Sonntagspredigt

3. Adventsonntag, 14. Dezember

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!  

 

Worüber kann man sich freuen? Eine Frage, die wir uns am heutigen „Sonntag der Freude“, dem „Sonntag Gaudete“ stellen sollten. Gab es für Sie in den vergangenen Tagen einen Anlass zur Freude, vielleicht ein gutes Essen, eine Sportveranstaltung im Fernsehen oder einfach ein erholsamer Tag?

 

Solche von freudige Stimmungen sind meistens kurzfristig. Wir brauchen Freuden, die länger dauern und tiefer gehen. 

 

Das können Mitmenschen sein, vor allem Vertrauenspersonen. Solche sind Goldes wert. Sagen Sie heute dieser Person ein aufrichtiges „Danke“! 

 

Als Christen stellen wir auch die  Frage: Kann und soll man sich auch über Gott freuen?

An Gott glauben geschieht in verschiedener Intensität: mit dem Verstand, rein logisch, als Sinn des Lebens, um nicht bestraft zu werden, als Absicherung für das Jenseits.

All das bringt aber keine wahre Freude hervor. 

 

Am besten ist es, mit dem Herzen glauben, Gott anzuerkennen um seiner selbst willen, ohne Hintergedanken. Wenn man so an Gott glaubt, dann wird sich auch Freude einstellen. Echte Freude ist nur dann möglich, wenn die Liebe dabei ist, wenn man Dank und Anerkennung nicht vergießt.

 

Wir haben allen Grund Gott zu danken. Denn der allmächtige Gott hat an der Menschheit großartiges getan hat. Über die Taten Gottes müssen wir uns freuen!

Einige Beispiele dafür: 

 

Ein Grund zur Freude ist, dass wir zu ihm gehören. Wir sind nicht nur Geschöpfe Gottes, sondern auch seine geliebten Kinder, seine geliebten Söhne und Töchter! Dies soll keine romantische oder übertriebe Bezeichnung sein. Aus göttlicher Liebe hat er den Kosmos geschaffen; als Liebe wollte er Geschöpfe an seiner Schöpfung teilnehmen lassen; aus Liebe verheißt er ewiges Leben.

 

Seine Liebe ging so weit, dass er Mensch geworden ist. Er hat die sündige Menschheit nicht vernichtet, sondern am Kreuz erlöst. Seine Auferstehung und die Geistsendung sind Zeichen der Zuneigung  Gottes für die Menschheit. 

Das alles muss uns anspornen, voll Freude und Dankbarkeit an Gott zu  denken!

 

Im Tessalonicherbrief stehen die praktischen Haltungen, damit die Freude andauern kann:

 

„Betet ohne Unterlass“ (1 Tess 5,17).  Gebet ist die innere Verbindung zu Gott. Ohnedessen kann man innerlich nicht froh werden. Wenn zwei Menschen sich lieben, werden sie oft miteinander reden und beisammen sein wollen.

Genauso ist es auch im Hinblick auf Gott. Wenn man Gott liebt, muss man mit ihm reden, zu ihm beten, Zeit mit ihm verbringen.  

 

„Dankt für alles“ (1 Tess 5,18): Ohne Dankbarkeit ist das Leben steril und es besteht die Gefahr des Egoismus. Den anderen zu loben, bringt weit mehr, als wenn man dauernd kritisiert. Denken Sie einmal nach: Wann und wem habe ich in der letzten Zeit gedankt?

 

„Prüft alles und behaltet das Gute“ (1 Tess 5,21): Ein wichtiger Hinweis zur Lebensgestaltung. Wenn man nur „in den Tag hinein lebt“, wird man nicht glücklich werden. Man braucht Normen und Werte. Wenn man diese einzuhalten versucht, wird man innerlich ruhig und die Freude stellt sich ein. 

 

In diesem Sinn ist die Adventzeit wichtig: Sich neu zu orientieren, neue Hoffnung und neue Freude finden. Darum gilt die Verheißung des hl. Paulus: „Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar, eure Seele und euren Leib“ (1 Tess 5,23):  Um diesen Frieden zu finden, brauchen wir Christus und seine Botschaft. Ohne ihn und ohne seiner frohmachenden Botschaft werden wir nicht Frieden oder echte Freude finden. 

 

Die Inhalte der göttlichen Botschaft bringen die Verheißung von Glück, Zuversicht und Freude. Dies haben die Propheten im Alten Testament angekündigt.

 

In der Lesung aus dem Buch Jesaja lautet es: „Ich bin gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe“ (Jes 61,1). Dies soll nicht nur im Blick auf die materielle Armut gesagt sein. Menschen sind dann besonders „arm“, wenn sie Gott noch nicht gefunden haben. Es ist eine geistliche Armut. Diese Menschen sind zu  bedauern. 

 

Versuchen wir als gläubige Menschen anderen das Licht des Glaubens zu bringen. Diese sollen dadurch den Sinn des Lebens erfahren: die Kinder, die Jugendlichen oder auch die Kollegen am Arbeitsplatz.

 

Machen wir es ähnlich wie der hl. Johannes der Täufer. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht. Er selbst war nicht das Licht, sondern er wies auf Jesus Christus hin. Als Sohn Gottes brachte er Licht und Erlösung in die Welt. 

 

Darum ist letztlich Jesus Christus der wahre Grund unserer Freude. Ihm müssen wir uns ganz bewusst anvertrauen. Dann werden wir die Erfahrung  machen, die der Prophet Jesaja ankündigt hat: Jesus heilt die zerbrochenen Herzen. Er will unsere verschiedenen Fesseln lösen, d.h. aus Abhängigkeiten befreien. 

 

Die Adventzeit ist für uns eine Gnadenzeit. Darum wollen wir am „Sonntag Gaudete“ in den Ruf des Propheten einstimmen: „Vom Herzen will ich mich freuen über den Herrn, meine Seele soll jubeln über meinen Gott“ (Jes 61,10).

 

Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne eine von innerlicher Freude erfüllte Adventzeit!

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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