Sonntagspredigt

Sonntag, 31. Jänner

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!  

Im heutigen Sonntagsevangelium (Lk 4, 21-30) wird berichtet, dass Jesus in seiner Heimatstadt Nazareth radikal abgelehnt wurde.

Warum? Was sind die Hintergründe, die eigentlichen Ursachen?  

Abgelehnt wird Jesus, weil er sich als Sohn Gottes ausgibt und nicht  als „Sohn des Josef“. Auch vertragen die Zuhörer nicht die herausfordernden Worte von Jesus. Er scheut sich nicht, ihre Selbstgerechtigkeit anzuprangern.  

Und wie ist in diesem Zusammenhang die Situation in unserer Gegenwart? Die  Vorstellungen über Gott, über die Kirche und über den christlichen Glauben sind oft nicht zutreffend. Unsere christliche Botschaft erfährt Ablehnung, ja sogar werden Christen in manchen Ländern stark verfolgt und umgebracht.

Warum wird das Christentum angefeindet?  Grundsätzlich entsteht dies durch eine falsche Einschätzung der Person Jesu Christi. Er wird nur als „Religionsgründer“ gesehen, als großartiger Mensch, als Weisheitslehrer, als sozialer Revolutionär und nicht als Sohn Gottes.  

In der Bibel stehen die wichtigen  Aussagen über Jesus, dass er der Messias ist, der Gesandte des Vaters, erfüllt vom Hl. Geist. Viele andere Eigenschaften werden ihm gegeben. Eine ganz wichtige Wesensbezeichnung ist: Gott ist die Liebe.  

Die Liebe von Jesus Christus hat sich damals  über die Menschen ergossen. Er erbarmt sich der Kranken, der Ausgestoßenen, der Kinder und vor allem der Sünder. Jesus wollte aber kein sensationeller Heiler sein, sondern seinen göttlichen Vater verherrlichen.  

Dass Gott Liebe ist, betont besonders Papst Franziskus, in dem er auf die göttliche Barmherzigkeit hinweist. Er hat das „Jahr der göttlichen Barmherzigkeit“ ausgerufen.  

Das soll ein Impuls sein, unsere persönliche Gottesvorstellung zu überprüfen. Ist Gott für uns „furchterregend“, der alles sieht und bestraft,  oder ein „ehrfurchterregender“ Gott, dem unser ganzes Vertrauen gilt?

Ihm gelten unser Dank und unsere Ehrfurcht, weil wir seine geliebten Söhne und Töchter Gottes sein dürfen, trotz unserer Fehler und Sünden.  

Die von Gott erfahrene Liebe dürfen wir nicht für uns behalten, sondern wir müssen sie an die Mitmenschen weitergeben, gleichsam als „Transformatoren der Liebe Gottes“.  

Diese Liebe wird uns im 1. Korintherbrief als sehr vielfältig geschildert (1 Kor 12,31-13,13). Es ist das sog. „Hohe Lied der Liebe“. Die Liebe wird u.a. als langmütig und gütig bezeichnet, dass sie nicht prahlt, sich nicht zum Zorn reizen lässt und das Böse nicht nachträgt.

Ohne diese Liebe ist der Glaube unvollständig und nicht überzeugend.  

Die christlich orientierte Liebe ist eine Herausforderung und stellt eine Anforderung dar. Sie richtet sich vor allem gegen die Selbstgerechtigkeit. Das hat Jesus den Bewohnern seiner Heimatstadt Nazareth vorgeworfen.   

Er weist hin auf den Propheten, die sich nicht den satten Zeitgenossen gewidmet haben,             sondern der armen Witwe von Sarepta und dem aussätzigen Syrer Naaman.  

Jesus schaute bei seiner Liebe nicht auf die Nationalität, ob das ein „Einheimischer“ oder ein „richtig Gläubiger“ war, sondern auf die Not der Menschen. Seine Liebe war nicht geprägt von Verurteilung oder Beurteilung, sondern von Barmherzigkeit.  

Im „Jahr der Barmherzigkeit“ sollen wir die „Werke der Barmherzigkeit“ besonders in die Tat umsetzen, die Werke der leiblichen Barmherzigkeit und der geistigen Barmherzigkeit.

Die leiblichen Werke sind: Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen, Kranke besuchen, Gefangene befreien und Tote bestatten.   

Die geistigen Werke sind: Unwissende lehren, Zweifelnde raten, Irrige zurechtweisen, Trauernde trösten, Unrecht ertragen, Beleidigungen verzeihen und für Tote du Lebende beten.  

Nehmen wir uns aus dieser Fülle einige konkrete Vorsätze, vielleicht solche, die uns nicht leicht fallen. So können wir unsere Liebe neu ausrichten und vertiefen.  

Damit können  wir Licht sein für Menschen, die in Dunkelheit leben. Wir haben selber das Licht des Glaubens und der Liebe von Jesus empfangen. Das hat schon in der Taufe begonnen.

Immer wieder sollen wir unsere Taufe erneuern, d.h.  den Glauben und die Liebe erneuern. Wir müssen uns immer wieder Gott hingeben, sich ihm anempfehlen.  

Das können wir  z.B. am 2. Februar tun, bei der „Darstellung des Herrn“, „Mariä Lichtmess“. Wir feiern, dass Maria und Josef Jesus in den Tempel gebracht und ihn Gott, dem Vater anvertraut, ihm geweiht haben.

Vertrauen auch wir ihm unser persönliches Leben an. Er soll der Lenker unseres Lebens sein.  

Auch kann man, wenn man eine Weihe empfangen hat, diese als Priester oder als Ordensangehöriger erneuern. Der 2. Februar  ist  ja der „Tag des geweihten Lebens“. Besonders wollen wir darum die Ordensangehörigen in unser Gebet einschließen.  

Beachten wir vor allem, wie es im Korintherbrief heißt: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe, doch am größten unter ihnen ist die Liebe!“ (1 Kor 13, 13).

 

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

         

          

         

            

  

   

 

 

 

 

 

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