen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Bleiben Sie gesund,

das Seelsorgeteam der Pfarre Stein

 

Gottesdienste ab 1. Juli 2020

 

  • Montag: 18.30 Uhr
  • Dienstag: 7.45 Uhr
  • Mittwoch: 18.30 Uhr
  • Samstag: 18.30 Uhr
  • Sonn- und Feiertage: 9 Uhr

   

 

 

Gedanken zur Woche 16, Dr. Matthias Martin

 

Dafür, dass einzelne Verse, Halbverse wie Gruppen von Versen der Bibel nicht aus dem Zusammenhang zu reißen und in einem solchen einseitigen Sinne zu verabsolutieren sind, ist das Evangelium vom 13. Sonntag im Jahreskreis ein gutes Beispiel. Wird hier doch dazu gemahnt, die Treue zu Jesus Christus nicht aufzugeben aus Sorge vor familiären Beziehungen. Dabei liegt dies auf einer Linie mit manch anderer Aussage mit der Bibel. So wird bereits in den Makkabäerbüchern, die wir im Alten, im Ersten Testament finden, aufgerufen, sich nicht aus Rücksicht auf Familienangelegenheiten von der Glaubenstreue zu distanzieren. Etwas nach dem Evangelium in diesem Jahr für den 13. Sonntag heißt es im Matthäusevangelium:

 

„(12,48) Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er:
Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?
(49) Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte:
Siehe, meine Mutter und meine Brüder!
(50) Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“.

 

Eine ganz ähnliche Formulierung finden wir dazu jeweils im Markusevangelium und im Lukasevangelium.

 

Der Wert von Familie, von Ehe, von Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern, soll aber keineswegs kleingeredet werden. Vielmehr geht es für die Christin, den Christen darum, all dies in den richtigen Kontext einzuordnen. Dazu ist eben der Blick auf die Gesamtheit der biblischen Bücher des Alten und des Neuen Testamentes, auch genannt Erstes und Zweites Testament, unverzichtbar. So wird auf die Intaktheit familiärer Beziehungen, sowohl denen zwischen den Ehepartnern wie denen zwischen Eltern und Kindern ziemlich direkt gleich dreimal in den Zehn Geboten eingegangen. Im ebenfalls alttestamentlichen Buch Tobit wird verdeutlicht, wie sehr ein intaktes Familienleben helfen kann, Gutes zu tun und dies gerade auch in schwierigen Zeiten. Die Bedeutung guten Ehe- bzw. Familienlebens wird in verschiedenen Versen des über Jahrhunderte in der Christenheit besonders geschätzten Buches Jesus Sirach unterstrichen. Der Gedanke, dass eine intakte Familie besondere Bedeutung für die Ausbreitung des Christentums und so etwas wie kirchliches Leben vor Ort gewinnen kann, wird in einer neutestamentlichen Schrift wie der Apostelgeschichte deutlich. Dass es auch zwischen Schwiegermutter und Schwiegertochter ein sehr gutes Verhältnis geben kann, wird schon im alttestamentlichen Buch Rut deutlich. Obwohl Noomi und Rut der Herkunft nach verschiedenen Volksgruppen angehören, sind sie unzertrennlich, sorgt Rut gerne für ihre Schwiegermutter Noomi. Bis in moderne Film- und Videoproduktionen eingegangen sind Ruts Worte, mit denen sie klarstellte, dass sie sich auch bei Schwierigkeiten nicht von ihrer Schwiegermutter Noomi trennen werde:

 

„(1,16) . . . Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren!
Wohin du gehst, dahin gehe auch ich,
und wo du bleibst, da bleibe auch ich.
Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.
(17) Wo du stirbst, da sterbe auch ich,
da will ich begraben sein.
Der Herr soll mir dies und das antun -
nur der Tod wird mich von dir scheiden“.

 

Später wurde Rut dann, als die vom moabitischen Ausland zugewanderte Frau, sogar zur Stammmutter des Königshauses von David. Im Erläuterungstext der neuen Ausgabe der deutschen Einheitsübersetzung heißt es bezeichnenderweise über dieses Buch Rut: „Mit großer Intensität werden gegenseitiges Wohlwollen, Treue und Solidarität innerhalb der Familie thematisiert, speziell zwischen den beiden starken Figuren von Schwiegertochter und Schwiegermutter“.

 

Zum Ausschluss von Missverständnissen wurde der sakramentale Charakter der Ehe in der kirchlichen Überlieferung immer wieder betont. Dies geschah auch bei mehr als einem Konzil, so insbesondere bei dem von Florenz und dem Konzil von Trient. Dabei wurde jeweils, wie schon im IV. Laterankonzil, die Gleichrangigkeit beider Ehepartner betont. Der oder die eine steht nicht unter oder über dem/der anderen in der Ehe. Beide Eheleute befinden sich nach katholischer Auffassung auf gleicher Augenhöhe zueinander. Dafür einzutreten ist eine dauernde Herausforderung, eine bleibende Aufgabe für die Kirche. Denken wir hier nur an die Auseinandersetzung zwischen katholischer Kirche und dem mitunter sogar seine jeweilige Frau hinrichtenden englischen Gewaltherrscher Heinrich VIII. und dem daraus erwachsenden anglikanischen Staatskirchentum.

 

1. Lesung: 2 Kön 4,8-11.14-16a
2. Lesung: Röm 6,3-4.8-11
Evangelium: Mt 10,37-42

 

 

 

AnhangGröße
267-20 Anordnung 2 Pfarren Messen Corona-Virus 12. 3. 20.pdf171.23 KB
31-03-2020 Unterlage-OsternzuHause.pdf1.28 MB