Sonntagspredigt

2. Adventsonntag, 10. Dezember

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage! 

Wenn man durch die Straßen und Gassen der Stadt geht, merkt man: alles ist hell erleuchtet und vorweihnachtlich geschmückt. Viele Menschen sind unterwegs  einzukaufen, um das große Fest vorzubereiten. Vor allem die Hausfrauen haben in diesen Tagen viel zu tun. Sie wollen die Wohnung zum Glänzen bringen. Vieles muss organisiert werden, um dann Weihnachten gemütlich und feierlich zu begehen. 

Doch unterliegen wir dabei nicht der Gefahr, das Wesentliche von Advent und Weihnachten zu übersehen, nämlich den religiösen Charakter?

Die kommenden Feiertage müssen von uns Christen mit gläubiger Haltung vorbereitet und gelebt werden, um nicht ins Klischeehafte oder Banale abzudriften. 

Es könnte durch das adventliche Treibens und durch den dadurch aufkommenden Stress der Sinn und das Ziel dieser Tage außer Acht kommen: die innerliche Vorbereitung auf die Geburt Jesu Christi, die wir zu Weihnachten feiern. 

Man denke an das äußerliche Berieselt werden durch Kommerz-Musik, durch das Überstülpwerden von eigenartigen Adventangeboten. Das betäubt uns. Dies beinhaltet die Gefahr, es beim äußerlichem Gehabe bewenden zulassen und das Schöne und Wertvolle der christlichen Adventbotschaft zu überhören. 

Johannes der Täufer ist so ein Adventbote, den wir nicht überhören sollten. Im heutigen Sonntagsevangelium (Mk 1,1-8) stehen seine Aufforderungen. Sie gelten auch heute und sollen uns zur Besinnung anregen. Sie sind wichtige Impulse der Adventzeit sein. 

„Bereitet den Herrn den Weg! Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden!“ 

Dies dürfen  wir nicht äußerlich verstehen, nicht verkehrstechnisch, sondern wir müssen das auf unser persönliches Leben anwenden. 

„Bereitet den Herrn den Weg“: Jesus möchte einen Weg in unser Herz bahnen. Er will in unser persönliches Leben eindringen. Wir müssen so leben, dass wir eine Beziehung zu ihm haben. Eine Verbindung zwischen ihm und uns ist lebensnotwendig. Je besser und reiner diese Verbindung mit ihm ist, umso mehr wird er uns näher kommen, umso mehr werden wir seine Nähe erfahren. 

Doch so manche Hindernisse müssen aus dem Weg geräumt werden. Das können kleinere oder größere Blockaden sein, die diese Verbindung zu Gott erschweren. 

Die Ausrufe von Johannes des Täufers sollen uns zu denken geben:

„Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel soll abgetragen werden!“  Das müssen wir auf unser Leben anwenden. Was sind die Abgründe meines Lebens? Wo liegen meine Fehler, meine Schwächen, meine Sünden? Wovor  habe ich besonders Angst?  Was reißt mich in die Tiefe? Wo sind die Fallstricke meines Lebens?

Der Advent ist die Möglichkeit, darüber nachzudenken. Solche  Abgründe müssen wir beseitigen, mit neuem Werten auffüllen. 

Der nächste Ausruf:  Welcher Berg in mir soll abgetragen werden? Was sind solche „innerliche Berge“? Es könnten die Sorgen des Alltags sein. Man sieht nur noch den großen Berg an Problemen und Schwierigkeiten. Das könnten viele vor sich her geschobene Arbeiten sein, die man noch nicht erledigt hat. 

Der Advent bietet die Möglichkeit, das persönliche Leben zu ordnen, sich in einer stillen Stunde hinzusetzen und schriftlich einen Plan zu verfassen, welche dringende Arbeiten man erledigen will.

„Was krumm ist, soll gerade werden!“

an kann nachdenken, welche „krummen Dinge“ man gedreht hat, was im persönlichen Leben nicht geradlinig ist, welche falschen Wege man eingeschlagen hat, welche Unebenheiten des Lebens ausgeglichen werden sollten.

Solches Krumme, Ungeradlinige usw. dürfen wir nicht nur als menschliche Fehler bezeichnen, meistens sind es sündhafte Gewohnheiten.

Wir sollten in der Besinnung der Adventzeit zugeben, dass wir Sünder sind. Wir wollen das nicht vertuschen oder unter den Teppich kehren.

Wenn wir das zugeben, dann werden wir die Barmherzigkeit Gottes erfahren. Denn der Herr will uns von Sünden befreien, er will uns vergeben. Nur wenn wir sturr an unserer Sündhaftigkeit festhalten, dann wird Gott als Richter auftreten.

Darum beinhaltet die Vorbereitung auf Weihnachten auch die Reinigung unseres Lebens, nicht nur der Wohnung. Auch unser Leben soll erhellt werden, nicht nur die Schaufenster der Geschäfte. Es soll nicht nur den Weihnachtsputz in der Wohnung geben, sondern im persönlichen Leben.

Das beste Reinigungsmittel dazu ist die Beichte. Nicht nur einmal in der Fastenzeit ist sie angebracht. Gerade die Adventzeit ist dazu eine segensreiche Zeit.

Bitte beachten Sie die Beichtzeiten im Dom. Es gibt während der Woche bestimmte Beichtzeiten.  Auf der Anschlagtafel und im „Sonntagsblatt“ sind sie ersichtlich.

Ich habe auch ein Aussprachezimmer im Dompfarramt und eines im Kreuzgang. Sie können sich dafür persönlich oder auch telefonisch bei mir anmelden (tel. 02742/35 34 02). Ich nehme mir gerne Zeit, mit Ihnen eine längere Aussprache zu tätigen.

Wir wollen den Ruf zur Umkehr und zur Vergebung der Sünden von Johannes des Täufers ernst nehmen und in die Tat umsetzen.

Beachten wir die Aussage vom 2. Petrusbrief (2 Petr 3,9): „ Gott will nicht, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren.“

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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