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 Mariä Empfängnis, 8.Dezember

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„Mariä Empfängnis“ heißt mit einfachen Worten ausgedrückt das heutige Fest. Theologisch, liturgisch und mit komplizierten Begriffen bezeichnet man es genauer mit:  „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. - Was sollen diese Aussagen bedeuten? 

Die Glaubenslehre der Kirche sagt, dass Maria vom ersten Augenblick ihres Lebens an von der Erbsünde bewahrt wurde. Der allmächtige Gott hat an ihr dieses einzigartige Geschenk vollbracht. - Was versteht man nun unter „Erbsünde“? 

 

Es ist ein Begriff, den man nicht leicht erklären kann. Einfach ausgedrückt: Man wird als Mensch hineingeboren in eine sündhafte Welt. Es ist eine „Sündenverflochtenheit“, die sich in alle Lebensbereiche des Menschen auswirkt. Die sündhaften Neigungen der Menschen werden weiter vererbt. 

 

Mit einem Bild könnte man das so beschreiben: Die Bewohner mancher Städte, wie z.B. in China, werden durch den Smog, durch die Abgase in starke Mitleidenschaft gezogen. Sie müssen ihre Atemwege schützen, um nicht in der Umweltverschmutzung zu ersticken. Fachleute gehen nun daran, Filter bei den Fabriken einzubauen, um die negativen Auswirkungen zu lindern. 

 

Wenn wir das bildhaft auf Maria übertragen, so heißt das: Gott hat einen so starken „Filter“ für Maria eingebaut, dass sie vollständig von schädlichen Einflüssen bewahrt wurde. 

 

Eine Folgerung ist dabei noch zu berücksichtigen: Maria blieb auch ohne persönliche Sünde. Sie führte reines Leben, in dem es keine Verfehlungen gab. So wurde Maria als „reine Magd“ auserwählt, für Jesus eine würdige Wohnung zu sein. 

 

Wenn wir unser eigenes Leben in Blick auf Maria betrachten, so erleben wir meistens das Gegenteil: wir sind einer „geistlichen Umweltverschmutzung“ ausgeliefert. 

 

Auch merken wir immer wieder, dass wir persönlich versagen. In der Lesung aus dem Buch Genesis (Gen 3,9-15.20) wird uns das sehr anschaulich vor Augen geführt. Es ist ein geistlicher Kampf, in dem wir eingespannt sind. Niemand von uns ist dabei ausgenommen. 

 

Wir werden aber in uns die Sehnsucht haben, von dieser Spirale der Sündhaftigkeit herauszukommen. Die Aussagen des Epheserbriefes (Eph 1,3-6; 11-12) spornen uns an, heilig und untadelig vor Gott zu leben. - Wie kann das gelingen?  

 

Bleiben wir beim Bild von Smog und Filter. Wir müssen möglichst effiziente „Filter“ einbauen, um viele negative Einflüsse von uns fern zu halten.  

Was sind nun solche „Filter“ für unser christliches Leben? 

Als erstes müssen wir den Willen haben, nicht weiterhin ohne Schutz sich den negativen Einflüssen auszusetzen. Der eigene Wille muss gestärkt werden. Dazu dient vor allem die Adventzeit. Man kann den Alltagseinflüssen entfliehen und in der Stille zur Ruhe kommen. Eine Überprüfung des persönlichen Lebens kann dadurch leichter erfolgen.

Man soll sich fragen, ob man das persönliche Leben selber schädigt oder welche Mitmenschen auf uns einen negativen Einfluss ausüben. Auch umgekehrt: wer ist durch mich zu Schaden gekommen?

Die zentrale Frage stellt sich: Wie können wir wieder eine neue christliche Lebensqualität erreichen? Wie können wir von Sünden loskommen?

Als Gläubige haben wir dazu eine großartige Einrichtung, um von Belastungen des Lebens los zu kommen: die Beichte, das Sakrament der Buße.

Dies ist eine große Hilfestellung Gottes. Denn allein durch eigene menschliche Leistungen und Willenserklärungen gibt es keinen durchschlagenden Erfolg. Die Beichte ist ein großer „Filter“, der alle Sünden aus dem Leben heraus nimmt.

Und wo werden dann – bildlich gesprochen – diese Abfälle, die Sünden „entsorgt“? Die Antwort darauf: bei Gott. Er ist unser guter Vater und er will, dass es uns gut geht.

Darum hat er im Lauf der Menschheitsgeschichte viele Zeichen seiner barmherzigen und menschenfreundlichen Liebe gesetzt.

Aus Liebe hat er in Jesus Christus menschliche Natur angenommen. Der Sohn Gottes hat den Menschen durch seine Botschaft und durch seine Taten Hoffnung und Erlösung gebracht. Die Sakramente, in denen seine göttliche Wirkkraft zugegen ist, sollen uns Heilung für Leib und Seele bringen.

Maria spielt dabei eine große Rolle. Als sündelose Gottes Gebärerin will sie uns zur Befreiung der Sündenschuld verhelfen. Ihr Leben zeigt uns: wenn man sich Gott ausliefert, dann wird man von ihm beschenkt und behütet (Lk 1,26-38).

Machen wir eine persönliche Absichtserklärung:

„Ich will mich heute ganz Gott zur Verfügung stellen. Er soll mein Leben annehmen und es nach seinem Willen bestimmen. Ich will mein Leben ganz der Gottesmutter Maria anvertrauen. Sie soll mich immer in die Nähe Gottes führen.“ 

 

Wenn wir diese Lebensübergabe an Gott und Maria vollziehen, dann wird das nicht ohne Konsequenzen bleiben, und zwar in positiver Weise: Der Herr wird unser Leben verwandeln, es wertvoller machen, es ausrichten zum Wohl der Mitmenschen und uns Freude schenken.

Vertrauen wir, wie es im Epheserbrief heißt, „dass wir mit allem Segen seines Geistes gesegnet zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt sind“.

Dompfarrer Norbert Burmettler


Gottesdienstzeiten

Sonntag:
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Di, Do, Fr 18.00 Uhr

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Mi 18.00 Uhr

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