Geschichte der Pfarre

Die Kirche des hl. Johannes des Täufers entstand höchstwahrscheinlich im 12. Jahrhundert.

1202 stiftete Herzog Leopold VI. in Lilienfeld das Zisterzienserstift, das von Heiligenkreuz aus besiedelt wurde.
In der Gründungsurkunde wird der Hubhof (in Traisen) genannt. In den ältesten Urkunden des Stiftes Lilienfeld ist mehrmals vom Ort Traisen die Rede.

In den Aufzeichnung der Diözese Passau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts heißt es: "In dieser Pfarre (Traisen) liegt auch das Kloster Lilienfeld."

Pfarrgeschichte

Das frühgotische Presbyterium der Johanneskirche stammt aus der Zeit um 1300.
Das Kreuzrippengewölbe mit Birnstab ist spätgotisch.
Die Sakristei enthält eine Tür aus der Renaissance.

Traisen mit der Pfarrkirche St. Johann war bis in das 16. Jahrhundert eine eigenständige Pfarre. Patronatsherren dieser Pfarre waren die Herren von Hohenberg und später die Herren von Roggendorf.

Seit 1551 wurde Traisen von einem Seelsorger des Stiftes Lilienfeld betreut.
Die ersten Jahrzehnte wechselten einander der Pfarrer von Lilienfeld und der von Eschenau bei der Zelebration der Sonntagsmesse ab.  

Die Johanneskirche wurde 1683 beim Einfall der Türken und Tartaren zerstört.
Beim anschließenden Wiederaufbau erhielt sie eine barocke Inneneinrichtung.

Seit 1686 war die Pfarre Lilienfeld für die Seelsorge in Traisen zuständig.
1943 erhob die Diözese St. Pölten Traisen zur Pfarrexpositur, die von einem Lilienfelder Seelsorger betreut wird.

In den letzten Tagen des 2. Weltkriegs ging die Inneneinrichtung der Johanneskirche durch einen Brand verloren. Nach der Wiederinstandsetzung weihte Abt Martin Matschik 1948 die Johanneskirche wieder ein. Der Architekt Friedl aus Wien gestaltete den Hochaltar unter Verwendung eines Tabernakels aus der Pfarrkirche Wilhelmsburg und der Engelsfiguren aus Türnitz.
Das Hochaltarbild hat Sepp Zöchling, ein gebürtiger Traisner, gemalt.


1952 entstand der neue Pfarrhof, 1961/62 die neue Pfarrkirche.

Am 28. Oktober 1962 konnte Abt Friedrich Pfennigbauer vom Stift Lilienfeld mit päpstlicher Erlaubnis die neue Pfarrkirche "Jesus Christus, Erlöser der Welt" weihen.

Weitere Patrone der Kirche sind die hl. Mutter Gottes, der hl. Josef, der hl. Bernhard und der hl. Papst Pius X. 

Die neue Pfarrkirche von Traisen ist 36 Meter lang, 16 Meter breit und 15 Meter hoch.
Sie fasst etwa 800 Personen (340 Sitzplätze). Der Turm hat eine Höhe von 36 Metern.

Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre wurden vom akademischen Maler Robert Herfert aus St. Pölten entworfen. Der marmorne Hochaltartisch, vom Bildhauer Franz Coufal ausgeführt, zeigt Symbole der hl. Eucharistie.
Der linke Seitenaltar enthält ein Mosaik, das den hl. Josef und Christus bei der Arbeit inmitten von Häusern und Fabrikschloten darstellt. Das Mosaik am rechten Seitenaltar zeigt, wie der Erzengel Gabriel der Mutter Gottes erscheint und ihr die Geburt Christi ankündigt. Der Kruzifixus beim Hochaltar stammt aus der Pfarrkirche Annaberg und geht auf die Gotik zurück.

Die neue Pfarrkirche hat vier Glocken. Sie enthalten folgende Inschriften:

"Christus, dem König und Erlöser der Welt"
"Maria, erhabene Schutzfrau Österreichs, bitte für uns"
"St. Josef, dem Vorbild und Patron der Arbeiter, bin ich geweiht"
"Mit St. Bernhard rufe ich zur Treue zu Christus und seiner Kirche"

(Literatur: Lettner Franz, Heimatbuch der Marktgemeinde Traisen)