Pfarrgeschichte

Die Pfarrkirche St. Veit an der Gölsen                                    

Urkundlich scheint bereits vor 1122 in St. Veit eine dem Heiligen Vitus geweihte Kirche auf. Das     Gotteshaus war von seinem Gründer, Markgraf Otakar II. von Steyr, und dessen Gefolgsleuten so reichlich ausgestattet worden, dass hier ein Priester erhalten werden konnte. Die Einkünfte der St. Veiter Kirche bestanden aus den Abgaben der Bauern, und aus eigenem Wirtschaftsbesitz. Ob das zwischen 1100 und 1110 erbaute Gotteshaus schon ein Steinbau war, lässt sich nicht mehr genau nachweisen.

 

Bischof Altmann von Passau (um 1015 - 1091; Bild links), Gründer des Stiftes Göttweig, begann schon in dieser Zeit in seinem Gebiet die Holzkirchen durch feste Bauten zu ersetzen. Mit dem 1083 gegründeten Stift Göttweig, ist St. Veit seit 1161 verbunden. Zuvor gehörte das Gebiet zunächst zum Pfarrsprengel von Pyhra (1083), dann zu Michelbach (1124). Der steirische Markgraf Otakar III. überließ seine Eigenkirchen in St. Veit und Hainfeld, im Tausch zu einem Besitz in Alkersdorf, dem Stift. St. Veit bestand als eigene Pfarre bald nach 1161 und wurde aus der Pfarre Pyhra ausgegliedert.

 

Das 15. Jahrhundert brachte auch den gotischen Ausbau der Pfarrkirche mit sich. Ältester Teil ist der um 1400 entstandene Chorrraum. Das Langhaus wurde erst um 1470 errichtet. Auch wesentliche Kunstschätze gehören dieser Epoche an: "Christus als Lehrmeister mit den 12 Aposteln" (Bild unten), der Schmerzensmann (an der kunstvollen Orgelempore; Bild links),  und das Rundfenster mit Christuskopf (Bild unten).

Aus dem 16. Jahrhundert stammen das  Kreuz am "Allerseelenaltar" und die Marienstatue auf dem Marienaltar.

Im 17. Jahrhundert wurde nur mehr ein bereits vorhandener gotischer Nordwestturm ausgebaut, der bis zum Dachgeschoß auch Wehrcharakter hatte. Sicher war der Kirchhof mit dem Friedhofstor (ehem. Gasthaus Wittmann) ummauert, aber wehrhaft erscheint eigentlich nur die gegen die Gölsen gerichtete Steinmauer des ehemaligen Pfarrhofgartens, die bis 1912 noch mit Schießscharten versehen war.

 

Erst in der Zeit Maria Theresias kam es wieder zu vermehrter Bautätigkeit in der Kirche. Anlässlich der Renovierung von 1763 bis 1771 entstand der neue Hochaltar (Bild links). Die Kirche hatte schon seit dem 17. Jahrhundert eine Kirchturmuhr und eine Orgel. Das heutige Aussehen erhielt das Gotteshaus durch den 1831/32 umgebauten Turmhelm.

 Nachdem schon 1826 ein neuer Friedhof außerhalb des Marktes angelegt worden war, ließ man 1830 den Friedhof  um die Kriche auf. Im Jahr 1891 kam es zur Regotisierung der Pfarrkirche, es folgte die Innenausmalung. Die vermauerten Maßwerke der Fenster wurden ausgebrochen und später mit den von Ortsbewohnern gestifteten Glasmalereien versehen. 1900/01 erhielt das Westportal ein gemauertes Vorhaus und die Kirche ein neues Ziegeldach. Der Zwiebelturm blieb bis 1963 mit Holzschindeln gedeckt. 1910 wurden elektrische Leitungen installiert. 1921 war die Weihe neuer Glocken, 1926 bis 1928 konnten Kirche und  Pfarrhof renoviert werden. 1927 weihte man das an der Kirche angebrachte Kriegerdenkmal. 1968 bis 1970 erfolgte die neuerliche Renovierung des Daches und der Innenräume. Mit dem Bau der Umfahrungsstraße kam es schließlich 1970/71 zur Errichtung des neuen Pfarrhofes. Die Orgel wurde 1975 nahezu erneuert.

Apostelgruppe, 15.Jh.

 

Im Jahr 1973 wurde der Kropfsdorfer Pater Clemens (Anton) Lashofer OSB (1941 - 2009) zum 64. Abt des Stiftes Göttweig gewählt.

Die Gemeinde St. Veit an der Gölsen hat gegenwärtig ca. 3916 EinwohnerInnen (lt. www.citypopulation.de; Stand 01. Jänner 2018). Die Katastralgemeinde Schwarzenbach/Gölsen bildet mit ihren ungefähr 385 BewohnerInnen eine eigene Pfarrgemeinde. Beide sind dem Benediktinerstift Göttweig inkorporiert. Im Oktober 2017 wurden die Pfarren zu einer Pfarrgemeinschaft mit Rohrbach & Kleinzell zusammengeführt.

Glasfenster mit Christuskopf, 15. Jh.