Sonntagspredigt

Sonntag, 7. Mai

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage! 

Wie kann man sich Gott vorstellen?

 

Jeder von uns hat sich im Laufe seines Lebens eine persönliche Vorstellung von Gott angeeignet. Weltreligionen und philosophische Weltanschauungen bieten verschiedene Ansichten.  

 

Wenn man Christ ist, betrachten wir die biblischen Aussagen. Dort wird berichtet, wie sich Gott den Menschen mitgeteilt hat. Eine zentrale Bedeutung bildet dabei Jesus Christus. Leider gibt es von ihm kein optisches Bild, keine Statue, die ihn genau darstellen. Aber wir haben wunderbare Beschreibungen in der Hl. Schrift, die sein Wesen kennzeichnen.

 

Im heutigen Sonntagsevangelium (Joh 10,1-10) wird hingewiesen, dass er der gute Hirte ist. Wir als seine Herde sollen auf seine Stimme hören, ihm vertrauen, ihm nachfolgen.  

 

Wer übt heutzutage diesen Dienst als Hirten aus?

 

Am Weltgebetstag für geistliche Berufe, den wir diesen Sonntag feiern, soll uns bewusst werden, dass dem Papst, den Bischöfen, Priestern und Diakonen dieser Dienst in besonderer Weise aufgetragen ist, mit eingeschlossen die Ordensangehörigen.  

 

Im Grunde genommen ist dies kein allgemeiner Beruf, sondern eine Berufung. Der Ursprung liegt in einem göttlichen Ruf. Er beruht auf einem inneren Impuls, der von Gott kommt. Man kann sich nicht eigenmächtig diesen Beruf aneignen. Es ist ein Geschenk Gottes wenn jemand diesen Ruf  erfährt. Natürlich muss bei jedem Kandidaten geprüft werden, ob eine solche Berufung von Gott besteht oder nicht.

 

Es ist von großer Bedeutung, um geistliche Berufungen zu beten, dass jene Menschen den an sie ergangenen Ruf klar erkennen und die Kraft und den Mut haben, ihr „Ja“ zu dieser Berufung zu sagen.  

 

Die Lebensart eines „Geistlichen“ ist eine große Herausforderung. Die Seelsorge ist wesentlich anders als vor zehn Jahren. Der Priestermangel und die gesellschaftlichen Veränderungen haben dies hervorgerufen.

 

Welche Anforderungen soll der Priester bzw. Pfarrer in der heutigen Situation von Kirche und Welt erfüllen?   

 

Das erste: er kein kirchlicher Manager, kein „Funktionär“ der Kirche, keine liturgische Vollzugsperson. Sein Wesen beinhaltet eine ganz andere Dimension. Der Priester hat das Wort Gottes zu verkünden, die Sakramente zu spenden und sich als Hirteum das Wohl der Gläubigen zu kümmern. Man spricht von Lehramt, Priesteramt, und Hirtenamt.  

 

Wenn Priester predigen sollen sie nicht so sehr ihre eigenen Lieblingsideen oder private Meinungen sagen, sondern das Wort Gottes muss im Mittelpunkt stehen. Er soll aufrütteln und vor allem den Weg zu Gott weisen. Bitte beten Sie für uns Priester, dass es uns gelingt, in rechter Form die frohe Botschaft zu verkünden.  

 

Verstärkt wird diese Botschaft durch die Spendung der hl.Sakramente. Dies ist dem Priester aufgetragen. In besonderer Weise ist er beauftragt zur Feier der hl. Messe. Auf Grund der Priesterweihe hat er dabei den Vorsitz und handelt im Namen Jesu. Der Priester repräsentiert Christus durch seine Person. Welch göttliches Geschehen ist es doch, wenn der Zelebrant die Wandlungsworte spricht und der Herr in der Eucharistie wunderbar gegenwärtig wird! Wir Priester, die auch mit Fehler und Schwächen behaftet sind, dürfen das tun.   

 

Am Weltgebetstag für geistliche Berufe sei auch auf die Bedeutung der Orden hingewiesen. Gott, der Herr hat im Lauf der Geschichte Frauen und Männer berufen und geformt, das Reich Gottes auf verschiedene Weise den Menschen nahe zu bringen. Ihren Lebensstil von Armut, Ehelosigkeitund Gehorsam leben sie um Gott zu verherrlichen, das gemeinsame Leben zu pflegen und sich für das Wohl der Menschen einzusetzen.

 

Die Klöster in Österreich hatten immer schon eine große Bedeutung für die Ausbreitung des christlichen Glaubens und auch für die Kultur unseres Landes.

 

Beten wir, dass weiterhin diese wichtige Ausstrahlungskraft erhalten und vertieft wird.  

 

Eines sei noch erwähnt: nicht nur Bischöfe, Priester, Diakone und Ordensangehörige sollen geistlich leben, sondern jeder Christ. Denn alle werden mit den Gefahren des Materialismus konfrontiert, weil man durch Stress und Arbeitsüberlastung wenig Zeit findet, das innerliche Leben zu verstärken. Wir müssen sicherlich für den Wohlstand dankbar sein, aber er darf uns nicht verleiten, das geistliche Leben aufzugeben und nur rein menschlich leben ohne gläubige Dimension.  

 

Danken wir, dass wir zum Volk Gottes zu gehören und dass Jesus unser guter Hirte ist.

Bitten wir inständig den Herrn, dass er Hirten in der Kirche heranwachsen lässt.  

 

Bitten wir, dass alle Gläubigen die Kraft finden, im Alltag geistlich zu leben. Haben wir ein offenes Ohr für die Stimme von Jesus. Er will uns aus der Enge des Lebens befreien und uns mit Liebe führen, damit wir das Leben meistern können.

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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