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Domkirchweihfest: 7. Oktober

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

 

Der Dom von St. Pölten ist ein wunderbares Gotteshaus.

Geschichtlich  gesehen gibt es einige interessante und wichtige Begebenheiten.

Im 8. Jahrhundert wurde von der Benediktinerabtei Tegernsee in Bayern ein Tochterkloster am Ufer der Traisen gegründet. Wie in Tegernsee wurden die adeligen Brüder Autchar und Adalbert als Gründer verehrt.

Zur selben Zeit kamen auch die Reliquien des hl. Hippolyt aus dem Kloster St. Denis nach Tegernsee und weiter nach St. Pölten, das nach dem Heiligen benannt wurde.

Nach dem Magyarensturm wurde das Kloster von Passau aus neu gegründet und in ein Chorherrnstift umgewandelt.

Am 22. April 1065, am 15. Juni 1150 und am 11. Oktober 1228 sind Kirchweihen bezeugt. Nach dem verheerenden Brand von 1267 und dem anschließenden Wiederaufbau wird das  Kirchweihfest am Sonntag von Kolomani (13. Oktober) gefeiert, im 18. Jahrhundert am 3. Oktobersonntag.

Das Augustiner-Chorherrnstift erlebte seine  größte Blütezeit unter seinem bedeutendsten Propst Johannes Fünfleutner (1636-1661). Die Barockisierung der Kirche erfolgte unter Propst Michael Führer (1715-1763) durch Jakob Prandtauer und seine Schüler Josef und Franz Munggenast.   

 

Die Maler Daniel Gran und Friedrich Gedon haben sich meisterhaft verewigt. Bewundernswert ist das Hochaltarbild „Mariä Himmelfahrt“, das von Tobias Pock (1658) hergestellt hat. Die Altäre, die Deckenfresken, die Orgel (mit 1722 datiert), die Bischofsgruft und die Rosenkranzkapelle sind eindrucksvolle Objekte.

1784 wurde das Stift aufgehoben und im Mai 1785 der Bischofsitz von Wiener-Neustadt nach St. Pölten verlegt. Die bisherige Stiftskirche wurde zur Domkirche.

Vor einigen Jahren wurde beschlossen, dass das Domkirchweihfest immer am Samstag vor dem zweiten Oktobersonntag gefeiert werden soll.

 

Doch ein Gotteshaus nur baugeschichtlich oder künstlerisch zu betrachten wäre zuwenig. Denn es ist, wie der Name schon sagt, ein Haus Gottes. Hier wohnt der Herr. Es ist ein Ort der Gottesbegegnung. Hier wird Gott  angebetet.

Dies kann man ganz persönlich tun, z. B. beim Sakramentsaltar eine kleine Kerze anzünden und seine Anliegen in das aufgelegte Dank- und Fürbittbuch schreiben.

Zur persönlichen Besinnung dient besonders die Rosenkranzkapelle, rechts vorne im Presbyterium. Jeden Dienstag ist während des Tages eucharistische Anbetung, ebenfalls am ersten Freitag im Monat eine nächtliche Anbetung von 18.30 Uhr bis 7 Uhr früh. Regelmäßig ist auch jeden Donnerstag nach der 8 Uhr-Messe Anbetung im Dom.

 

Über die Wichtigkeit der Anbetung  sagt Papst Franziskus: „Wenn man nicht Gott anbetet, dann wird etwas anderes angebetet. Geld und Macht sind die Götzen, die oft Gottes Platz einnehmen.“

   

Ein wesentliches Element ist in jeder Kirche ist die Eucharistiefeier, die hl. Messe. Das Volk Gottes versammelt sich besonders an Sonn- und Feiertagen zur Gedächtnisfeier Christi. Bei dieser Opferfeier werden der Tod und die Auferstehung des Herrn gegenwärtig gesetzt.

Vor allem wird das Wort Gottes verkündet. Auch auf diese Weise ist der Herr anwesend. All das soll beitragen, dass wir die Erfahrung machen, wie es im Petrusbrief ( 1 Petr 2,4-9) lautet: „Wir sind das Volk Gottes, ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein  heiliger Stamm. Wir sind sein Eigentum, das aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen wurde.“

 

Wir haben als Einzelne und als Gemeinschaft Fehler, Schwächen und Sünden. Darum die Aufforderung des hl. Petrus: „Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen.“  D.h. wir sollen die Bausteine sein, Christus ist das Haupt, wir sind die Glieder.

 

Im Gotteshaus gibt es verschiedene Elemente des Gebäudes: Altäre, Bilder, Statuen, Bänke, Lautsprecher usw. Es gibt auffallende und unscheinbare Elemente. Alle sind wichtig.

Dies gilt für uns als Christen, als Bausteine der Kirche. Jeder hat seine Funktion, seine Berufung.

 

Mit seinen Talenten soll jeder etwas zum Aufbau des Reiches Gottes beitragen. Seit dem II.Vatikanischen Konzil hat ein Umdenken stattgefunden: von der versorgenden Kirche zur mitsorgenden Kirche. Jeder Gläubige soll seinen Beitrag leisten als Angehöriger des Volkes Gottes, nicht nur die Priester als Amtsträger der Kirche. So gesehen ist Kirche ein lebendiger Organismus.

Freuen wir uns, dass wir ein so ehrwürdiges Gotteshaus haben. Freuen wir uns, dass wir die lebendigen Steine des Hauses Gottes sein dürfen.

 

Eines sollen wir noch bedenken: Wir sollen persönlich ein Tempel Gottes sein.  Der Hl. Geist soll uns innerlich stärken und leiten. Christus soll unser Leben bestimmen.

 

Dabei ist zu beachten, dass Glaube nicht eine Privatsache ist. Kirche muss missionarisch, apostolisch sein. Sie hat die Aufgabe zu evangelisieren, den Menschen das Evangelium verkünden.

 

In erster Linie geht es um Christus. Wir verkünden nicht  die Kirche, sondern Christus. Als Kirche sind wir seine Werkzeuge, oft seine schwachen Werkzeuge. Aber wir haben eine göttliche Botschaft.

 

Papst Franziskus sagte einmal: „Wir müssen aufpassen, dass die Kirche nicht von der spirituellen Selbstbezogenheit befallen wird. Wenn sich die Kirche nach außen verschließt und selbstbezogen bleibt, dann altert sie.“

 

Und eines wissen wir,  Christus wird seine Kirche niemals verlassen: „ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung der Welt.“       

Das macht uns Mut, das gibt uns Zuversicht.

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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