Sonntagspredigt

 

Christkönigssonntag, 23. November

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

 

Mit dem Christkönigssonntag ist das Ende des Kirchenjahres gekommen. Dabei drängt sich die Frage auf: denken wir persönlich auch an das Ende unseres Lebens, an die Verheißung des Lebens nach dem Tode, an den ewigen Gott, vor dem wir Rechenschaft abgeben müssen?

 

Im Evangelium (Mt 25,31-46) steht, nach welchen Maßstab Gott die Menschen richten wird, nämlich nach den Taten der Liebe, die man auf der Basis des Glaubens verrichtet. „Was ihr einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Es geht um die Liebe, letztlich um den Glauben an Gott.

 

Der heutige Sonntag regt an, nachzudenken: Welche Beziehung habe ich persönlich zu Gott? Sehr stark? Mittelmäßig? Zweifelnd? Minimal?

Zu welchen „Gott“ versuche ich meine Beziehung aufzubauen? Zu jenen Gott, den uns die Bibel lehrt? Oder macht man sich eine davon abgewandelte Form von Gottesvorstellung? Oder ist man abgeglitten in Vorstellungen, die kaum mit dem christlichen Gottes- und Weltbild zu tun haben: Gott als anonyme Kraft, unpersönlich, unwichtig?

 

Was sind die grundlegenden biblischen Aussagen über das Wesen vom biblischen Gott?

 

Das Wort „Christ-König“ hat eine sehr tiefe und charakteristische Bezeichnung. Christus ist der König, der Herr. Er gibt den Ton an, er bestimmt und beurteilt, was gut oder böse ist. Er gibt uns seine Vorgaben, wie wir leben sollen. Dazu haben wir die 10 göttlichen Gebote, seine Botschaft, seine Wegweisung, die in der hl. Schrift grundgelegt sind.

 

Es soll dabei nicht nur um ein verstandesmäßiges Wissen gehen, sondern um eine Entscheidung: Kennen wir persönlich diesen Gott als unseren Herrn an? Ordnen wir uns ihm unter? Versuchen wir nach seinem Willen zu leben? Genauer gesagt: Hat er Einfluss auf mein Leben?

Sind es Personen oder gesellschaftliche Ereignisse, die mich stark beeinflussen und prägen? Oder versuche ich mich egoistisch selbst zu verwirklichen?

 

Die Botschaft des Christkönigsonntags will hinweisen, dass unsere Hingabe an Gott erforderlich ist. Wir müssen den allmächtigen Gott zum Herrn unseres persönlichen Lebens machen. Er soll unser Leben bestimmen.

Das große Beispiel dafür ist Maria, die sagte: „Mir geschehe nach deinem Wort!“

 

In der 1.Lesung aus dem Buch Ezechiel (Ez 14,11-17) steht die wunderbare Verheißung, dass Gott der gute Hirte seiner Herde ist, er kümmert sich um seine Schafe:

 

Ich will mich um sie kümmern, ich führe sie auf die Weide, die verlorengegangenen will ich suchen; die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die starken behüten, ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen!“

 

Dies gilt nicht nur für Einzelperson, sondern auch für die Gemeinschaft aller Gläubigen. Christus ist der Herr der Kirche, seiner Kirche. Er ist das Haupt, wir sind seine Glieder. Er führt uns durch alle Höhen und Tiefen der Geschichte. So können wir voll Zuversicht sein, dass der Herr seine Kirche behütet.

 

Mancherorts ist eine gewisse Unsicherheit entstanden, weil es momentan viele Diskussionen in der Kirche und über die Kirche gibt. Manches wird in Frage gestellt, Reformen werden erwartet, zu Recht oder zu Unrecht. Nach Lösungen und Antworten wird gerungen.

 

Ich persönlich meine, es wäre wichtig, dass sich alle, die an der Entscheidungsfindung beteiligt sind, sich bewusst, voll Hingabe und ohne Vorbehalt der Führung Gottes anvertrauen. Im Gebet müssten sich alle fragen: wie will der Herr seine Kirche in Zukunft haben? Was soll grundsätzlich beibehalten werden, was kann geändert werden?

 

Große Entscheidungen kann man nicht in emotionalen Diskussionen erreichen, sondern im Blick auf Gott und in ehrlicher Offenheit und Verständnis füreinander. Gemeinsames Gebet ist für alle angebracht, um den Willen Gottes zu ergründen.

 

Auf verschieden Ebenen der Kirche muss eine Neubesinnung auf das Wesentliche unseres Glaubens geschehen. Wir brauchen ein neues Leben, wir brauchen eine „Auferstehung“ für das persönliche Leben und für das Leben der Kirche in der Welt von heute.

 

In der 2. Lesung vom Christkönigssonntag (1 Kor 15, 20-26.28) wird uns Jesus vorgestellt als Sieger über den Tod. Wichtig ist dabei die Verheißung: „in Christus werden alle lebendig gemacht werden!“

 

Vertrauen wir uns persönlich Christus an, damit wir hier auf Erden den Glauben lebendig leben können und wir eines Tages das Leben in der Herrlichkeit des Himmels fortsetzen dürfen.

 

Vertrauen wir dem Guten Hirten die gesamte Kirche an, gemäß seiner Verheißung: „Ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt“.

 

Und darum haben wir allen Grund zu danken und zu feiern: im persönlichen Gebet und bei der Feier der hl. Messe. Unser Beten und Singen beim Gottesdienst sollen das ausdrücken. Dazu ermutigt uns der „Tag der Kirchenmusik“, den wir heute feiern.

 

Der Gesang bei der hl. Messe ist gesungenes Gebet, kein Pausenfüller der Liturgie. Das gilt für den Volksgesang, für Kantoren, für die verschiedenen Chöre, für Solisten, Musiker und für die Organisten.

 

Freuen wir uns, dass im Dom die Kirchenmusik hochgehalten und gepflegt wird. Dahinter steht die dreifache Ausrichtung: zur Ehre Gottes, für die Gestaltung der Liturgie und auch zur Freude der Musikausübenden und der Zuhörer.

Dompfarrer Burmettler

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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