Ostergrußaktion (Ratschen)

Nach altem Brauch verstummen am Gründonnerstag die Glocken und „fliegen nach Rom“. Erst bei der Auferstehungsfeier in der Osternacht „kommen sie zurück“.

Schon seit dem Mittelalter gibt es den Brauch, am Karfreitag und Karsamstag mit Ratschen an die Gebetszeiten zu erinnern.

Am Karfreitag versammeln sich Kinder und Ministranten um die jährliche Ratschenaktion zu starten. Dabei gehen Gruppen von zwei/drei Kindern, ausgestattet mit Ratschen, von Tür zu Tür und überbringen den traditionellen Ostergruß.


Die Osterratsche ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, in denen mit einem besonderen Musikinstrument am Karfreitag dem Auferstehen Jesu Christi gedacht wurde. Einst war dies ein Musikinstrument, das wie eine hölzerne Ratsche klang und auch ähnlich gespielt wurde. Heute sind lediglich einige Relikte von diesem Musikinstrument übrig.

Ursprünglich entstand die Osterratsche als Alternative zu den Osterglocken, da sie weniger Lärm bereitete und dennoch den Gottesdienst untermalen konnte. Die Osterratsche wird vom Gründonnerstag bis zum Karfreitag eingesetzt, um den Gottesdienst anstellen von Kirchengeläut anzukündigen.

Damit soll erreicht werden, dass die Menschen die Zeit zum Gottesdienst bemerken und dennoch kein lautes Geläut in der Umgebung der Kirche zu hören ist. Neben den Glockengeläut wird auch die Orgel während dieser Zeit nicht genutzt. Auch die Altarschellen werden durch Rasseln ersetzt.

Die Osterratsche ist eine Art Holzkasten, der mit drei Ratschen ausgestattet ist. Diese lassen sich gleichzeitig über eine Handkurbel bedienen, ähnlich wie bei einer Drehorgel. Eine Ratschen auf diesem Instrument kann recht laut werden, allerdings entspricht dies nicht der Lautstärke etwa der einer Kirchenglocke.

In einigen Museen sind heute noch historische Osterratschen ausgestellt. Diese Ratschen sind zum Teil handgefertigt von Schreinern und zugleich kunstvoll verziert.