Sonntagspredigt

Pfingstsonntag, 24. Mai

Liebe Besucherin, lieber Besucher unserer Homepage!

Es gibt immer wieder Veranstaltungen, wo sich tausende Menschen treffen: die gleiche Interessen haben, die dies lautstark zum Ausdruck bringen, die einem Idol oder einer außergewöhnliche Gruppe zujubeln, die die Öffentlichkeit stark auf sich aufmerksam machen.

Solche Veranstaltungen kennen wir: Sportveranstaltungen, Musikveranstaltungen, Events verschiedenster Art.

Gibt es auch ähnliche religiöse, kirchliche Veranstaltungen, bei denen tausende Menschen zusammenkommen, ihre Begeisterung lautstark zum Ausdruck bringen, die nach außen Einheit zeigen, eine bestimmte Person verehren, in der Öffentlichkeit bewusst auf sich aufmerksam machen?

Ja, in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart.

In der Vergangenheit war es das Pfingstereignis. Der Bericht steht in der Apostelgeschichte (Apg 2, 1-41). Es gab Lärm und Getöse, aber nicht durch Menschen hervorgebracht, sondern durch die Herabkunft des Hl. Geistes. Die Berührung bzw. Erfüllung durch den Geist Gottes hat bei der versammelten Gemeinschaft starke Begeisterung hervorgerufen.

Welcher Person galt diese Verehrung? – Gott! Jesus Christus!

Dieses Ereignis hat sich auf die Öffentlichkeit von Jerusalem stark ausgewirkt. Viele Menschen haben mitbekommen, dass etwas Außerordentliches passiert ist. Petrus erklärt alles. Spontan lassen sich dreitausend Menschen taufen. So ist die Kirche entstanden.

Gab es ähnliche „große Events“ im Laufe der Kirchengeschichte? Ja, immer wieder. Es waren die     Konzilien, die Versammlung von Bischöfen, wo es um die Formulierung des Glaubens gegangen ist, um eine Präzisierung der christlichen Botschaft.

Ein besonderes Konzil war das II. Vatikanische Konzil. Es ging um die Frage, wie man die christliche Botschaft in einer veränderten Gesellschaft verkünden kann.

Papst Johannes XXIII. vom Hl. Geist angeleitet gab den bekannten Impuls: „Wir müssen die  Fenster der Kirche weit aufmachen, damit frische Luft hereinkommen kann“.

Er meinte damit den Hl. Geist, der die Kirche erfrischen und neu werden lassen soll.

Damit hatte ein geistlicher Prozess der kirchlichen Erneuerung auf verschiedenen Ebenen begonnen: in der Liturgie, bei der Verkündigung, im sozialen Bereich, ebenso in Hinblick auf die Ökumene, auf andere Religionen oder auf Atheisten.

Dieser Geist gewirkte Prozess ist noch vollendet, er soll und muss weitergeführt werden.

Wie? – Durch den Hl. Geist! Nicht menschliche Überlegungen sind das Kriterium, sondern das gemeinsame Hinhorchen auf die Impulse des Hl. Geistes. Dazu sind alle Kirchen und christlichen Gemeinschaften aufgefordert.

In konkreter Weise müsste das sein: das gemeinsame Gebet, der liebevolle Umgang miteinander, Abbau von Vorurteilen, versöhnungsbereit leben.

Bei diesem Bemühen geht es nicht nur eine Festigung für den inneren kirchlichen Bereich, sondern auch um die Wirkung nach außen. Die sog. „Welt“, die Gesellschaft soll auf die befreiende Botschaft des Glaubens aufmerksam werden, die Menschen sollen Christus kennen lernen. Dafür müssen wir Glaubenszeugen sein.

Wichtig ist es, wie es im Evangelium steht, sich dem „Geist der Wahrheit“ auszuliefern (Joh 15,26- 27). Denn oft ist es nicht leicht zu erkennen, was richtig, was aufbauend oder was sich negativ oder unheilvoll auf die Menschen auswirkt.

Wir müssen uns dem Hl. Geist anvertrauen, damit wir herausfordernde Phänomene der heutigen Zeit richtig deuten können: Was dient dem Fortschritt, dem Wohl des Menschen oder was ist Lüge, was schadet den Menschen an Leib und Seele.

Dabei besteht der Grundsatz: Über göttliche Gebote kann man nicht abstimmen. Auch wenn eine Volksabstimmung eine Mehrheit erhält, wie es jetzt in Irland geschehen ist, stimmt es trotzdem nicht mit der christlichen Lehre überein.

Lassen wir uns vom Hl. Geist stärken und führen, als Einzelne und als Gemeinschaft! Geben wir ein mutiges Glaubenszeugnis nach außen! Bieten wir das Evangelium als sinnvollen Lebensstil an! Lassen wir die Kirche wieder in neuem Licht erscheinen.

In diesem Sinne haben wir am Freitag die „Lange Nacht der Kirchen“. Wir präsentieren ein offenes Gotteshaus, eine offene Kirche. Wir machen die Tore der Kirche weit auf. Kommen Sie und lassen Sie die verschiedenen Angebote auf sich wirken!

Auf weiteres Ereignis möchte ich hinweisen, wo man ein christliches Glaubenszeugnis geben kann: am Pfingstmontag findet in Linz der „Christentag 2015“ statt. Es ist ein ökumenisches Treffen, bei dem die Vielfalt der Kirchen erfahrbar wird. Die verbindende Einheit ist Jesus Christus.

Dieses Treffen soll Kraft und Orientierung bieten, um die Herausforderung der heutigen Zeit als Christen bestehen zu können.

Kommen Sie zu dieser Veranstaltung! Auch Kardinal Christoph Schönborn wird teilnehmen, ebenfalls Vertreter anderer Kirchen. Es gibt ein buntes Programm für alle Altersstufen.

In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass verschiedene Menschen in verschiedenen Sprachen Gott verherrlicht haben.

Verherrlichen auch wir in verschiedener Weise Gott durch die Kraft und durch die Impulse des Hl. Geistes!

Dompfarrer Norbert Burmettler

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gottesdienstzeiten

Sonntag:
09:15 - 10:30 - 11:45 Uhr

Samstag:18:30 Uhr
Vorabendmesse


Wochentags:
Mo-Sa 7:00 u. 8:00 Uhr
Di, Do, Fr 18.00 Uhr

Laudes:
Di-Do 7.30 Uhr

Vesper:
Mi 18.00 Uhr

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