Sonntagspredigt

 

Sonntag, 21. August

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage! 

Jesus zieht von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt. So steht  es im heutigen Sonntagsevangelium (Lk 13,22-30). Er verkündet seine Botschaft, die Botschaft vom Reich Gottes. Jesus wird Menschen mit verschiedenen Lebenssituationen begegnet sein und diese persönliche Weise angesprochen haben.

Einerseits gebrauchte Jesus ermutigende Worte gegenüber den Sündern, den Schwachen, den Kranken, jenen, die damals am Rande der Wohlhabenden gestanden sind und   solche, die auf der Suche nach Gott waren. 

Andererseits aber hat Jesus sehr harte Worte gebraucht. Diese kann man im heutigen Evangelium nachlesen: Verschlossene Türe, Menschen werden nicht eingelassen werden und        Jesus sagt: „Ich weiß nicht, woher ihr seid!“ (Lk 13, 25).

Was meint Jesus damit? Vor allem: wem will er das so radikal sagen? Welche Zielgruppen will er damit ins Gewissen reden? 

Es werden erstens Menschen gewesen sein, die belanglos in den Tag hineingelebt haben, jene, für die  Gott kein Thema war, ein Leben ohne Gott, aus dem Leben ausgeklammert. Sie haben so  gelebt, als wenn es ihn nicht gäbe, dass Gott nicht erforderlich wäre. Sie wollten alles selber bestimmen und haben sich ein eigenes Welt- und Menschenbild zusammengezimmert.

Der Glaube fehlte. 

Die zweite Gruppe bildeten das andere Extrem: die Pharisäer. Es waren jene, die Glaube, bzw. Religion als Machtmittel verstanden haben, sich mit Religion Einfluss zu verschaffen, auf Kosten der Mitmenschen zu leben, sich erhaben über die einfachen Leute zu erheben.

Da fehlte die Liebe. 

Echter Glaube und wahre Liebe sind jene Eigenschaften, die vor Gott zählen. Darnach wird uns der Herr am Ende unseres Lebens beurteilen und richten: wie haben wir Glauben und Liebe gelebt, wie haben wir uns dazu bemüht? 

Die volle Form des Glaubens und der Liebe haben wir noch nicht erreicht. Einiges oder Vieles fehlt uns noch. Darum ist die Aufforderung des Herrn im heutigen Evangelium sehr wichtig:

„Bemüht euch mit allen Kräften durch die enge Tür zu gelangen!“ (Lk 13,24).  Es ist die Aufforderung, kraftvoll zu leben, nämlich den Glaube und die Liebe. Es ist so sehr die Muskelkraft gemeint. Heutzutage spricht man von „mentaler Stärke“, von „Geistesstärke. Diese wirkt sich auf den ganzen Menschen aus, auf Leib und Seele. 

Für uns Christen ist der Glaube diese mentale Stärke. Man erhält sie, wenn man den Gottesdienst regelmäßig mitfeiert. Die hl. Messe soll nicht nur eine Pflichterfüllung sein, sondern sich vom Herrn gesamtpersönlich stärken zu lassen, z.B. verstandesmäßig. Dies geschieht, wenn man das Wort Gottes hört und es auf das Gesamtprojekt des Lebens ausrichtet. 

Dem Herzen nach wird man auch innerlich gestärkt. Der Glaube soll eine  Herzensangelegenheit werden. Durch den Empfang der hl. Kommunion dringt Gott in unser Leben, in unser Herz ein. 

Stärkung von Glauben und Liebe geschieht auch durch die Gemeinschaft während des Gottesdienstes und auch nachher, wenn man draußen beim Kirchenausgang beisammen steht    und Erfahrungen des Alltags austauscht. 

Die Liebe gilt es kraftvoll zu leben, den Glauben durch Liebe in die Tat umzusetzen.  Je stärker der Glaube ist umso besser können wir die Liebe leben. 

Die Liebe im Alltag zu leben, ist natürlich eine Herausforderung. Der Ehepartner, die Kinder, die Arbeitskollegen u.a. fordern unsere Liebe heraus. 

Beim Gottesdienst kann man auftanken, damit die Liebe wieder stärker wird. Es ist gut, Gott für sich selber um diese innere Stärke bitten und jene Menschen, die uns am Herzen liegen, dem Herrn anempfehlen. 

Glauben und Liebe kraftvoll leben ist eine Lebensaufgabe. Man muss immer wieder neu beginnen und nicht aufgeben. Es ist notwendig, sich dafür einzuüben, von klein auf und durch alle Altersstufen. 

Die heute beginnende Kinderbibelwoche ist so eine Einübung. Die Kinder erfahren in kindgerechter Weise den Glauben und können diesen in Gemeinschaft leben, in gegenseitiger Achtung, durch Rücksichtnahme, durch Nächstenliebe. 

Dr. Stefan Frühwald, der vor zwölf Jahren der Initiator der Kinderbibelwoche gewesen ist, beschriebt die KiBiWo so: „Sie ist Begeisterung, Kreativität, herzliche Gemeinschaft,    Verinnerlichung, Bibelbotschaft für Groß und Klein, Begegnung im Gebet, Beschenkt-Sein von Gott“.

Wir wünschen den 150 Kindern, den Jugendlichen und Betreuern diese wichtige Erfahrung des Glaubens, der Liebe und der Gemeinschaft.  

Als Modell für die Kinderbibelwoche dient das Leben des hl. Petrus. In dieser Woche wird sein Leben beleuchtet: seine Berufung, sein innerliches Ringen, sein Zurechtgewiesen, seine Glaubenserfahrung und seine Sendung und Aufgabe im Blick auf die Entstehung der Kirche. 

Die Kreativität und Begeisterung der Kinder soll auch für uns ein Ansporn sein, Glauben und Liebe kraftvoll zu leben.

Dazu  habe ich ein Gebet gefunden: 

„Berühre du, o Gott, die Gipfel meiner Gedanken, damit in den Tälern und Tiefen meiner Seele deine Saat wachse und reife.

Belebe du, o Gott, die Kräfte meines Herzens, damit darin alles bewahrt bleibe, womit du mich so reich beschenkst.

Verwandle du, o Gott, das Dickicht meiner Trübsal, damit ich dein heilsames Licht ausstrahle, dort, wo ich stehe.

Beflügle du, o Gott, die Schwingen meiner Fantasie, damit ich nicht müder werde, über dein Wirken zu staunen.

Bestärke du, o Gott, das Schwache in mir, damit ich  behutsam und Tatkräftig mich einsetze für die Bewahrung des Lebens. Amen.“ 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

 

 

 

                     

 

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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