Sonntagspredigt

 

 

Sonntag, 23. Juni

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

„Für wen halten mich die Leute?“ fragt Jesus seine Jünger (Lk 9,18 – 25). Sie sagen ihm die verschiedenen Antworten der Menschen der damaligen Zeit. Die beste Stellungnahme gibt Petrus ab: Du bist der Sohn Gottes.

Auch in der heutigen Zeit gibt es verschiedene Meinungen über Jesus Christus, positiv oder negativ, verschwommen, aggressiv, nichtssagend.

Jeder Mensch ist herausgefordert, in Hinblick auf Jesus Christus Stellung nehmen, bewusst oder unbewusst, durch die persönliche Lebenseinstellung, durch Worte und Handlungen.

Für jeden von uns gilt die Frage: Wie stark oder wie schwach ist mein Glaube? Was habe ich für ein Gottesbild, ein allgemeines oder das christliche Gottesbild? Im Glaubensbekenntnis bekennen wir uns zu dieser Gottesvorstellung von Vater – Sohn – Hl. Geist.

Und wie hat sich im Laufe meines Lebens mein Glaube entwickelt? Wer hat auf mich dabei positiv eingewirkt? Oder wer gab mir ein abschreckendes Beispiel?

Die Weitergabe des Glaubens geschieht durch Personen, durch jene vor allem, die selber überzeugend den Glauben leben.

Das fängt schon im Kindesalter an: Eltern, Taufpate, Verwandte, Freunde und Lehrer. Wurde dabei ein liebevoller Gott vermittelt oder strafender? Das wirkt sich im Lauf des Lebens aus.

Für Jugendliche sind Glaube und Kirche eine Herausforderung, Höhen und Tiefen werden erlebt. Dadurch kann aber der Glaube reifen.

Als Erwachsener hat man eine gewisse Lebens- und Glaubenserfahrung. Es werden immer Fragen da sein und Herausforderungen zu bestehen sein.Allgemein gesagt:  Den Glauben zu leben ist ein lebenslanger Prozess.

Es muss das wichtige Ziel sein, den Glauben immer besser kennenzulernen.  Als erstes geht es dabei um das Glaubenswissen. Dazu muss zweitens das Bestreben kommen, den Glauben innerlich zu leben.Auf den Punkt gebracht heißt das: mit dem Verstand sich die Glaubensinhalte aneignen und mit dem Herzen diese zu leben.

Zur Aneignung der Glaubensinhalte gibt es verschiedene Angebote: theologische Kurse.   Bildungswerk-Veranstaltungen, Bibelgespräche, hier z.B. in der Dompfarre „Bibel und Frühstück“.In unserem „Dom aktuell“ gibt es Impulse zum Glauben, in der Kinderbibelwoche im August geht es um „Jesus als guter Hirte“.

Es ist wichtig und notwendig, dass unser Glaube innerlich gestärkt wird. Nur verstandesmäßig zu glauben ist nicht die Vollform christlichen Lebens.

Wie soll diese Innerlichkeit vertieft werden? Als erstes durch das Gebet. Beten ist ein persönliches Gespräch mit Gott, sei es ein freies Gebet oder ein formuliertes, z.B. das Rosenkranzgebet. Wichtig ist die Regelmäßigkeit.

Das Gebet und der Glaube werden verstärkt durch die eucharistische Anbetung. Gott ist gegenwärtig als Eucharistie, im Tabernakel aufbewahrt, um angebetet zu werden. Man kann sich dort hinsetzen, still werden, horchen, was mir der gegenwärtige Herr sagen will. Die Rosenkranzkapelle im Dom ist dazu der Ort der Stille.  

Vorbilder für das Hinhorchen sind z. B. Abraham. Er hörte die Stimme Gottes, die göttlichen Verheißungen, Vater des Volkes Gottes zu werden. Er glaubte der Botschaft Gottes voll Vertrauen. So wurde Abraham der „Vater des Glaubens“.

Auch die Propheten waren offen für die Impulse Gottes, besonders auch Maria. Sie hörte die Botschaft Gottes durch den Engel und sie sagt „Ja, mir geschehe!“ Beim Glauben geht es also um das Hinhorchen auf die Impulse Gottes.

Das kann auch durch die Musik geschehen, durch Darbietungen bei Konzerten mit biblischen Hintergründen. Heute Sonntag geschieht das im Dom um 18 Uhr durch die Dommusik. Es werden dargeboten Werke von Johann Sebastian Bach und von Friedrich Händel, z. B. das „Himmelfahrtsoratorium“ und das „nisi dominus“.

Auch das betrachtende Lesen der Bibel verinnerlicht den Glauben. Besonders geeignet sind dazu die Psalmen und die Evangelien. Heuer ist der Schwerpunkt das Lukas-Evangelium. Worte und Taten von Jesus schildert der Evangelist in allgemein verständlicher Sprache.

Er schreibt am meisten über die Impulse des Hl. Geistes. Er berichtet, wie sich die Urkirche und die Pfarrgemeinden gebildet haben, nachzulesen in der Apostelgeschichte.

Er war Begleiter des hl. Paulus auf einigen seiner Missionsreisen. Das soll uns hinweisen, dass der Glaube eine missionarische Dimension hat.

Über Gott und den christlichen Glauben dürfen auch wir nicht schweigen, Glaube ist keine Privatsache. Es ist ein Auftrag Christi,

Nach der Geistsendung am Pfingsttages haben die Apostel diesen Auftrag bekommen. Sie sagten: „Wir können nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben!“

Fast konträr ist der Ausspruch Jesu an die Jünger im heutigen Evangelium: „Er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen, dass er der Messias sei“ (LK 9,21) – Warum dieses Verbot?

Die Antwort ist: Jesus wollte, dass erst nach seinem Tod, nach seiner Auferstehung und nach der Geistsendung die göttliche Botschaft verkündet wird. Denn das sind die markanten Grundpfeiler der Botschaft von Jesus.

Darum der Auftrag an die Apostel, nicht vor diesen großen Ereignissen irgendetwas Philosophisches verkünden, sondern erst später.

Bei der Glaubensverkündigung geht es Jesus, als Sohn des himmlischen Vaters in Verbindung mit dem Hl. Geist. Es geht um ihn und um das Reich Gottes, nicht um eine unpersönliche und allgemeine Weltanschauung,

Wir alle haben als Christen den Auftrag, den christlichen Glauben zu verkünden, besonders durch unser Lebensbeispiel! Papst Franziskus sagte einmal: „Jeder Christ kann an seinem Arbeitsplatz Zeugnis geben mit Worten, aber zuerst mit einem ehrlichen Leben.“

Auch dann sollen wir das tun und leben, wenn es schwer ist: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Lk 9,23)

Versuchen wir gemeinsam den Glauben zu leben und zu verkünden und dabei einander in der Ausübung des Glaubens unterstützen.

Ein Hymnus aus dem Breviergebet soll uns auf Gott hinweisen, der göttlich und zugleich geheimnisvoll unter uns gegenwärtig ist:

„Göttliches Wort, der Gottheit Schrein, führ uns in dein Geheimnis ein.

Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt, nenn uns den Namen, den niemand kennt.

Wolkensäule voll Herrlichkeit, geh uns voran im Dunkel der Zeit.

Schlüssel Davids, der öffnet und schließt, weis uns die Quelle, die immer fließt.

Logos, Wort und Antwort zugleich, erschließe uns das Gottesreich.“

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

Im Juli und August geänderte Gottesdienstzeiten:

Sonntag: 09.30 und 11.30 Uhr

Samstag: 18.30 Uhr Vorabendmesse

Wochentags: 07.30 Uhr  (KEINE Laudes, Abendmesse, Vesper)

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