Sonntagspredigt

 

4. Fastensonntag, 26. März

 

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!  

 

Wir freuen uns, dass es schönes Wetter gibt. Die Sonne lacht vom Himmel, die Natur fängt zum Blühen an. Der Frühling gibt ein kräftiges Lebenszeichen. Auch das Gegenteil könnte sein: nebelig, regnerisch, kalt, unwirtlich, keine Sonne, düster.  

 

Dies ist auch ein Bild für unser Leben. Es gibt schöne Ereignisse aber auch schwierige Situationen. Blind sein ist z.B. schwer zu ertragen. Zur Zeit Jesu war das für einen blinden Menschen tragisch. Er war zum Betteln verurteilt. Menschlich gesehen hatte ein solcher Behinderter keine Chance. Im heutigen Sonntagsevangelium (Joh 9,1-41) wird nun berichtet, dass Jesus einen Blinden geheilt hat.  

 

Wenn man dieses Ereignis näher betrachtet, sind die eigentlich Blinden die Pharisäer. Sie sehen zwar, aber erkennen Jesus nicht. Sie verstehen nicht das göttliche Eingreifen. Durch ihr starres Verhalten und durch ihre Vorurteile waren sind blind und haben das Wesentliche übersehen.  

 

Auch für uns könnte das gelten. Man sieht sehr viel im Leben, aber man erkennt nicht immer den Hintergrund, die wahre Bedeutung eines Ereignisses. Man ist zwar körperlich nicht blind, aber kann in übertragener Weise blind sein. Dies gilt z.B. auch in Hinblick auf die christliche Botschaft. Einige Beispiele:  

 

Man sieht das Wunderbare der Natur. Die Naturwissenschaft erforscht die Zusammenhänge. Je mehr geforscht wird, umso mehr werden interessante Entdeckungen gemacht.

Und wie ist die Antwort auf Ursprung und Ziel des Daseins?

 

Manche sagen, dass alles ins Nichts zerfallen wird. Wir als gläubige Menschen behaupten das Gegenteil: ein großartiger Gott steht hinter allen Naturkräften. Dieser ermöglicht uns sogar ein übernatürliches Leben. Hinter der unsichtbaren Natur erkennen wir mit den „Augen des Glaubens“ den Schöpfergott.

 

Wenn Sie schon diesen Glauben gefunden haben, seien Sie dankbar dafür! Der Glaube eröffnet uns einen weiten Horizont.  

 

Die Augen des Glaubens erkennen z.B. auch in Christus den Sohn Gottes. Der unsichtbare Schöpfergott ist in Jesus sichtbar geworden.

 

Menschen, die nicht gläubig sind, sehen Christus ganz anders, menschlich. Für diese ist er nur ein Religionsgründer wie andere auch, ähnlich wie Buddha und Mohammed.

 

Oder er wird als ein großer Humanist gesehen, der die Nächstenliebe radikal gelebt hat. Christentum ist dann eine von vielen menschlichen Weltanschauungen.  

 

Wenn man aber die Augen des Glaubens hat, ist Jesus viel mehr als ein Religionsstifter oder Humanist. Dann ist seine Botschaft nicht eine Ideologie, sondern verheißt göttliches und zugleich ewiges Leben.  

 

Die Pharisäer haben damals Jesus einerseits nicht  anerkannt, andererseits von seiner Botschaft Angst bekommen. Darum haben sie ihn bekämpft. Er passte nicht in ihre Gedankenwelt der Macht. Sie befürchteten, er würde ihre Dunkelheiten, ihre Winkelzüge und bösen Absichten aufdecken. Seine Botschaft war für Menschen mit  offenen und gläubigen Herzen eine Wohltat, für die Pharisäer eine unerhörte Zumutung. Darum haben sie versucht, ihn mundtot zu machen.  

 

Warum werden heutzutage in vielen Ländern die Christen verfolgt, eingesperrt und getötet? Weil sie Jesus Christus nicht erkennen, ein Zerrbild von seiner Person und von seiner Botschaft haben.  

 

Warum wird andererseits Jesus, der christliche Glaube, die göttliche Botschaft, und die Kirche in ihrer Gesamtheit vor allem in Wohlstandsländer immer weniger beachtet?

 

Weil die Versuchung besteht, nur das Äußerliche zu sehen und den Sinn und die Bedeutung übersieht. Man beachtet nur das Menschliche, aber nicht den göttlichen Ursprung und die göttliche Dimension, z.B. die Kirche.

 

Viele Kritiker sagen abschätzend „die Kirche“. Viele wissen aber oft nicht, was eigentlich „Kirche“ ist. Sie wird oft in einem verzerrten Licht gesehen. Menschliche Schwächen werden in den Mittelpunkt gestellt. Die Gefahr besteht dabei, dass die Bedeutung der Glaubensgemeinschaft herabgemindert wird.  

 

Benützen wir die Augen des Glaubens und versteifen wir uns nicht auf das Negative. Setzen wir uns ein für die Neubelebung der Kirche. Vertrauen wir auf den Hl. Geistes. Seine Wirkkraft möge uns alle neu stärken und Orientierung bringen in der Herausforderung der heutigen Zeit.  

 

In diesem Sinn sind die Aussagen des 2.Lesung, vom Epheserbrief (Eph 5,8-14) sehr zutreffend. „Prüft, was dem Herrn gefällt und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, deckt sie auf! Lebt als Kinder des Lichts!“

 

Für uns Gläubige ist Jesus das Licht und die letztlich die gültige Wahrheit. Wir sollen dabei auch die Sakramente der Kirche in unser Leben einbeziehen. Diese göttlichen Hilfsmittel sollten wir im richtigen Licht sehen, in ihrer wahren Bedeutung. Diese sind nicht als rein liturgische Handlungen zu verstehen, sondern Heilshandeln Gottes an den Menschen.  

 

Die Fastenzeit soll uns anleiten, dass unser inneres Auge geschult wird, die wahren Werte des Lebens zu erkennen und nicht „Irrlichtern“ nachzulaufen. Christus ist für uns das Licht des Lebens. In der Bibel ist auch der Hoffnung gebende Ausspruch Jesu überliefert: „Wer an mich glaubt, wird nicht in der Finsternis leben, sondern er wird das Licht des Lebens haben!“  

 

Diesen Hinweis gibt es schon bei der Taufe. Unsere Taufkerze wurde am Licht der Osterkerze entzündet. Die Osterkerze ist ein Symbol für Christus, vor allem für seine Auferstehung. Er kam wie ein Licht aus dem dunklen Grab.

 

Wenn wir uns immer wieder von seinem Licht, von seiner Botschaft entzünden lassen, dann werden wir Orientierung für unser Leben finden. Wenn wir uns unter dem Schutz Christi stellen, dann kann unser Glaubenslicht nicht durch die Stürme des Lebens ausgelöscht werden.  

 

Machen wir es wie der geheilte Blinde. Glauben wir fest an Jesus Christus. Lassen wir uns davon durch niemand und nichts abbringen. Dann werden wir im Leben nicht hilflos oder mutlos sein, sondern die Liebe und die Kraft Gottes erfahren.

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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