Sonntagspredigt

 

Pfingstsonntag, 20. Mai

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

 

 

Gestern war ein Großereignis in London: die Hochzeit von Prinz Harry und der Schauspielerin

Meghan Markle. Es gab Millionen von Zuschauern via Fernsehen.

Haben Sie ebenfalls daran Anteil genommen oder war es Ihnen gleichgültig oder zu übertrieben?

Es gibt immer wieder Ereignisse, bei denen tausende Menschen sich treffen. Solche Veranstaltungen sind z.B. Sportveranstaltungen und  Musikevents verschiedenster Art. Man kann darüber verschiedener Ansicht sein, sehr berührt oder man beachtet sie kaum.

 Auch im kirchlichen Bereich gibt es Zusammenkünfte, bei denen tausende Gläubige mit Begeisterung Gottesdienste feiern. Man denke an den Weltjugendtag oder an hl. Messen mit Papst Franziskus am Petersplatz. Ich habe dies es vor einigen Monaten selbst erfahren, als wir 550 Priestern mit 40.000 Gläubigen mit dem Papst Gottesdienst gefeiert haben.

Den christlichen Glauben kann man in Stille leben, doch er soll trotzdem  eine Ausstrahlung nach außen haben. Durch unsere christliche Lebensweise sollen Fernstehende erkennen, dass wir nicht so sehr eine menschliche Kraft haben, sondern eine göttliche Kraft. Diese göttliche Kraft gibt uns der Heilige Geist, die dritte göttliche Person.

Leider haben viele vom  Hl. Geist eine irrige Meinung oder spotten sogar darüber. Er ist für uns Gläubige nichts Nebuloses, keine anonyme Kraft aus dem Kosmos.

Als Christen haben wir eine ganz bestimmte Vorstellung von Gott: einen Gott in drei Personen:

Gott Vater als Schöpfer der Welt, Gott Sohn Jesus Christus, der menschgewordenen und sichtbaren Gott und Gott Hl. Geist.

Wer der Hl. Geist genau ist, steht in der Hl. Schrift. Dort sind die wichtigen Berichte, wie sich der Geist Gottes mitgeteilt und zu erkennen gegeben hat.

Das bekannte Ereignis schildert die Apostelgeschichte (Apg 2,1-11). Am Pfingsttag kommt auf die versammelte Gemeinschaft, etwa 120 Personen, der Hl. Geist mit Brausen und Feuer herab. Die zuerst furchtsamen Jünger verkünden dann mit Begeisterung und Überzeugung die Botschaft Gottes.     

An diesem Tag lassen sich in Jerusalem tausende Menschen spontan taufen. So ist die Gemeinschaft der Kirche entstanden. Man könnte sagen: heute feiern wir den Geburtstag der Kirche.

Ein anderer interessanter Bericht schildert das Johannesevangelium (Joh 20,19-23). Am Abend der Auferstehung kommt Christus zu den furchtsamen Aposteln und haucht ihnen ganz  persönlich den Hl. Geist ein. Sie sollen gestärkt werden, um den Dienst den Menschen gut zu verrichten.

So gesehen ist auch in uns persönlich schon der Hl. Geist grundgelegt. Je mehr wir für sein Wirken offen sind, umso mehr kann er uns führen und stärken.

Das haben die Heilige gemacht. Unter der Führung des Hl. Geistes haben sie im Laufe der Geschichte die fehlerhafte Kirche immer wieder erneuert, z.B.  Franz von Assisi, Mary Ward, Theresia von Avila, Ignatius von Loyola und andere.

Auch wurden durch diese Heiligen und durch die entstandenen Ordensgemeinschaften die soziale Gerechtigkeit und der Frieden in der Welt gestärkt. Durch die Impulse des Hl. Geistes wurde das Reich Gottes in allen Kontinenten aufgerichtet. Dabei war sicherlich die Gottesmutter Maria eine wichtige Fürsprecherin.

Der Hl. Geist hat sich ausgewirkt bei allen, die Verantwortung in der Weltkirche haben, bei Päpsten und Bischöfe, wenn sie dafür offen waren. In den verschiedenen Konzilien wurden Reformen der Kirche eingeleitet. Man denke an das 2. Vatikanische Konzil.

Der erste und entscheidende Impuls gab dazu Papst Johannes XXIII, der gesagt hat, er will die Fenster der Kirche weit aufmachen, damit der Hl. Geist frische Luft in die Kirche bringt, neue Freude, neue Begeisterung.

Als Einzelne und als Pfarrgemeinschaft sollen wir immer wieder beten, dass sich die Wirkkraft des Hl. Geistes auch hier bei uns sich ereignet.

So haben wir in der Diözese und auch in der Dompfarre vor ca. einer Woche angefangen, ganz bewusst bei der Pfingstnovene für den neuen Bischof zu beten.

Und unser Gebet ist erhört worden, wir haben einen neuen Bischof bekommen: Bischof Alois Schwarz, ein gebürtiger Niederösterreicher. Er war bis jetzt Bischof in Kärnten.

Sie werden schon einiges über unseren neuen Bischof durch die Medien gehört haben oder ihn persönlich kennen.

Vom Bischof Alois Schwarz gibt es bemerkenswerte  Aussagen,  die er bei der Pressekonferenz am Donnerstag gemacht hat:

Es hat ihm sehr gefreut und Mut gemacht,  dass bei der Pfingstnovene für ihn so stark gebetet wurde. Er empfinde seine Ernennung in den Tagen vor Pfingsten als eine besondere Fügung und  will besonders auf das Wirken des Hl. Geistes zu vertrauen.

Seine Hauptanliegen sind Evangelisierung und lebensnahe Seelsorge. Evangelisation ist ein Grundauftrag des 2. Vatikanischen Konzils. Sie muss zuerst bei der konkrete Situation des Menschen anfangen.

Bischof Schwarz sagte, dass es darum geht, als Christ so zu leben, dass die Menschen nach dem tiefen Grund fragen, woher unsere Kraft kommt. Das ist für uns der  Hl. Geist.

Das zweite Anliegen sind für unseren neuen Bischof die Pfarren. Sie sollen Hoffnungsorte für die Menschen sein. In unseren Pfarrgemeinden soll das Wirken Gottes erfahrbar sein.

Die Kirchen sieht er als „Nahversorger für die Seelen“. Dabei weist Bischof Schwarz auf die Stifte und Klöster hin als „geistliche Zentren und Leuchttürme der Gastfreundschaft und Beherbergung“.

Und zur Situation der säkularisierten Gesellschaft von heute sagt unser neuer Bischof: „Es besteht dabei auch die Chance, Profil zu zeigen, dass wir Ebenbilder Gottes sind“. Da braucht man wieder die Stärkung durch den Hl. Geist.

Und im Blick auf die Kirche von heute sagt er, dass er sich eine offene Kirche mit der Vielfalt des Lebens und einer Liebe zu Jesus Christus wünscht, eine Kirche, in der sich die Menschen in ihrer Würde angenommen wissen.

Gleichzeitig müsse die Kirche die Menschen in den Strömungen der Moderne davor bewahren, sich selbst zu schaden.

Beten wir für unseren neuen Bischof, für unsere Diözese, für die gesamte Kirche und auch für uns ganz persönlich, dass wir mit offenen und vertrauensvollen Herzen den Hl. Geist in uns und bei uns wirken lassen.

 

Das wollen wir versuchen als Getaufte und als Gefirmte.

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

              

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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