Sonntagspredigt

Sonntag, 19. Juni 2016

Liebe Besucherin und Besucher unserer Homepage!  

„Für wen halten mich die Leute?“, fragte Jesus seine Jünger (Lk 9,18 – 25). Sie sagten ihm die verschiedenen Antworten der Menschen der damaligen Zeit. Die beste Stellungnahme gab Petrus ab: Du bist der Sohn Gottes.

Auch in der heutigen Zeit gibt es verschiedene Meinungen über Jesus Christus: positiv oder negativ, verschwommen, aggressiv, nichtssagend.  

Eine aktuelle Frage in Hinblick auf die Europa-Fußballmeisterschaft: Was halten bekannte Fußballstars von Jesus? Manche Fußball-Profis haben sich dazu geäußert.

David Alaba, der bekannte österreichische Fußballer z.B. bekennt sich zu Jesus Christus. Auf einen seiner Fußballdressen steht: „Meine Kraft liegt in Jesus“. Nach jeden Tor, das er schießt, blickt er zu Himmel und dankt Gott. Auch vor jedem Spiel macht er das, auch gestern.  

Der deutsche Fußballer Robert Lewandnowsky sagt: „Ich bin katholisch und schäme mich nicht wegen meines Glaubens an Jesus.“

James Rodriguez, der Torschützenkönig der WM 2014: „Ich möchte Jesus Christus danken, weil ihm alle Ehre gebührt.“  

Jeder Mensch ist herausgefordert, gegenüber Jesus Christus Stellung nehmen, bewusst oder unbewusst, durch seine Lebenseinstellung, durch seine Worte oder durch seine Handlungen.  

Für jeden von gilt die Frage: Wie stark oder wie schwach ist mein Glaube? Was habe ich für ein Gottesbild? Wie hat sich im Laufe meines Lebens mein Glaube entwickelt? Wer hat auf mich dabei positiv eingewirkt? Oder wer gab mir für den christlichen Glauben ein abschreckendes Beispiel?  

Die Weitergabe des Glaubens geschieht meistens durch Personen, durch jene vor allem, die selber überzeugend den Glauben leben. Das fängt schon im Kindesalter an: Eltern,  Taufpate, Verwandte, Freunde und Lehrer. Wurde dabei ein liebevoller Gott vermittelt oder strafender?  

Das wirkt sich im Lauf des Lebens aus. Für Jugendliche sind Glaube und Kirche eine Herausforderung, Höhen und Tiefen werden erlebt. Dadurch kann aber der Glaube sehr reifen.   

Als Erwachsener hat man eine gewisse Lebens- und Glaubenserfahrung. Trotzdem werden immer noch  Fragen da sein und Herausforderungen zu bestehen.  

Allgemein gesagt:  Den Glauben zu leben ist ein lebenslanger Prozess. Man kann nicht sagen: „Ich bin ein 100 % Christ!“ Dies wäre pharisäisch.

Aber es muss ein wichtiges Ziel sein, den Glauben immer besser kennenzulernen. Als erstes geht es dabei einmal um das Glaubenswissen.

Dazu muss zweitens das Bestreben kommen, den Glauben innerlich zu leben, im Alltag Christ zu  sein.

Auf den Punkt gebracht heißt das: mit dem Verstand sich die Glaubensinhalte anzueignen und mit dem Herzen diese zu leben.

Zur Aneignung der Glaubensinhalte gibt es verschiedene Angebote: Katechesen,       Bildungswerk-Veranstaltungen, Bibelgespräche und theologische Kurse. Informationen dafür sind bei den Ausgängen des Domes.  

Es ist wichtig, dass unser Glaube innerlicher gestärkt wird. Nur verstandesmäßig zu glauben ist nicht die Vollform christlichen Lebens. 

Wie soll diese Innerlichkeit vertieft werden?

Als erstes durch das Gebet. Beten ist ein persönliches Gespräch mit Gott, sei es ein freies Gebet oder ein formuliertes. Wichtig ist die Regelmäßigkeit.  

Das Gebet und der Glaube wird verstärkt durch die eucharistische Anbetung. Gott ist gegenwärtig in der Eucharistie, im Tabernakel. Man soll sich in der Kirche hinsetzen, still werden, horchen, was  mir der gegenwärtige Herr sagen will.

Vorbilder für das Hinhorchen sind z. B. der  Prophet Elia. Er hört die Stimme Gottes. Als Konsequenz verkündet er machtvoll die göttliche Botschaft.

Heute abends wird im Dom dies in musikalischer Form dargeboten.              

Auch das betrachtende Lesen der Bibel verinnerlicht den Glauben. Besonders geeignet sind dazu die Psalmen und natürlich die Evangelien.  

In besonderer Weise sind die Sakramente heilsame Begegnungen mit Gott. Man denke an die Beichte, wo man den barmherzigen Gott erfahren soll und ähnlich beim Sakrament der Krankensalbung.

Eine wichtige Glaubensstärke ist die Feier der hl. Messe. Das Konzil sagt, sie ist „Höhepunkt und Quelle allen christlichen Lebens.“  

Und eines sei nicht vergessen: Der Glaube hat eine missionarische Bedeutung. Über Gott und den christlichen Glauben zu schweigen, wäre keine gute Einstellung. Es ist eine irrige Meinung, dass der Glaube eine reine Privatsache sei.  

Es ist ein Auftrag Christi, den Glauben zu verkünden. Die Apostel sagten: „Wir können nicht schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben!“  

Auch wir müssen Apostel in der heutigen Zeit sein. Denn sonst werden andere Weltanschauungen die Oberhand gewinnen. Wir sind ja eingebettet in eine große Fülle von Ideologien, die nicht alle dem Wohl der Menschen dienen.   

Wie können wir nun persönlich und effizient den christlichen Glauben verkünden? Durch unser Lebensbeispiel!

Papst Franziskus sagte einmal: „Jeder Christ kann an seinem Arbeitsplatz Zeugnis geben mit Worten, aber zuerst mit einem ehrlichen Leben.“  

Unsere Nächstenliebe muss ein bekennendes Zeichen der Evangelisation  sein. Es soll alle Menschen erreichen.  

Dabei werden wir auch Widerstände erfahren: ausgelacht und abgestempelt zu werden, als naiv und altmodisch betrachtend zu werden. - Trotzdem müssen wir gegen den Strom schwimmen!  

Es gilt der Ausspruch des Herrn, der im Evangelium steht: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“ (Lk 9,23).  

Versuchen wir gemeinsam den Glauben zu leben, uns einander in der Ausübung des Glaubens zu unterstützen. Der Glaube soll uns Richtschnur des Lebens bedeuten, Sinn und Ziel.  

In dieser Hinsicht habe ich ein Gebet gefunden, einen zeitgenössischen Hymnus, der da lautet:  

„Göttliches Wort, der Gottheit Schrein, führ uns in dein Geheimnis ein.

Brennender Dornbusch, der nicht verbrennt, nenn uns den Namen, den niemand kennt.

Wolkensäule voll Herrlichkeit, geh uns voran im Dunkel der Zeit.

Schlüssel Davids, der öffnet und schließt, weis uns die Quelle, die immer fließt.

Logos, Wort und Antwort zugleich, erschließe uns das Gottesreich.“

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

Schriftstellen v. Sonntag

Sonntagspredigt

Sonntagsblatt
Aktuelles dieser Woche