Pfarre Stein - St. Nikolaus

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Pfarre Stein - St. Nikolaus

 

 

Liebe Gläubige,

nach einigen Corona-Wochen freuen wir uns, dass wir wieder zu den üblichen Zeiten Gottesdienst feiern können. Bitte halten Sie sich auch weiterhin an die jeweils gültigen Vorschriften. Diese sind vor Ort ersichtlich.

Vielen Dank und bleiben Sie gesund,

 

Ihr Seelsorgsteam der Pfarre Stein

 

 

Unsere Gottesdienstordnung

 

Montag: 18 Uhr Rosenkranzgebet, 18.30 Uhr Hl. Messe

Dienstag: 7.45 Uhr Hl. Messe

Mittwoch: 18.30 Uhr Hl. Messe

Samstag: 18.30 Uhr Hl. Messe, anschließend Beichtgelegenheit

Sonntag: 9 Uhr Hl. Messe

 

 

Gedanken zur Woche 17, Dr. Matthias Martin

 

Die uns durch die heute übliche Leseordnung für den 14. Sonntag im Jahreskreis vorgelegten biblischen Texte weisen uns in kühner, ja visionärer Weise über menschliche Grenzen hinweg, über geografische, nationale wie soziale oder standesmäßige.
Da ist die erste Lesung aus dem alttestamentlichen Buch Sacharja. Dieses sehr vielen, um nicht zu sagen den meisten, heute lebenden Katholikinnen und Katholiken wohl ziemlich unbekannte biblische Buch gehört dem Zwölfprophetenbuch innerhalb des Alten Testaments, des Ersten Testaments, an. Oft werden die darin enthaltenen einzelnen biblischen Bücher auch die „Kleinen Propheten“ genannt. Diese Bezeichnung rührt nicht von einer vermeintlich kleinen inhaltlichen Bedeutung, sondern vom eher bescheidenen Umfang her. So ist das Buch Obadjas die einzige Schrift des Alten bzw. Ersten Testaments, welche so kurz ist, dass es keine Unterteilung in Kapitel, sondern nur in Verse besitzt und gerade einmal aus 21 Versen besteht. Wie das Buch Obadja im Alten bzw. Ersten Testament so weisen nur vier Schriften des Neuen bzw. Zweiten Testaments lediglich Verse ohne Kapiteleinteilung auf: der Brief an Philemon, der Zweite und der Dritte Johannesbrief sowie der Judasbrief. Wie die katholische Kirche zu verschiedenen Gelegenheiten so auch auf Konzilien betonte, sind all die verschiedenen biblischen Einzelschriften in Ehren zu halten und zu würdigen.     
Aus dem Zwölfprophetenbuch, den „Kleinen Propheten“, ist am meisten das Buch Jona bekannt. Ja, Jona, das ist der mit dem großen Fisch! Auf Jona wird in anderen Schriften des Alten Testaments und sogar öfter noch im Neuen Testament ausdrücklich hingewiesen. Zum Zwölfprophetenbuch gehört auch das Buch Joel, wobei heutzutage mancher und manchem dazu wohl spontan der männliche Hauptheld in dem international für Furore sorgenden Computerspiel „The last of us“ in den Sinn kommen mag.

Um eine internationale, ja globale, Ausrichtung ging und geht es auch im Buch Sacharja, nicht zuletzt in den Versen für diese erste Lesung am 14. Sonntag im Jahreskreis. Heißt es doch hier, dass „den Nationen“ der Frieden verkündet werde und nicht etwa nur einer bestimmten, und dass Gottes Herrschaft reichen werde „von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde“. Die Gedanken werden damit schon in eine Richtung geführt, wie es dann zu einem Höhepunkt kommt am Ende des Matthäusevangeliums mit dem allgemeinen Missionsbefehl, hinauszugehen zu allen Völkern und die Menschen zu taufen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie alles zu lehren, was Jesus geboten hat. Petrus als der Erste der Apostel wurde zum ersten Heidenmissionar und Paulus, auf den der Römerbrief mit den Versen für die zweite Lesung zurückgeht, hat dann diese allgemeine Mission besonders vorangetrieben.

In die Richtung der Überwindung sozialer, standesmäßiger Schranken weist uns eigens der Evangeliumstext. Man kann darin eine gedankliche Fortführung zahlreicher Aussagen sehen, die sich bereits im Ersten Testament der Bibel, dem Alten Testament, finden. So wird bereits in den Büchern Mose zur Hilfe für die Armen aufgefordert, sind im Buche Rut zwei einfache Frauen die großen Heldinnen und wird im Buch Jesus Sirach zu Respekt und Hilfsbereitschaft den Armen gegenüber gemahnt. In Psalm Neun wird verheißen, dass der Herr der Retter der Armen und Bedrängten sei und im Buch der Sprichwörter wird betont, dass Gott auch der Schöpfer der Armen ist. Wie so oft mag dem Menschen guten Willens dazu eigens der neutestamentliche Jakobusbrief in den Sinn kommen, wo es im zweiten Kapitel heißt:

„(1) Meine Brüder und Schwestern,
haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit,
frei von jedem Ansehen der Person! . . .
(5) Hört, meine geliebten Brüder und Schwestern!
Hat nicht Gott die Armen in der Welt zu Reichen im Glauben
und Erben des Reiches erwählt,
das er denen verheißen hat, die ihn lieben? . . .
(9) Wenn ihr aber nach dem Ansehen der Person handelt,
begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz überführt,
dass ihr es übertreten habt.“

Umso mehr sollen die Katholikinnen und Katholiken sich redlich bemühen, im guten Sinne menschliche Grenzen zu überwinden und Vorurteile und Ausgrenzung zu vermeiden.

  

1. Lesung: Sach 9,9-10
2. Lesung: Röm 8,9.11-13
Evangelium: Mt 11,25-30

 

 

 

Gedanken zur Woche 17-b, Dr. Matthias Martin

 

Im Frankenlied mit seinem Text von Joseph Victor von Scheffel und der Melodie von Valentin Eduard Becker wird er gepriesen als „der Winzer Schutzherr“. Es ist die Rede vom heiligen Kilian, dessen die Kirche gerade am 8. Juli gedenkt. Fürwahr, es ist eine große Ehre in der inoffiziellen Regionalhymne des Frankenlandes und hier insbesondere der drei fränkischen Regierungsbezirke des jetzigen Freistaates Bayern Unterfranken, Mittelfranken und Oberfranken namentlich genannt zu werden. Dies gilt umso mehr, da dieses von der Deutschen Romantik nicht zu trennende Lied gerne auch bei offiziellen Anlässen in diesen Regierungsbezirken gesungen beziehungsweise gespielt wird.

 

Man sollte sich durch den gewissermaßen „netten“ Text des Frankenliedes und die freundliche Erwähnung des heiligen Kilians als „der Winzer Schutzherr“ aber nicht irreleiten lassen. Der heilige Kilian mit seinen beiden ebenfalls als Heiligen verehrten Gefährten Kolonat und Totnan war nicht der lustige Geselle für Weinseligkeit, der halt auf ein Achtel oder wie man im Frankenland gerne sagt, einen Schoppen, anstieß. Er war vielmehr einer jener iro-schottischen Missionare, die seit der Spätantike aus ihrer Heimat Schottland und Irland aufbrachen, um den christlichen Glauben zumeist auf dem europäischen Kontinent zu bezeugen und möglichst zu verbreiten. Die Heiligen Kilian, Kolonat und Totnan haben dann insbesondere im Gebiet des heutigen Unterfrankens gewirkt. Ging es hier ganz allgemein um die Festigung des schon irgendwie verbreiteten Christentums, so ging es im Besonderen darum, den Menschen christliche Moralvorstellungen konsequent zu vermitteln. Die drei auch als „die drei Frankenapostel“ bezeichneten Kilian, Kolonat und Totnan müssen dabei sehr konsequent, ja todesmutig, vorgegangen sein. Wird gerade heutzutage Kirchenvertretern oft vorgeworfen, es sich mit den Reichen und Mächtigen zu richten und am liebsten auf die nicht so starken in der Gesellschaft zu schimpfen, so war ein solches Verhalten ganz offensichtlich nichts für die drei Frankenapostel.
In dem bei uns üblichen Deutschen Messbuch heißt es über den heiligen Kilian, dass er nach Würzburg gekommen war und schließlich

 

„als er gegenüber der dortigen thüringischen Herzogsfamilie das kirchliche Eherecht geltend machte, mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan um 689 in Würzburg ermordet <wurde>“.

 

In der allgemeinen Überlieferung wie eher speziellen historischen Erörterungen wird immer wieder betont, dass diese Auseinandersetzung mit den „besseren Kreisen“ der damaligen Gesellschaft, Leuten aus „feiner Familie“, sprich dem vorhandenen Adel, für Kilian, Kolonat und Totnan schließlich ins Martyrium führte.           
Dementsprechend wurde schon vor Jahrzehnten in einem Beitrag des öffentlich-rechtlichen Radioangebots für Unterfranken dieser Zusammenhang herausgestellt. Hätte Sankt Kilian einfach irgendetwas Frommes zum Thema christlicher Glauben geäußert, gewissermaßen harmlose fromme Sprüche geklopft und Leute getauft, wäre ihm und seinen Gefährten sicher nichts passiert. Mit seiner Kritik an den Zuständen im Herzogshaus wäre aber sein Schicksal besiegelt gewesen. Sankt Kilian hätte wohl gewusst, was ihm bevorstand, sei aber nicht bereit gewesen, sich beim Hochadel anzupassen, Großen der Gesellschaft gegenüber willfährig zu sein.

 

Leben und Sterben des heiligen Kilians und seiner Gefährten erinnern an das Schicksal Johannes des Täufers wie des heiligen Thomas Morus und des heiligen John Fisher samt all der anderen ungezählten Märtyrer gerade englisch-britischer Katholikenverfolgungen seit den Tagen des berüchtigten Heinrichs VIII. Auch sonst hatte die katholische Kirche immer wieder Auseinandersetzungen mit sich selber „christlich“ nennenden Adeligen und Königen zu bestehen, die meinten, ihnen käme etwa in Ehefragen ein Sonderstatus zu. So verurteilte der Heilige Stuhl seinerzeit auch konsequent die zweite Heirat Kaiser Napoleons Bonapartes mit der habsburgischen Erzherzogin Marie-Louise. Damals waren insbesondere Papst Pius VII. und sein langjähriger Kardinalstaatssekretär Ercole Consalvi bei aller persönlichen Friedfertigkeit nicht bereit, dem Gewaltherrscher Napoleon, vor dem Europa zitterte, gefällig zu sein. Ebenso konsequent widersetzte sich damit die Kirchenleitung der Heiratspolitik der angeblich so katholischen Habsburger.

 

Vielleicht haben in ihren eigenen schweren Stunden der Auseinandersetzung mit den damaligen Kaiserhäusern Papst Pius VII. und seine Getreuen an das Leben und Sterben Kilians, Kolonats und Totnans gedacht.   
Von vielen Menschen sind sie auf jeden Fall offensichtlich nicht vergessen worden. So erschienen zum Gedenken an den Heiligen Kilian und seine Gefährten eigene Briefmarken. Schon Jahre vor der Einführung der gemeinsamen Währung Euro brachten hierzu die Republik Irland als das Heimatland der Märtyrer und die Bundesrepublik Deutschland eine gemeinsame Briefmarke heraus. In der bildenden Kunst und der Musik stoßen wir auf zahlreiche Beispiele für die Verehrung des heiligen Kilians.

 

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267-20 Anordnung 2 Pfarren Messen Corona-Virus 12. 3. 20.pdf171.23 KB
31-03-2020 Unterlage-OsternzuHause.pdf1.28 MB