Sonntagspredigt

 Sonntag, 18. Jänner (und 25. Jänner):

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage! 

Mit dem „Finger auf jemanden zeigen“ wird meistens negativ verstanden. Man will dadurch den anderen kritisieren oder auf eine eigenartige Eigenschaft des Betroffenen hinweisen.

Ganz anders meint es das heutige Sonntagsevangelium (Joh 1, 35 - 42). Johannes der Täufer sieht Jesus auf sich zukommen, er blickt ihn an und zeigt auf ihn. Dabei sagt er: „Seht, das Lamm Gottes“. Die Jünger verwenden die Worte „Rabbi, Meister“, und Andreas bezeichnet Jesus als „Messias, der Gesalbte“. 

Welche Bezeichnung bzw. welche Eigenschaft gefällt Ihnen an Jesus?

Die Bibel gibt dem Herrn verschiedene Namen. Diese drücken markante Eigenschaften aus. So heißt z.B. der Name „Jesus“ im Urtext „Retter“. Gott ist uns Menschen gut gesinnt, er will uns in den Nöten des Lebens beistehen.  

Die Bezeichnung „Christus“ ist auch sehr wichtig. Dieses griechische Wort heißt „der Gesalbte“. Das Alte Testament berichtet, dass immer wieder Menschen von Gott zu einer wichtigen Mission bzw. Aufgabe auserwählt worden sind. Als Zeichen der Würde wurden diese äußerlich mit Öl gesalbt und innerlich mit der Kraft  des Hl. Geistes erfüllt worden. 

Die meisten von uns haben in ähnlicher Weise eine göttliche Salbung empfangen. In der Taufe wurden wir als Zeichen der Gotteskindschaft mit Chrisam gesalbt. Die Salbung beim Firmungssakrament vermittelt die Stärkung durch den Hl. Geist. Die sakramentalen Handlungen drücken die Erwählung und Heiligung durch Gott aus. 

Dies sollen wir zum Ausdruck bringen, dass wir uns gemeinsam für die Anliegen der Pfarre einsetzen. Alle Gläubigen sind dazu aufgerufen. Die Schwerpunkte sind dabei die Liturgie, die Verkündigung und der soziale Bereich.  

Ein weiteres großes Anliegen ist, das Reich Gottes in größeren Dimensionen zu sehen. Leider müssen wir schmerzhaft feststellen, dass die von Christus ins Leben gerufene Gemeinschaft der Kirche durch die Schuld der Menschen gespalten ist. Viele Christen der verschiedenen Kirchen und christlichen Gemeinschaften haben aber die Sehnsucht und das Bestreben, dem Herzenswunsch des Herrn nachzukommen: „Alle sollen eins sein!“ 

Von 18. Jänner bis 25. Jänner ist die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. Das wollen wir besonders ernst nehmen. Darum ist es ein großes Anliegen, Schritte zu unternehmen, die zu einer sinnvollen und vor allem Gott gewollter Einheit führen.

Als erstes ist die Einheit der Liebe notwendig. Diese ist die Voraussetzung für die Einheit des Glaubens. Das Kennzeichen muss sein, wie es in der Schrift heißt hat: „Seht, wie sie einander lieben“. Die Vergangenheit von Glaubenskampf und Konkurrenzdenken muss vorbei sein. Einander als Brüder und Schwestern zu begegnen hat Vorrang. Als Volk Gottes sind wir gemeinsam unterwegs.  

Im Blick auf das vielfältige Weltgeschehen ist es unbedingt notwendig, von Christus, dem Herrn, gemeinsam Zeugnis zu geben. Die gelebte Einheit soll überzeugen. Durch Gebet und Gottesdienst wollen wir uns dafür stärken und gleichzeitig die Gegenwart Gottes zum Ausdruck bringen, gemäß dem biblischen Ausspruch „Gott wohnt im Lobpreis seines Volkes“.

Versuchen wir persönlich, im Gebet und durch aufbauende Taten für die Einheit der Kirche zu wirken! 

Sonntag, 25. Jänner – Einheit der Christen

Abschluss der Gebetswoche der Einheit der Christen. 

„Gib mir zu trinken“ (Joh 4,10) ist das Motto bzw. der tiefere Sinn, um in guter Weise nach Einheit zu streben. In der Schriftstelle wird von Jesus und der Samariterin berichtet. Unterschiedliche Kulturen und Religionen treffen aufeinander.

Bemerkenswert ist, dass Jesus nicht selbst das Wasser des Lebens“ anbietet. Er tritt gegenüber der Samariterin als Bittsteller auf. Jesus bricht Tabus und überwindet dadurch verschiedene Spannungen: die Beziehung zwischen Mann und Frau im alt-orientalischen Kontext, die kulturelle und religiöse Frontstellung zwischen Juden und Samaritern, die Stigmatisierung der Frau als Ehebrecherin.  

Die Gebetswoche will uns die Augen dafür schärfen, wo ähnliche Grenzen zwischen Christen aller Konfessionen und Religionen verlaufen.

Bitten wir den Herrn, dass er uns durch den Hl. Geist zu erkennen gibt, wo wir mithelfen können, menschliche Mauern abzureißen und Brücken zueinander zu bauen.  

Das Ziel muss ein, den Willen des Herrn zu erforschen und unsere eigene Bereitschaft einbringen, selbstverschuldete Situationen bereinigen. Dabei müssen alle Kirchen immer tiefer und besser auf Christus schauen. Er ist unser gemeinsamer Herr.  

Die Bibel ist dabei die gemeinsame Grundlage, die Taufe das gemeinsame Kennzeichen. Eine wichtige Voraussetzung muss sein, nach einer Einheit in der Liebe zu streben. Sie müssen uns als Geschwister betrachten und nicht als Konkurrenten.   

Jede Kirche soll ihre Schwerpunkte einbringen: als katholische Kirche haben wir die Sakramente und die Tradition, die evangelischen Kirchen legen ihren Wert auf das Wort Gottes, die orthodoxen Kirchen haben eine sehr mystische und feierliche Liturgie und viele Freikirchen zeigen Lebendigkeit und Offenheit.

Bei den Sekten aber ist es anders. Diese wollen keine echte Gemeinschaft mit den Kirchen, sondern bekämpfen sie oft in arger Weise.

Gerade im „Jahr der Bibel“ muss es uns ein großes Anliegen sein, die christliche Einheit zu fördern.  

Nehmen wir uns alle zu Herzen, was im Sonntagsevangelium steht:

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“  

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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