Sonntagspredigt

Sonntag, 28. Mai

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!  

Der Mensch kann nicht isoliert leben, er braucht Gemeinschaft. Auch als Christen sind wir eine Gemeinschaft. Wir sind verschieden und doch haben wir Gemeinsamkeiten, z.B. dass wir getauft und meistens auch gefirmt sind. Gemeinsam feiern wir Gottesdienste.

Aber sind auch verschieden: unsere Lebensumstände, unsere Einsichten über das Leben.  Verschiedene Anliegen tragen wir im Herzen: woher holen wir uns Kraft für den Alltag, wer gibt uns Antwort auf brennende Fragen?  

In der 1. Lesung des Sonntags (Apg 1,12-14) wird berichtet, dass die Apostel eine wichtige Zusammenkunft gehabt haben, zu der in nächsten 9 Tage viele andere Männer und Frauen hinzugekommen sind. Sie hatten verschiedene Charakter und Lebensschicksale. Doch eines hat sie gemeinsam: sie haben um den Hl. Geist gebetet. Jesus hatte ihnen diesen nach seiner Himmelfahrt versprochen.       

Mit Jesus hatten sie erstaunliche Erfahrungen gemacht, seine befreiende Botschaft, seine Wunder, die Auferstehung und anderes.

Aber jetzt waren sie in einer bedrohlichen Situation: Wie soll es jetzt nach der Himmelfahrt Christi weitergehen? Er hat sie scheinbar verlassen. Werden sie als Gläubige bestehen können, werden sie verfolgt werden? Wie können sie von Christus und seinen Reich Zeugnis geben?

Das waren bedrängende Fragen.  

Aber Sie hatten eine Verheißung, eine hoffnungsvolle Zukunftsperspektive: sie werden die Kraft des Hl. Geistes erhalten. Dieser wird sie stärken, leiten und Antwort auf ihre Fragen geben.

Die Vorrausetzung war aber, dass sie sich dem Hl. Geist öffnen müssen, um diese Stärkung und Erleuchtung zu erhalten. Das haben sie getan und am Pfingstfest kam die große Stärkung.  

Dies ist auch für uns aktuell und wichtig, dass wir zum Hl. Geist beten. Er ist die dritte göttliche Person, keine anonyme Kraft. Er ist unsere innere Kraft des Lebens. Darum beten wir jetzt die sog. Pfingstnovene.

Wir sollten uns fragen, was brauchen wir als Pfarrgemeinde, als Kirche von heute? Wofür sollen wir beten, wenn wir die momentanen Weltlage betrachten?  

Das erste Gebetsanliegen ist, dass wir persönlich um das beten, was uns bewegt. Bitten wir um die Gabe der Erkenntnis, damit wir wichtige Entscheidungen des persönlichen Lebens gut treffen können.

Beten wir um die Gabe der Stärke, wenn wir spüren, dass vieles ins Wanken geraten ist.

Beten wir um die Gabe des Rates, wenn uns  jemand besonders am Herzen liegt.   

Beten wir für unsere Pfarrgemeinde, dass uns der Herr in eine segensreiche Zukunft führen möge, für eine lebendige Pfarrgemeinde, wo jeder seine Fähigkeiten, die ihm der Hl. Geist schenkt, einbringen kann.  

Beten wir für unsere Diözese: für eine gute Entscheidung in Hinblick zur Bestellung eines neuen Bischofs, da Bischof Dr. Klaus Küng gemäß dem Kirchenrecht seinen Rücktritt eingereicht hat.                  

Beten wir für die Gesamtheit der Kirche, dass wir in den Herausforderungen der Zeit bestehen können. Beten wir um Erleuchtung, damit wir erkennen, welche Zeitströmungen dem Wohl der Menschen dienen oder was ein absurder Auswuchs der Gesellschaft ist.   

Beten wir für die innere Erneuerung der Kirche. Dieses Neuwerden beginnt bei uns ganz  persönlich mit Gebet, Umkehr und Hingabe an Gott.

Miteingeschlossen ist das wichtige Gebet um geistliche Berufungen. Am Mittwoch ist im Dom dazu eine eigene Andacht. Auch ist am Sonntag ist eine Andacht mit Weihbischof Dr. Anton Leichtfried. Er feiert sein 10 jähriges Bischofsjubiläum und seinen 50. Geburtstag. Das ist ein Anlass um konkret für unsere Bischöfe, Priester, Diakone und Ordensangehörige zu beten. Der Hl. Geist stärke und leite sie in ihrer Berufung.  

Beten wir für die Verkündigung des Evangeliums an die Menschen von heute, für das Wirken der Kirche nach außen. Der Hl. Geist soll uns anleiten, wie wir Menschen erreichen können, die sich von der Kirche entfernt haben oder Gott noch nicht gefunden haben. Dies gilt auch im Hinblick auf andere Religionen.

Durch unser Lebens- und Glaubenszeugnis wollen wir das Evangelium verkünden, im Gespräch, im Zuhören, in liebevoller Zuwendung und durch Gebet.  

Beten wir zum Hl. Geist um Kraft und Einsicht, damit unsere Nächstenliebe konkret wird: für die nächsten Angehörigen, für Menschen, die uns besonders am Herzen liegen, für Kranke, besonders für Schwerkranke. Sie brauchen den Geist des Trostes und der Stärke.  

Beten wir für ein ganz großes Anliegen: um den Schutz des Lebens. Der 1. Juni  ist der Tag des Lebens. Das Leben reicht von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod.

Wir wissen, dass die Gesetzgebung nicht in vollem Maß den Lebensschutz unterstützt. Als Christen weisen wir besonders darauf hin, dass Menschen nicht über den Wert oder über die Dauer eines Menschenlebens bestimmen können. Es geht nicht um eine Schuldzuweisung an Menschen, die in Schwierigkeiten sind. Im Gegenteil, als Christen wollen wir helfen, dass alle Kinder das Licht der Welt erblicken können.

Nach dem Gottesdienst werden am Sonntag bei den Ausgängen des Domes sog. Überraschungspakte zum Verkauf angeboten. Diese enthalten Kinderspielzeug. Damit werden Frauen und Mütter in Notlagen unterstützt.  

Das Gebet zum Hl. Geist ist notwendig. Denn wir brauchen Erleuchtung, Erkenntnis und die  Kraft für Liebe und Glauben. Lassen wir den Hl. Geist in uns eindringen, damit  wir Glauben und Liebe in rechter Weise leben können, damit unser Christsein konkret und glaubwürdig ist.  

Dabei ist auch die Gottesmutter Maria eine mächtige Fürsprecherin. Sie war damals dabei bei den 9 Tage-Gebet vor Pfingsten. Sie war besonders von Anfang an erfüllt von der Wirkkraft des Hl. Geistes. Sie wurde ja vom Hl. Geist überschattet und hat Jesu empfangen.

Sie hat beim Kreuzweg aushalten können durch den Beistand des Hl. Geistes, des Trösters.  

Vertrauen wir uns in Freud und Leid Maria an, damit auch wir die Wirkkraft des Hl. Geistes erfahren.  

Dompfarrer Norbert Burmettler  

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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