Propsteikirche

Die dem Evangelisten Johannes geweihte Kirche auf dem Berg war einst die Pfarrkirche von Zwettl. Jüngste Bauforschungen haben ergeben, dass der heutige Kirchenbaus aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammen dürfte.  

Bemerkenswert sind die gewaltigen, exakt behauenen und verlegten Granitquader, aus denen die westliche Giebelfront der Kirche gefügt ist. Hier und an der Südseite sind im Obergeschoß insgesamt drei vermauerte Türen (Hocheinstiege) erkennbar. Sie deuten daruf hin, dass von einem nicht mehr existierenden Nebengebäude Zugang in die Empore der Kirche bestanden. Der Überlieferung nach soll hier auf dem Berg, neben der Kirche, die Burg der Kuenringer gestanden sein, die 1231 von Babenbergerherzog Friedlich II. dem Streitbaren zerstört wurde.

Noch im 12. und 13. Jahrhundert baute man die Kirche mehrmals um, erhöhte sie, versah sie mit dem heute noch bestehenden Westturm und einem mächtigen Chorturm im Osten, der später aber wieder abgetragen wurde. In den Kriegswirren gegen Ende des 15. Jahrhunderts errichtete man um die Kirche einen Tabor, eine Befestigungsanlage. 

1483 wurde in Zwettl eine Propstei, ein geistliches Kollegiatskapitel errichtet, dem ein Propst, ein Dechant und zwölf Chorherren angehören sollten. Die St. Johanneskirche auf dem Berg wurde zur Propsteikirche, die pfarrlichen Aufgaben gingen auf die Kirche in der Stadt über. In den folgenden Jahrzehnten gestaltete man das Innere der Propsteikirche im Sinne des Barock um. Am Triumpbogen ist heute noch das Wappen des Propstes Konrad Ferdinand von Albrechtsburg mit der Jahreszahl 1718 zu sehen. Von der barocken Einrichtung sind nach den Verwüstungen im Jahre 1945 heute nur mehr die Kanzel und die Seitenaltäre erhalten. Das dem Barock verpflichtete Kruzifix im Altarraum stammt aus dem Jahr 1984 und wurde vom Bildhauer Franz Gruber aus Gutenbrunn gefertigt. 1751 hob Maria Theresia die Propstei auf.

 

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