Sonntagspredigt

Sonntag, 19. Februar

 

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

 

Im heutigen Evangelium (Mt 5,38-48) geht es um die Feindesliebe.sinnd herausfordernde Worte:

„Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, halt ihm auch die andere hin!“ „Wenn dir einer das Hemd nimmt, gib ihm auch den Mantel!“

Oder in der 1. Lesung (Lev 19, 17): „Trage keinen Hass gegen deinen Bruder!“  

 

Wenn wir das mit dem Weltgeschehen konfrontieren, ist es eine Herausforderung: Menschen werden verfolgt und umgebracht, Christen werden angegriffen, oft grausam ermordet und Kirchen angezündet - und dann die Aufforderung: „Liebet eure Feinde!“  

 

Was bedeuten diese Aussagen der Bibel, was will Jesus uns damit sagen, was will er uns besonders ans Herz legen?  

 

Liebe kann man verschieden leben: im Hinblick auf die Ehe, auf die Familie, im Freundeskreis,  romantisch als Verliebte, abgeklärt im Alltag des Lebens, als Stoßseufzer, wenn man gewaltig herausgefordert wird.  

 

Doch Feinde lieben? Bringt das etwas, hat das überhaupt einen Sinn? Man denke an die schaurigen Berichte jener Länder, wo Bombenattentate und Terror an der Tagesordnung sind.

 

Wir müssen feststellen, dass Diplomatie oder auch militärische Gewalt keine Lösungen bringen.  

 

Letztlich geht es um ein Umdenken des Menschen, von Machtstreben und vom wirtschaftlichen Profitdenken wegzukommen.

 

Gerade in dieser Hinsicht müssen wir uns als Christen einbringen, mit der radikalen Botschaft des Friedens, mit konkreten Hilfestellungen, die wirklich das Wohl des Menschen im Auge hat.

Das geht nur mit den Kriterien der Feindesliebe.  

 

Doch bringt die Feindesliebe wirklich Erfolg, ist das nicht zu blau-äugig, unrealistisch?

 

Ja, sie bringt wirklich einen Umschwung. Dazu gibt es Beweise, dazu gibt es Personen, die einen Umschwung gebracht hatten.  

 

In erster Linie unserer Herr Jesus Christus. Er ließ sich sogar ans Kreuz schlagen und hat seinen Mördern vergeben.

 

Das hat die Menschen fasziniert, sie haben den Glauben an Jesus gefunden und sind in die Welt als Friedensapostel hinausgezogen.  

 

Dass sich das Reich Gottes und mit ihr  die Friedensbotschaft so schnell ausgebreitet hat, ist den Martyrern  zu  verdanken. Ihr Sterben hat die Menschen überzeugt, dass das Evangelium eine große Kraft ist.  

 

Man denke an das Vorbild von Martin Luther King. Seine friedliche Lebensweise brachte den Schwarzen in Amerika die Freiheit, ähnlich in Indien durch das Beispiel von Mahatma Gandi.  

 

Beten wir, dass immer mehr Menschen sich für Friedensapostel zu Verfügung stellen, bei den verschiedenen Gremien und Institutionen, außerhalb und innerhalb der Kirche.  

 

Frage: Gibt es innerhalb der Kirche auch „Feinde“?

Die Zeit der Glaubenskriege ist zwar vorbei, aber es gibt Spannungen, entgegensetzte Auffassungen, wie man den Glauben leben soll.   Man spricht von „konservativ“ oder „progressiv“.      

 

Das sind keine guten Ausdrücke. Man muss sicherlich den eigenen Standpunkt vertreten, aber es besteht die Gefahr, über den anderen zu richten.  

 

Da sollten wir an den hl. Franziskus denken. Er sah die Machthaber mancher Kirchenfürsten, die Schwächen und Sünden der Kirche.

 

Franziskus aber trat nicht mit Macht auf, um eine Änderung herbei zu führen. Er machte das Gegenteil. Mit seiner bescheidenen Lebensweise brachte er es hin, dass sich eine Neubesinnung der Kirche ergab. Es entstand die franziskanische Bewegung, die weitläufig Frieden und Gerechtigkeit brachte.  

 

Beten wir, dass Andersdenkende in der Kirche, nicht als „Feinde“ oder „Häretiker“ betrachtet werden, sondern als Bruder oder Schwester, die eine andere Meinung haben.  

 

Am Schwierigsten ist die Feindesliebe im persönlichen Bereich zu leben. Sicherlich werden wir kaum Mitmenschen haben, die uns mit dem Tode bedrohen. Aber manche können eine große Herausforderung bedeuten, meistens solche, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden. Das kann ein Ehepartner sein, pubertierende Jugendliche, Mobbing am Arbeitsplatz, der Nachbar nebenan oder auch vielleicht Mitchristen in der Pfarre.  

 

Reaktionen von Wut und Ärgernis, schlaflosen Nächsten, negative Gedanken, die jahrelang anhalten, können psychosomatische Krankheiten hervorrufen.

Wie da herauskommen?  

 

Der erste Schritt ist, die betreffende Person im Gebet Gott anzuvertrauen, alle persönlichen Verletzungen Gott zu geben und versuchen, innerlich zu verzeihen.

 

Der zweite Schritt ist, miteinander sprechen und zwar ehrlich zu sprechen. Günstig kann es sein,  einen Fachmann oder eine Fachfrau beiziehen. Dazu gibt es auch kirchliche Stellen der Eheberatung.

Oder man sucht einen geistlichen Begleiter. Wir Priester sind dazu gerne bereit.  

 

Und es gibt noch jemand, dem wir verzeihen sollen: sich selber!  D.h.  sich selber annehmen mit allen Schwächen, aber auch das Positive des persönlichen Lebens zu sehen, denn jeder hat auch Fähigkeiten.  

 

Versuchen wir, dass der Geist Gottes in uns einzieht, unser Leben bestimmt und wir ein Tempel des hl. Geistes werden, in dem Liebe, Barmherzigkeit und Zufriedenheit herrscht.

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

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